Wer mit Sabine Grohs spricht, merkt schnell: Hier sitzt eine Frau voller Energie, Kreativität und Tatkraft. Die gebürtige Montafonerin, heute in Bludenz zuhause, ist vieles zugleich – Kulturmanagerin, Autorin, Musikerin, Verlegerin, Netzwerkerin und Ideengeberin. Vor allem aber ist sie eine leidenschaftliche Kulturvermittlerin, die sich mit großer Hingabe für die kulturelle Entwicklung des Walgaus einsetzt.
Seit einigen Jahren leitet sie den Fachbereich Kultur der Region Walgau – einem Zusammenschluss von 40 Gemeinden zwischen Frastanz und den südlichen Walgaugemeinden. Neben den Bereichen Soziales und Umwelt bildet die Kultur eine der tragenden Säulen dieser regionalen Zusammenarbeit.
„Was gibt es Wichtigeres im Leben als Soziales, Umwelt und Kultur?“, fragt Sabine Grohs. Eine Frage, die ihre Haltung treffend beschreibt.
Mit ihrem Amtsantritt brachte Grohs frischen Wind in die Kulturlandschaft des Walgaus. Ihr Ziel war von Beginn an klar: Kulturschaffende vernetzen, sichtbar machen und unterstützen.
Dafür entstand die Plattform „Kultur im Walgau“, die weit mehr ist als ein Veranstaltungskalender. Künstler, Vereine, Musiker, Autoren, Kulturinitiativen und Veranstalter finden dort Informationen, Kontakte und Hilfestellungen für ihre tägliche Arbeit.
Besonders wichtig ist Sabine Grohs dabei der Gedanke des Teilens.
Viele Informationen, die sie früher als Kulturschaffende selbst mühsam recherchieren musste – von Fördermöglichkeiten über Urheberrechtsfragen bis hin zu Medienkontakten – stellt sie heute gebündelt allen Interessierten zur Verfügung.
Ihr Motto könnte lauten: Wissen vermehren, indem man es teilt.
Als besonderes Herzensprojekt gilt die Walgau Kulturmap.
Die digitale Karte ermöglicht es, Kulturangebote im gesamten Walgau gezielt zu entdecken. Wer beispielsweise einen Chor, eine Harmoniemusik, eine Theatergruppe, einen Künstler oder ein Brauchtumsprojekt sucht, findet über verschiedene Filter rasch die passenden Angebote in seiner Nähe.
Die Idee stammt von Sabine Grohs selbst. Inspiriert durch ihre langjährige Tätigkeit in der Werbe- und Kommunikationsbranche entwickelte sie ein System, das Kultur geografisch sichtbar macht.
Heute umfasst die Kulturmap mehrere hundert Einträge. Künstler und Kulturvereine erhalten dort sogar die Möglichkeit einer kleinen eigenen Präsentationsseite – eine wertvolle Chance gerade für jene, die keine eigene Website betreiben.
Die Kulturmap ist damit weit mehr als ein Verzeichnis. Sie wird zunehmend zum digitalen Schaufenster der kulturellen Vielfalt des Walgaus.
Ein weiteres Erfolgsprojekt trägt den poetischen Namen „Haltestelle Kunst“.
Die Idee ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: In jeder Walgau-Gemeinde wird eine Bushaltestelle zur kleinen Galerie.
Großformatige Kunstwerke regionaler Künstler verwandeln Wartebereiche in Ausstellungsorte. Doch damit nicht genug: Zu jedem Bild entstehen literarische Texte, Gedichte oder Kurzprosa, die das Werk interpretieren oder weiterdenken.
So begegnen sich bildende Kunst und Literatur auf ganz besondere Weise.
Was als kleine Initiative begann, entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zu einem beliebten Kulturformat mit wachsender Beteiligung. QR-Codes ermöglichen inzwischen den direkten Zugriff auf die literarischen Beiträge, sodass Fahrgäste die Texte während der Busfahrt lesen können.
„Haltestelle Kunst“ zeigt exemplarisch, wofür Sabine Grohs steht: Kultur soll nicht hinter Museumsmauern verborgen bleiben, sondern den Menschen im Alltag begegnen.
Viele Projekte entstehen nicht am Schreibtisch, sondern im Gespräch.
Sabine Grohs versteht sich weniger als alleinige Initiatorin denn als Ermöglicherin. Zahlreiche Ideen werden von Künstlern an sie herangetragen und gemeinsam weiterentwickelt.
Sie sieht ihre Aufgabe darin, Potenziale zu erkennen, Menschen zusammenzubringen und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit kulturelle Ideen wachsen können.
Gerade darin liegt eine ihrer großen Stärken: Aus kleinen Impulsen entstehen nachhaltige Projekte .