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apolut: Standpunkte

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By: apolut
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Summary
"Standpunkte" ist der zweite Podcast, der bei Apolut sechsmal pro Woche erscheint und Themen aus den unterschiedlichsten Wissensbereichen aufgreift. In ausführlicher, vertiefender Art und Weise werden dem Zuhörer politische, gesellschaftliche aber auch ökologische Zusammenhänge näher gebracht. ➤➤ https://apolut.net/unterstuetzenapolut Political Science Politics & Government
Episodes
  • Der blaue Tsunami | Von Hermann Ploppa
    Nov 5 2026

    Deutlicher als angenommen fiel die vernichtende Niederlage der Republikaner aus. Doch die eigentlichen Verlierer dieser Wahl werden letztlich die einfachen Amerikaner sein.

    Ein Standpunkt von Hermann Ploppa.

    Die Zwischenwahlen in den USA vom 3. November 2026: eine kalte Dusche für die Fieberträume der Oligarchen. Die Herren der Welt, wie unser allseits geschätzter Tech-Billionär Elon Musk, hatten aus ihrer Portokasse hunderte von Millionen Dollar in diese Zwischenwahl gesteckt, um sich die Wahlergebnisse zu kaufen. Die Superreichen investieren natürlich in Politik, um sich durch abhängige Politiker optimale Investitionsbedingungen zu sichern. Insgesamt fast zwölf Milliarden Dollar wurden in diesen Wahlkampf gepumpt (1). Die Tech-Oligarchen fabrizieren sich die öffentliche Meinung mit Zeitungsanzeigen, TV-Werbespots oder Influencern und Bots im Internet nach ihrem Geschmack (2).

    Doch was eigentlich eine kalkulierte Wettbewerbsverzerrung werden sollte, geriet nun zum Stigma für die von den Oligarchen gesponserten Polit-Darsteller. Sie fielen reihenweise durch. Die US-Bürger verjagten sie. Und wählten Menschen aus dem realen Leben, aus der realen Praxis. Leute wie Abdul El-Sayed, der jahrelang die Gesundheitsbehörde von Detroit geleitet hatte. Die Demokraten konnten sich als benachteiligt gegenüber den Republikanern erfolgreich in Szene setzen. Alle Kandidaten der Demokraten verwiesen immer wieder auf die Finanzierung der Republikaner durch die superreichen Gönner. So gelang es den Demokraten, nicht nur die Mehrheit im Washingtoner Repräsentantenhaus, sondern sogar die Mehrheit im Senat zurückzuerobern. Zudem entrissen die Demokraten den Republikanern zahlreiche Gouverneursposten. Gouverneure sind die Regierungschefs der einzelnen Bundesstaaten. Wenn sich die Gouverneure Washington in den Weg stellen, dann kann das schon weh tun. Besonders weh getan hat den Republikanern der Verlust der Macht in Texas. Der 37-jährige Dauerkonfirmand James Talarico errang zum ersten Mal nach vielen Jahrzehnten einen Senatssitz in Texas für die Demokraten. Sein republikanischer Kontrahent Ken Paxton war mit 168 Millionen Dollar Wahlkampfhilfe von Elon Musk in Werbespots hoffnungslos überrepräsentiert gegenüber Talarico (3). Doch genau mit dem Sponsoring seines Rivalen konnte Talarico seine Anhänger zur Wahlurne locken. Genau diese Einmischung der Superreichen veranlasste die Texaner zudem, eine relativ unbekannte Frau aus der Hispanic-Gemeinschaft, Gina Hinojosa, zu ihrer neuen Gouverneurin zu machen.

    Der superreiche Unternehmer Vivek Ramaswami ist uns schon bekannt. Ramaswami sollte eigentlich mit Elon Musk zusammen das so genannte Ministerium für Regierungseffizienz mit anleiten. Doch daraus wurde nichts. Nun versuchte Ramaswami sein Glück als Kandidat für den Gouverneursposten von Ohio. Aus eigener Geldbörse schoss er etwa 50 Millionen Dollar in die Wahlkampfkasse (4). Damit finanzierte er TV-Spots, in denen seine Rivalin Amy Acton unterhalb der Gürtellinie angegriffen wurde (5). Da tauchte nämlich Amy Actons Mutter in einem Ramaswami-Spot auf und berichtete, ihre Tochter sei schon immer eine Lügnerin gewesen. Zur Vorgeschichte: Amy Acton war von ihrem Stiefvater sexuell belästigt worden. Actons Mutter hatte das geduldet und gedeckt. Seit dem frühen Kindesalter hatte Amy ihre Mutter nicht mehr gesehen. Also, eine wirklich schlimme Geschichte. So etwas auszuschlachten und den familiären Schmutz in der Öffentlichkeit auszukehren für die eigenen Wahlkampfzwecke – das bekam Ramaswami schlecht. Auch Republikaner verurteilten diese Schmutzkampagne. In Ohio kam nun zu der Abneigung gegen die Anmaßung der Superreichen noch die moralische Empörung. Ramaswami verlor nicht nur die Wahl krachend gegen Amy Acton – er hatte auch etwa 50 Millionen Dollar verbrannt.

    ...https://apolut.net/der-blaue-tsunami-von-hermann-ploppa/

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    15 mins
  • Friedensverhandlungen ohne Europa | Von Uwe Froschauer
    Nov 2 2026

    – die selbst verschuldete diplomatische Bedeutungslosigkeit

    Ein Standpunkt von Uwe Froschauer.

    Europa will mitreden – aber warum eigentlich?

    Europa fürchtet, bei den Friedensverhandlungen zwischen Russland, den USA und der Ukraine außen vor zu bleiben. So berichtet die britische Financial Times am 30. Oktober 2026. Die europäischen Regierungen sind uneins darüber, wie sie Einfluss auf die geplanten Gespräche nehmen sollen. Während einige einen direkten Dialog mit Moskau befürworten, lehnen andere solche Kontakte ab. Ausgerechnet Deutschland, Frankreich und Großbritannien gelten als mögliche europäische Vertreter am Verhandlungstisch.

    Und ich frage mich: Was bilden sich die Verantwortlichen in Berlin, Paris und London eigentlich ein? Woher nehmen ausgerechnet diese drei Regierungen das vermeintliche Recht, an einem Verhandlungstisch Platz zu nehmen, an dem über einen Frieden gesprochen werden soll, den sie durch ihre Politik über Jahre erschwert haben? Wer immer neue Waffenlieferungen beschließt, auf Sanktionen, militärischen Druck und Konfrontation setzt und ernsthafte diplomatische Initiativen vermissen lässt, kann nicht erwarten, anschließend auch noch als Friedensstifter hofiert zu werden.

    Was wollen diese Regierungen überhaupt am Verhandlungstisch? Den Frieden ermöglichen, den sie jahrelang nicht ernsthaft genug gesucht haben? Oder verhindern, dass ein Friedensschluss ihre bisherigen Entscheidungen infrage stellt und sie sich für ihren verhängnisvollen Kurs rechtfertigen müssen?

    Für mich wäre ihr Ausschluss keine diplomatische Katastrophe, sondern die logische Konsequenz ihrer eigenen Politik. Wer jahrelang Öl ins Feuer gießt, sollte sich nicht wundern, wenn andere irgendwann beschließen, ihm die Streichhölzer wegzunehmen.

    Natürlich hat Europa Sicherheitsinteressen. Eine künftige Friedensordnung wird Auswirkungen auf den gesamten Kontinent haben. Aber daraus erwächst kein automatischer Anspruch von Friedrich Merz, Emmanuel Macron oder der britischen Regierung, bei jeder Verhandlungsrunde mit am Tisch zu sitzen.

    Europa hat sich selbst an den diplomatischen Rand manövriert. Und jetzt beklagt es seine Bedeutungslosigkeit.

    Die selbst verschuldete diplomatische Isolation

    Über Jahre wurde in europäischen Hauptstädten vor allem darüber gesprochen, welche Waffen die Ukraine noch benötigt, welche Sanktionen Russland zusätzlich treffen könnten und wie der militärische Druck erhöht werden soll. Wer hingegen auf Verhandlungen drängte, musste sich den Vorwurf gefallen lassen, russische Interessen zu bedienen.

    Die europäische Führung hat damit ein Klima geschaffen, in dem Diplomatie zunehmend als Schwäche und militärische Entschlossenheit als politische Verantwortung galt. Dass die Ukraine nach dem russischen Einmarsch das Recht hat, sich zu verteidigen, steht außer Frage. Daraus folgt aber nicht, dass jede weitere Eskalationsstufe sinnvoll oder jeder diplomatische Vorstoß aussichtslos gewesen wäre, oder Herr Merz?

    ...https://apolut.net/friedensverhandlungen-ohne-europa-von-uwe-froschauer/

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    19 mins
  • China steigt auf – Europa steigt ab! | Von Jochen Mitschka
    Oct 29 2026

    Die EU will China sanktionieren? Chinas Aufstieg im Faktencheck

    Eine Analyse der globalen Wirtschaft zeigt, dass China, aber auch Russland, versuchen, sich von dem Niedergang des westlichen Finanz- und Wirtschaftssystem abzukoppeln, damit die erwarteten Auswirkungen möglichst gering für diese Länder ausfallen. Ob sie das schaffen werden, ist unklar. Villeicht kann ein Faktencheck über die Behauptungen des Aufstiegs Chinas erkennbar lassen, ob ihre Politik der Distanzierung erfolgreich sein wird.

    Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

    Professor Richard Wolff erklärte in einem Interview in Going Underground, dass es das Ziel von Russland und China war, sich von dem Zerfall der alten Imperien abzukoppeln. Zu beobachten sei im Fall der USA das, was früher oder später allen alten Imperien passierte: Es hat sich übernommen. Es hat auf zu viele Arten versucht, das Imperium gegen den Widerstand zu vieler Menschen, welche die Dominanz des Imperiums aus zu vielen Richtungen gleichzeitig hinterfragten, aufrecht zu erhalten, statt eine neue Rolle als Gleicher unter Gleichen zu akzeptieren.

    Der Aufstieg Chinas

    Ein viraler Beitrag legt dem russischen Außenminister Sergej Lawrow einen Satz in den Mund und hängt über fünfzig Superlative an. Schauen wir uns an, was dahinter steckt.

    So steht es in einem von mehreren Beiträgen, die derzeit in den sozialen Netzwerken kursieren. Darunter folgt eine lange Aufzählung: 800 Millionen Menschen aus der Armut geführt, mehr Hochgeschwindigkeitsbahn als der Rest der Welt, mehr Zement als alle anderen zusammen. Das Ganze ist als Triumphzug aufgemacht, im Hintergrund schwingen Kriege und Oligarchen mit, die es im Westen gab.

    Das meiste in der Liste ist tatsächlich korrekt, und Chinas Aufstieg ist real und historisch einmalig. Es überholt den Erfolg des deutschen "Wirtschaftswunders" der Nachkriegszeit bei weitem. Doch an mehreren Stellen wird aufgerundet, mit veralteten Zahlen gearbeitet oder etwas behauptet, wofür sich keine Quelle finden lässt.

    Was Lawrow erklärt

    Im Mai 2022 sagte Lawrow auf einem Bildungsforum, China habe den Westen mit dessen eigenen wirtschaftlichen Regeln geschlagen, woraufhin der Westen die Regeln umschreiben wolle. Im Februar 2023 bezog er das auf die Welthandelsorganisation: Deren Streitbeilegung sei blockiert, weil China die USA auf deren Spielfeld besiege. Die jüngste Fassung, die man findet, stammt vom 10. Dezember 2025: Vor dem Föderationsrat erklärte Lawrow, China sei zur Hauptbedrohung erklärt worden, weil es die Regeln der „seligmachenden“ Globalisierung akzeptiert und besser gespielt habe als deren Erfinder.

    Die Zahlenliste stammt nicht von Lawrow. Sie ist ein Anhang aus dem Netz, ebenso der Seitenhieb auf amerikanische Kriege und Oligarchen.

    „China hat die USA bei ihrem eigenen Spiel der Globalisierung geschlagen, indem es nach deren eigenen Regeln gespielt hat.“...https://apolut.net/china-steigt-auf-europa-steigt-ab-von-jochen-mitschka/

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    18 mins
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