• 97% KMU - Folge # 8 Martin Rusnak - KI für KMUs
    Jan 23 2026
    In dieser Folge von *„97 % KMU“* spreche ich mit *Martin Rusnak**, Unternehmensberater und Interim-CTO aus der Nähe von München, über die Frage, wann der Einsatz von KI im Mittelstand echte Wertschöpfung bringt – und ab wann er nur noch teurer Aktionismus ist. Wir gehen konkret darauf ein, warum **ohne klare Unternehmens- und Datenstrategie keine sinnvolle KI-Strategie* existiert, wieso dokumentierte Prozesse die eigentliche Grundlage für Automatisierung sind und wie man Schritt für Schritt von ersten Workshops bis zu funktionierenden Proof-of-Concepts kommt. Dabei sprechen wir über *Datenqualität (80/20 statt 100 % Utopie)**, Silos im Unternehmen, Data Warehouses, Automatisierung vor LLMs – und darüber, warum KI-Einführung immer auch **Change Management und Umgang mit Ängsten* bedeutet. Wir diskutieren außerdem, wo *KMU heute sofort messbar von KI profitieren können* (Dokumentation, Wissensarbeit, Reporting, Kundenkommunikation, interne Assistenzsysteme), wie moderne *Chatbots und KI-Agenten* sinnvoll eingesetzt werden können, ohne dass „der Kopf der KI“ entscheiden darf, und warum es fahrlässig ist, ein Unternehmen in Europa in den nächsten Jahren *ohne KI-Perspektive* zu führen. Zum Schluss wagt Martin einen Ausblick: von KI-Agenten als nächstem großen Schritt in Organisationen bis zu humanoiden Robotern in den nächsten drei bis fünf Jahren – und der immer größer werdenden Lücke zwischen Unternehmen, die jetzt starten, und denen, die abwarten. 👉 *Themen u. a.:* KI-Strategie vs. Tool-Shopping Prozesse, Datenstrategie und Datenqualität als Hausaufgaben Silo-Denken, Kultur und Change Management Einsatzfelder: Dokumentation, Support, Reporting, Assistenzsysteme KI-Agenten, Governance und Verantwortlichkeit bei Entscheidungen Warum „Keine KI-Strategie“ zur echten Wettbewerbsgefahr wird
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    31 mins
  • 97% KMU - Folge # 5 - Guido Reusch - Fördermittel
    Jan 23 2026
    In dieser Folge tauschen Guido und Dr. Marcus Niebudek die Rollen: Guido ist Gast und erklärt praxisnah, was „Fördermittel“ für KMU konkret bedeuten. Er strukturiert die Landschaft in drei Kategorien: nicht rückzahlbare Zuschüsse (prominent: ZIM), steuerliche Förderung über die Forschungszulage (reduziert die Steuerlast, teils rückwirkend nutzbar) und zinsgünstige Kredite (v. a. KfW/NRW.Bank; eher Bankenthema). Fokus lies auf Zuschüssen und Forschungszulage. Förderfähigkeit beginnt bei den KMU-Kriterien der EU (Umsatz/Bilanzsumme, weniger als 250 MA) und einer sauberen Verbundprüfung (Beteiligungen mehr als 25 % können die Größenklasse „sprengen“). Strukturschwache Regionen bringen Zusatzchancen, Unternehmen in Schwierigkeiten sind raus. Herzstück jedes Antrags ist der Innovationsnachweis: Es muss ein „Delta“ zum Stand der Technik bestehen (neu, besser, schneller, wirtschaftlicher – nicht nur „neu fürs eigene Haus“). Kooperationen sind möglich, aber nicht einseitig (keine 90/10-Aufteilung). Der Prozess ist zäh, aber machbar: Vorprüfung von Idee, Unternehmen und Partnern; Antrag (detailreich, oft mehr als 100 Seiten, Steuerberaterdaten inklusive); Bearbeitung ca. sechs Monate mit Nachforderungen; insgesamt gern rund ein Jahr bis zum Bescheid. Start vor Bewilligung nur geschränkt/auf eigenes Risiko – rückwirkend geht es dagegen bei der Forschungszulage (wenn Kosten sauber belegt sind). Förderquoten: ZIM ~45 % (mit internationalen Partnern bis ~60 %), Forschungszulage ~35 %; Scheitern ist förderrechtlich erlaubt, den Eigenanteil trägt das Unternehmen trotzdem. Deckel: ZIM grob bei ~500 k und max. zwei Projekte in 24 Monaten; Forschungszulage bis 5 Mio. und parallel möglich (mit Querverweisen). Fazit: Viele Firmen lassen Geld liegen. Wer Innovation plant, sollte früh prüfen, ob sie förderfähig ist – und die technische Sprache in förderfähig übersetzen (Balance zwischen zu wenig und zu viel Risiko). Kurz gesagt: nicht jammern, beantragen. Keine Rechtsberatung!
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    40 mins
  • 97% KMU - Folge # 6 -Werbung vs. Information - Kaltakquise per Email
    Jan 23 2026
    Hier klären wir ohne Marketing-Gedöns die Frage: „Werbung vs. Information“ – und ob Kaltakquise-E-Mails im B2B zulässig sind. Guido spricht mit Dr. Christoph Pitsch (Anwalt, Trier) über UWG-Grundlagen, warum Kaltmailing keine Straftat ist, wo Bußgelder lauern (Telefonwerbung), weshalb Briefpost privilegiert ist und wann B2B-Mails über Impressums-/öffentliche Adressen als stillschweigend akzeptiert gelten. Plus Praxisregeln für KMU: Portfolio-Bezug, sachlicher Ton, schneller Opt-out – und keine Weihnachtsbäume an Stahlbauer. Fazit: Information und Werbung lassen sich bei Kaltakquise nicht trennen – aber man kann es seriös machen. Portfolio-Bezug, respektvoller Ton, schneller Ausstiegsknopf. So bleibt’s nützlich statt nervig. Hinweis: keine Rechtsberatung. Kurz gesagt: Kaltakquise per E-Mail ist keine Straftat, wohl aber zivilrechtlich riskant. Das UWG sanktioniert hier nicht mit Gefängnis, sondern mit Unterlassung, Abmahnkosten und ggf. Vertragsstrafe; strafbar werden nur Sonderfälle wie bewusst irreführende Werbung oder Ketten-/Schneeballsysteme. Telefonwerbung bei Verbrauchern ohne Einwilligung ist als Ordnungswidrigkeit gebußt – E-Mails nicht. Inhaltlich trennt das Recht Information und Werbung kaum: Die EU fasst „kommerzielle Kommunikation“ extrem weit; faktisch ist fast jede geschäftliche Kontaktaufnahme Werbung. Paradox, aber wahr: adressierte Briefpost ist rechtssicherer als E-Mail – „Bitte keine Werbung“-Sticker blockt unadressierte Wurfsendungen, nicht den Brief an die Geschäftsleitung. Für B2B-E-Mails gibt es ein Einfallstor: Wenn ein Unternehmen E-Mail-Adressen selbst veröffentlicht (Impressum/Teamseite) und die Ansprache sachlich genau zum Portfolio passt, kann man sich auf eine stillschweigende Einwilligung berufen. Rechtsgarantie ist das keine, aber praktikabel – vorausgesetzt, der Ton bleibt sachlich, es gibt früh und sichtbar ein Opt-out („Kein Interesse? Hier abmelden.“) und Abmeldungen werden konsequent respektiert und dokumentiert. Newsletter sind ein eigener Strang: sauber per Double-Opt-In. Wer breit streuen will, nimmt die Post; wer gezielt anspricht, kann B2B-E-Mails nutzen – ohne Spam, ohne Massenstreuung, ohne Reißerisches. Fazit: Information bleibt rechtlich Werbung, aber mit Relevanz, Respekt und sauberem Opt-out ist B2B-E-Mail machbar; wer absolute Sicherheit will, schreibt einen Brief.
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    33 mins
  • 97% KMU - Folge # 7 - Automatisierung in der Produktion
    Jan 23 2026
    In dieser Folge von „97 % – der KMU-Podcast“ spricht Guido mit Michael Müller, Geschäftsführer der Robotextile GmbH und Erler GmbH von der Schwäbischen Alb, über Automatisierung in der Textilindustrie – und darüber, warum die Branche technologisch gefühlt 30 Jahre hinterherhinkt. Sie gehen der Frage nach, weshalb biegeschlaffe Materialien wie Stoff so schwer zu handhaben sind, warum frühere Großprojekte wie die „Speedfactory“ gescheitert sind und wieso gerade stupide, nicht-wertschöpfende Tätigkeiten wie Maschinenbeladung und -entnahme der ideale Einstieg in die Automatisierung sind. Michael erläutert, welche Rolle moderne Robotik, Kamerasysteme und KI spielen, wie flexible Zellen und No-Code-Programmierung KMU unabhängiger von Spezialisten machen und warum sich erste Anwendungen aktuell vor allem bei technischen Textilien (Airbags, Medizintechnik) durchsetzen. Außerdem geht es um Fachkräftemangel vs. Nearshoring rund ums Mittelmeer, die Angst vor Jobverlust, den notwendigen Mindset-Wandel in der Unternehmensführung und ganz konkrete erste Schritte für KMU: klein anfangen, Highrunner-Prozesse identifizieren, Mitarbeiter mitnehmen, Pilotzelle testen (mieten) statt sofort die „eierlegende Wollmilchsau“ kaufen. Robotextile GmbH & erler gmbh automation . robotik Michael Müller Bubensulz 6 72358 Dormettingen Telefon: 07427/9229-70 E-Mail: info@robotextile.com https://robotextile.com/ https://www.erler-gmbh.de
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    29 mins
  • 97% KMU - Folge # 9 KMU unter Druck: Warum Kreislaufwirtschaft mehr ist als Recycling
    Jan 23 2026
    In der ersten 97 % KMU-Episode 2026 trifft Guido auf Klaus Brettschneider – Unternehmensberater, Textilunternehmer und jemand, der Klartext kann, ohne dabei romantisch zu werden. Denn die Lage für KMU ist… sagen wir: sportlich. Wir sprechen über die echten Baustellen: Digitalisierung, Fachkräftemangel, Cashflow – und die große Frage, warum sich viele Unternehmen gerade neu erfinden müssen, bevor der Markt sie neu sortiert. Im Mittelpunkt steht die Kreislaufwirtschaft in der Textilbranche – und warum „ein bisschen Recycling“ ungefähr so weit reicht wie ein Regenschirm im Orkan. Klaus erklärt, was Kreislaufwirtschaft wirklich bedeutet: Ressourcen schonen, Prozesse neu denken, Kooperationen aufbauen – und endlich anfangen, gemeinsam Lösungen zu bauen, die wirtschaftlich UND sinnvoll sind. Am Ende steht ein Aufruf, der nicht nach Werbeflyer klingt, sondern nach Realität: Allein wird das nichts. 00:00 Intro & Vorstellung Gast 03:00 Herausforderungen für KMU in der Textilindustrie 06:12 Personalmanagement & Cashflow 08:46 Kooperationen zwischen KMU 11:59 Kreislaufwirtschaft: was es wirklich heißt 18:05 Wo es in der Praxis knirscht 24:05 Verantwortung & Ausblick
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    35 mins