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Morgenimpuls

Morgenimpuls

By: DOMRADIO.DE
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Summary

Mit einem guten Gefühl in den Tag starten: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken über Gott und die Welt. Am Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen. Im Radio um 6.15 Uhr und als Podcast.© DOMRADIO.DE Christianity Spirituality
Episodes
  • Wenn eine Wallfahrt hochpolitisch ist
    May 18 2026
    Ich habe ein Plakat gesehen, das in wunderbar grüner Natur eine schmale lange Hängebrücke zeigt, wie es sie in Deutschland mittlerweile einige gibt, über die ein Mann in typischer Wanderkleidung mit festen Schuhen und Rucksack läuft. Und diese Brücken sind ja bei Wind oder Sturm ziemlich wackelige Angelegenheiten. Aber auf dem Plakat stand ziemlich fett gedruckt: „In der Hoffnung leben – auch wenn die Welt wankt“ Männerwallfahrt zum Klüschen Hagis am Fest Christi Himmelfahrt. Und in der offiziellen Verlautbarung heißt es dann: Die Männerwallfahrt lädt dazu ein, Hoffnung nicht als bloßes Warten auf bessere Zeiten oder einfachen Optimismus zu verstehen, sondern als feste Grundeinstellung, die Halt gibt und Orientierung schenkt. Die Wallfahrt bietet die Gelegenheit, anzuhalten, neue Impulse zu erhalten und den eigenen Glauben in Gemeinschaft zu stärken. Auf dem Weg begegnen wir Herausforderungen und Erfahrungen, die uns ermutigen, trotz der Unsicherheiten der Welt bewusst in der Hoffnung zu leben.Und die Männerwallfahrt war immer mitten im politischen Umfeld auch hochpolitisch.1956 nämlich, als sich immer mehr herausgestellt hat, dass sich die Teilung unseres Landes verfestigen würde und die Politik immer kirchenfeindlicher geworden ist, haben einige mutige Männer diese Wallfahrt ins Leben gerufen. Und sie wurde der jährliche Höhepunkt für oft mehr als 20 000 Männer und Jugendliche. Gemeinsam als Christen in einem feindlich gesinnten Umfeld zusammenstehen, Gottesdienst feiern und sich im Glauben stärken lassen, war eine starke Botschaft. Einer der wichtigen Aspekte auf dieser Wallfahrt ist immer die Predigt des jeweiligen Bischofs: Es geht immer um die politische, gesellschaftliche und kirchliche Situation im Land, Missstände werden benannt und Ermutigungen für das Leben aus dem Glauben im Alltag gegeben. Das war zu Zeiten der DDR-Diktatur überlebensnotwendig, damit die Christen mutig und gestärkt weitergehen konnten. Interessanterweise ist die Wallfahrt nie verboten worden. Das haben die Staatsverantwortlichen nicht gewagt. Vielen Männern ist bei vielen Wallfahrten deutlich geworden, dass Christsein immer eine politische Dimension hat: um Gottes Willen für die Menschen da sein, auch wenn es unbequem und gefährlich ist. Der gesellschaftliche Aspekt des Evangeliums wurde für viele Menschen hier erst richtig deutlich. Und der Titel „In der Hoffnung leben, auch wenn die Welt wankt“ ist für mich und dich heute ebenfalls gültig und kann ein Auftrag in den Tag und die Woche sein.
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    5 mins
  • "Maria in der Schachtel"
    May 17 2026
    Mai ist nun einmal der Marien-Monat. Ich find Maria schwierig. Irgendwie ist sie mir fremd. Diese Frau ohne Erbsünde. Auserwählte. Die eine. Als Kind, da hat mein Vater mir von einer Wallfahrt, ich weiß gar nicht mehr von wo, eine kleine Schachtel mitgebracht, auf der eine Kirche abgebildet war und die man öffnen konnte und in die genau eine kleine Marienfigur passte. Ich fand die toll. Die war einer meiner besonderen Schätze meiner Kindheit. Aber ich habe gar nicht so richtig verstanden, dass das eine Heilige ist. Wer das so genau ist, außer eben die Mutter von Jesus. Was dann später nur noch unglaubwürdiger wurde, als man dann verstanden hat, wie das mit Kindern so funktioniert. Und wenn ich im Mai in die Kindertagesstätten hier fahre, dann sehe ich sie. Diese kleinen bunten Marienaltäre oft am Eingang. Da ist so viel Liebe sichtbar. So viel Schönes. Das ist so wunderbar. Und vielleicht geht’s den Kindern auch ein bisschen wir mir mit der Gottes Mutter? Da ist so was Schönes. Auch wenn wir es nicht verstehen? Aber diese kleine Schatulle, die ist mir heute noch wertvoll und hat einen festen Platz. Maria ist mir immer noch fremd. Aber ich habe das mit der Unbefleckten Empfängnis verstanden. Theologisch bedeutet es eben, dass Maria frei von der Erbsünde war. Das kann ich zumindest etwas verstehen. Im Leben wird man krisenfest, wenn man Kohärenz erfährt. Das bedeutet, das, was wir erleben, muss für uns verstehbar sein. Das muss für uns handhabbar sein, damit wir es händeln und anpacken können und es muss Sinn machen. Diese Schatullen hat für mich Maria handhabbar gemacht, ich konnte sie anfassen diese kleine Statur. Der theologische Gedanke zur Erbsünde macht sie mir verstehbarer. Mein Kopf kann das logischer in Einklang bringen. Aber Sinn … Sinn macht das Ganze erst, seitdem Gott in meinem Leben Tag für Tag einen Unterschied macht, weil seine Anwesenheit, sein menschliches Dasein in der Welt erst durch Maria möglich gewesen ist. Und ja – trotzdem ist sie mir fremd. Diese Frau ohne Erbsünde. Auserwählt. Die eine. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.
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    4 mins
  • "Gott bewegt uns"
    May 16 2026
    Brückentage heißen bei uns im Schulkontext bewegliche Ferientage. Klingt auch irgendwie ganz nett. Ja, da kommt wieder was in Bewegung in mir. Ich versuche wieder öfter und regelmäßiger mit dem Fahrrad in die Schule zu fahren. Morgens wenn es noch etwas frisch ist, das mag ich. Ich überquere nur zwei Straßen, den Rest radle ich über weite Felder, die sich auch immer mehr verändern und meist bei uns hier besonders gelb erstrahlen, wenn der Raps beginnt zu blühen. Hier sieht man nicht viele Bäume, eher kleine Hecken und Sträucher am Feldwegrand oder den Weg säumende Kornblumen und roter Mohn. Diese weiten Felder der Zülpicher Börde, die mag ich besonders. Diese Felder, die einen so unfassbar weit schauen lassen und wenn die Sonne scheint, einem viele Sonnenstrahlen, aber auch so wunderbares Licht am Morgen schenken. Die Goldene Stunde. Wie wunderbar es ist dann zu radeln. Ja, so idyllisch kann mein Morgen sein. Aber nur, wenn ich es wirklich schaffe früher aufzustehen als sonst, mein Rad aus dem Gartenhaus zu holen, wenn ich es denn finde und wenn ich eben wieder mehr in Bewegung komme. Gott und ich - wir sind auch in Bewegung. Ich rede jeden Tag von ihm und über ihn im Unterricht. Ich glaube, dass er mich trägt und erträgt, wenn ich auch Schwere und Tiefe mi tragen darf in wertvollen Beratungskontexten. Und ich glaub manchmal, ich rede viel zu wenig mit Gott. Ich bete. Aber ich bin keine Vorzeige-Beterin. Ich habe schon oft Bibellesen, Journaling, Gebetsroutinen versucht … aber ich bin kein Routine-Mensch. Ich bin einfach zu gerne eben in Bewegung. Ich liebe es, Neues auszuprobieren und schaffe es nicht einmal im gleichen Restaurant zweimal das Gleiche zu essen. Ich bin einfach viel zu neugierig. Und Gott, du weißt das doch. Du gehst mit, egal ob ich gehe, laufe, hüpfe oder tanze. Mein Gott ist ein bewegender, bewegter und in Bewegung bringender Gott. Und vielleicht habe ich mehr Routine als ich denke. Da morgens auf dem Fahrrad. Da ist Gott doch auch. In mir. In meiner Bewegung. Im Vogelgesang. In der Weite der Felder. Im Duft, der noch so frischen Morgenluft. Im Fahrtwind, der mir das Haar zerzaust. Da im Morgenlicht, das nur einen Moment die wunderschönste Farbe hat, da will ich seufzen. Seufzen ist vielleicht mein Gebt, um mehr mit, statt nur über Gott zu sprechen. Der DOMRADIO-Morgenimpuls: Montag bis Freitag erzählt die Olper Franziskanerin Schwester Katharina von ihren Gedanken zu Gott und der Welt. Samstag und Sonntag sprechen im Wechsel die Religionslehrerin Vanessa Grbavac und Pfarrer Stefan Wißkirchen darüber, wie sie Glauben und Alltag miteinander verbinden. Im Radio um viertel nach 6 Uhr und als Podcast.
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    4 mins
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