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Mama • Baby • Blase

Mama • Baby • Blase

By: Barbara Walcher Lydia Grossgasteiger
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Barbara Walcher, EEH (Emotionelle Erste Hilfe) Therapeutin, und ich, Lydia, sprechen über Schwangerschaft, Geburt und die ersten Lebensjahre mit Baby. Dabei beziehen wir uns auf jene Themen, die in diesem Zeitraum präsent sind und auch mich als Mama bewegen. Wir beide begeben uns auf eine Reise, wo wir selbst noch nicht wissen, wo sie uns hinführen wird. Auf dieser Reise möchten wir euch mitnehmen. Wir versuchen Themen offen zu begegnen und Worte zu finden, wo manchmal Worte noch fehlen. Dabei schauen wir auf Themen, die gerade in meinem Muttersein und in Barbaras Praxis wiederkehrend sind. Wir werden auf physiologische Entwicklungsthemen der Kinder blicken und unsere Ansprüche und Erwartungen hinterfragen. Wir wissen, dass Familie so vieles sein kann und dass das Leben mit Kindern so bunt und verschieden ist, wie es eben Familien gibt. Daher ist uns bewusst, dass wir all diesen Realitäten nicht gerecht werden können. Wir möchten dich, liebe Zuhörerin, einladen, daraus das mitzunehmen, was für dich passt. Alles andere lass einfach hier.Lydia Grossgasteiger Parenting & Families Relationships Social Sciences
Episodes
  • #58 Schlafen
    Jun 12 2026

    Auch bei dieser Folge kann es vereinzelt zu Tonqualitätsproblemen kommen. Wir bitten um euer Verständnis.
    Das Thema kindlicher Schlaf bleibt herausfordernd für Eltern. Aus diesem Grund haben unsere 2. Podcastfolge 2021 bereits diesem Thema gewidmet. Der Schwerpunkt darin ist die Schlafphysiologie. In dieser Folge gehen wir einen Schritt weiter: Wir schauen uns an, wie sich Schlaf in verschiedenen Lebensphasen verändert, was gesunder Schlaf bedeutet und was im Schlaf passiert. Außerdem werfen wir einen kritischen Blick auf die Produkte, die der Markt verspricht, um den Schlaf zu verbessern mit der Fragestellung wie sinnvoll diese wirklich sind.Einen besonderen Augenmerk legt Barbara darauf, was Eltern, vor allem mit Babys oder Kleinkindern, brauchen, um selbst zu ausreichend erholsamem Schlaf zu kommen.
    Die Schlafqualität wird von vielen Faktoren beeinflusst unter anderem von der jeweiligen Entwicklung, gesundheitlichem Zustand oder Hormonstatus. Grundsätzlich unterscheiden wir zwei Schlafphasen: den regenerativen und den integrativen Schlaf. Im integrativen Schlaf verarbeitet der Mensch Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke: Erlebtes wird gespeichert, gefestigt oder aussortiert. Weitaus bekannt ist aus diesem Grund die Empfehlung, mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen auf Bildschirmzeit zu verzichten. Das blaue Licht der Geräte hemmt die Melatoninbildung und dieser digitale Konsum führt zu anhaltender Reizüberflutung mit entsprechender Dopaminausschüttung. Beides hat eine negative Auswirkung auf die Schlafqualität sowie den natürlichen Schlafrhythmus. Das Risiko für Schlaflosigkeit und einer damit einhergehenden Erschöpfung steigt sowohl bei den Kinder als auch bei den Eltern.

    Barbara nimmt uns in ihren Ausführung mit zu den Erfahrungen aus ihrer Praxis: Viele Mütter fühlen sich erschöpft und leiden an einem chronischen Schlafmange. Oft fehlt es ihnen schwer den Partner oder eine andere Bezugsperson aktiv einzubinden. Sie vergessen dabei: Entlastung ist möglich. Unabhängig davon, wie eine Mutter ihr Kind ernährt, darf sie sich erlauben, die Fürsorgearbeit zeitweise. Das gilt auch für das Stillen: Stillen und Erholung schließen einander nicht aus.

    Dabei gilt: Gut auf die eigenen Ressourcen zu achten, das eigene Energieniveau im Blick zu behalten und für sein eigenes Wohlergehen Sorge zu tragen. Denn nur wer selbst in seiner Kraft ist, kann gut für sein Kind sorgen. sich Schließlich ist es für das Kind von grundlegender Bedeutung, dass es den Eltern gut geht.

    Im Alltag ist das leichter gesagt als getan. Viele Eltern haben hohe Ansprüche an sich selbst und gehen dabei weit über ihre eigenen Grenzen hinaus. Manchmal braucht es genau diese Erfahrungen, um sich selbst besser kennenzulernen, seine eigenen Bedürfnisse zu erkennen, Grenzen zu wahren und Warnsignale frühzeitig bewusst wahrzunehmen. Es ist die Basis für ein tragendes, wohliges Miteinander.
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    44 mins
  • #57 Nähe und Distanz
    May 8 2026
    Hinweis: Bei dieser Aufnahme gab es technische Schwierigkeiten, weshalb die Tonqualität stellenweise holprig ist.

    Gesellschaftliche Angst vor dem VerwöhnenIn unserem Kulturkreis ist Autonomie ein hohes Gut. Viele Eltern befürchten, ihr Kind zu verwöhnen oder zur Unselbstständigkeit zu erziehen, zum Beispiel wenn es im Elternbett schläft oder im Tragetuch getragen wird. So werden Kinder oft in eine Selbstständigkeit gedrängt, die ihrer Entwicklung nicht angemessen ist. Elterliche Interaktionen rund um Schlafen, Essen oder körperlicher Nähe entsprechen dabei häufig nicht den individuellen Bedürfnissen, weder jenes des Kindes noch jenen der Eltern. Sie entstehen über Vorstellungen, wie ein Kind sich verhalten sollte, nicht selten aufgrund einer gesellschaftlichen "Norm".
    Was Autonomie wirklich bedeutetAutonomie bedeutet Selbstbestimmung. Es ist das Erleben, dass ich auf etwas einwirken kann. Das zeigt sich bereits bei der Geburt, vorausgesetzt diese kann sich aus eigener Kraft heraus stärkend entfalten. Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen, Dinge aus eigener Kraft zu schaffen. Kinder zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr haben dafür ein klares Lieblingswort: alleine. Sie wollen Dinge 'lleine tun: gehen, Treppen steigen, Schuhe anziehen, essen. Für Eltern ist das ein täglicher Balanceakt: Wann kann ich dem Kind was zutrauen? Wo benötigt es noch Unterstützung? Wo liegen die Grenzen dessen, was noch zu gefährlich ist? Das ist komplex und erfordert in vielen Situationen ein sorgfältiges Abwägen.
    Was sichere Bindung bedeutetEine hilfreiche Metapher in Bezug auf eine tragende Bindung ist das Bild des Hafens. Es bedeutet, dass das Kind über die Eltern Orientierung und Sicherheit erfährt. Sie sind für das Kind der zentrale Referenzpunkt. Von diesem Zentrum aus erkundet es die Welt. Zunächst entfernt es sich nur wenige Meter. Immer wieder dreht es sich dabei um, sucht den Blickkontakt zur Bindungsperson um sich rück zu versichern und zu entscheiden, geht es weiter hinaus in die Welt oder kehrt es zurück zum vertrauten Hafen. Das Kind bewegt sich weg mit der Gewissheit, dass der Hafen bleibt. Dies können wir bereits bei der Geburt beobachten: In dieser Welt gelandet sucht es die vertraute Andockstelle. Über die mütterliche Stimme, ihren Geruch, ihren Herzschlag und dem Rhythmus ihrer Atmung findet es den Weg und dockt im besten Fall unmittelbar nach dieser abenteuerlichen Reise erneut bei ihr an. Aufgetankt und gerastet erkundet es weiter, bewegt sich zum nächsten vertrauten Elternteil. Es folgt seinem Entdeckungs- und Neugierdedrang, kurzum seinem Autonomiebedürfnis. Dieses Muster wiederholt sich: weg vom Zentrum nach außen, zurück zum Zentrum und im nächsten Moment wieder weiter hinaus in die Welt. Diese Erfahrung von Nähe und Distanz wiederholt es. Immer und immer wieder. Bis es irgendwann mutig sich alleine hinauswagt um die Welt zu umsegeln, immer mit dem Wunsch und dem Vertrauen, irgendwo neu andocken zu können.

    Was Kinder uns lehrenIn dem Moment, in dem wir uns für die Elternschaft entscheiden, sind wir gefordert neue Sichtweisen zu erfahren. Das ist herausfordernd, weil wir dabei vielem begegnen, mit dem wir nicht gerechnet haben. Es kann uns helfen, dieses Neue als Entwicklungsmöglichkeit zu begreifen, uns zu öffnen für das, was ungeplant über die Kinder in unser Leben kommt. Wir bekommen als Eltern ein breit gefächertes Übungsfeld im Umgang mit Angst, dem Zutrauen und dem Loslassen von Kontrolle. Über diese Auseinandersetzung entsteht Verbundenheit. Wir lernen uns in neuen Facetten kennen, Körpererinnerungen führen uns zu hilfreichen Erkenntnissen, erfahren, dass uns das Leben selbst jenseits unseres Wissens vieles lehrt. Manchmal sind es auch Schicksalsschläge, die uns fordern anzunehmen, was größer ist als wir erfassen können, lassen uns bewusst werden, dass wir das Wesentliche trotz aller Technologie nach wie vor nicht kontrollieren können. Und bei gewissen Ereignissen dürfen wir spüren, dass wir getragen sind von Liebe und Verbundenheit, jenseits von Sichtbarkeit und Messbarkeit.
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    37 mins
  • #56 Wieviel Körpernähe ist gesund?
    Dec 12 2025
    Körperliche Nähe ist ein menschliches Grundbedürfnis. Dennoch fragen wir uns immer wieder: Wie viel Nähe ist gesund? Was bedeutet Verwöhnen? Wo beginnt gesunde, wo überfordernde Körpernähe? Spätestens während der Coronapandemie, in der Körperkontakt plötzlich als Gefahr deklariert wurde, wurde deutlich, wie sehr uns Berührung fehlt. Zugleich zeigen zahlreiche Studien auf, inwieweit körperliche Nähe weitreichende Auswirkungen auf unsere soziale, kognitive, emotionale und körperliche Entwicklung hat. Bereits Babys und Kleinkinder senden deutliche Signale, wenn sie Körperkontakt wünschen. Besonders in den ersten Lebensjahren ist dieses Bedürfnis stark ausgeprägt. Mit zunehmendem Alter wird Körpernähe nicht weniger wichtig, aber sie braucht bewusster gestaltete Momente.
    Körpernähe ist dann gesund, wenn beide Beteiligten sich dabei wohlfühlen. Wir spüren sehr schnell, wenn Zuwendung nur halbherzig geschieht. Deshalb ist es wichtig, gut auf die eigene Körperwahrnehmung zu hören. Das Bild einer Ampel kann dabei helfen: Sind wir auf Grün? Passt es gerade für uns? Manchmal braucht es eine Phase der Annäherung, bevor echter Körperkontakt möglich ist. Das zeigt sich unter anderem dann, wenn Kinder in einem starken Gefühlsausdruck sind: Wut, Traurigkeit, Anspannung. Manche reagieren auf körperliche Annäherung mit Schlagen, Beißen, Wegdrücken oder „Zwirbeln“ mit den Fingern in die Haut der Bezugsperson. Dahinter steht meist ein Zeichen von innerer Not, die sich über solche Abwehrmechanismen ausdrückt.
    Wie können Eltern in solchen Momenten präsent bleiben und gleichzeitig die eigenen körperlichen Grenzen wahren? Schließlich ist Schmerz durch einen Schlag oder Biss real. Die erste Reaktion darauf ist oft Flucht oder Abwehr. Das ist ein natürlicher Schutzmechanismus. Und was, wenn es den Eltern selbst zu viel wird?

    Kinder lernen am Modell Körpergrenzen zu respektieren. Wenn wir uns erlauben, für unsere Bedürfnisse einzustehen, finden wir auch immer wieder neu in eine gemeinsame Balance. Genau das stärkt Bindung.Mit zunehmendem Alter kann Körpernähe in vielfältiger Form gelebt werden: über Körperpflege, spielerische Momente, Sport oder gemeinsame Aktivitäten. Körperkontakt bleibt ein lebenslanges Bedürfnis, von der Wiege bis zur Bahre. Denn Berührung ist ein wesentlicher Teil unserer Kommunikation.
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    48 mins
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