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Die Zu Spät Show

Die Zu Spät Show

By: Ian DeBay
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Ein Late Night Comedy Podcast. Gesellschaft, Politik, Klima, Alltag satirisch betrachtet, mit viel schwarzem Humor. Je dunkler die Nacht, umso dunkler der Humor.© 2025 Ian DeBay Performing Arts Social Sciences Stand-up Shows
Episodes
  • Trump, Tech-Bros und Kapernbeeren: Das Manifest des Nicht-Nachdenkens
    Jan 29 2026

    Ich hatte die totale Blockade. Zu viele Ideen und dann wieder keine. Ich habe es mit Spazierengehen probiert und prokrastinieren, ich habe sogar das obligatorische Glas Babyblut getrunken – nichts hat geholfen. Also habe ich mich für die radikalste Lösung entschieden: Das Skript weglassen. In dieser Folge geht es nämlich genau darum: Das Denken einfach mal sein lassen und stattdessen ins Tun kommen. Ein Konzept, das momentan erschreckend gut zu funktionieren scheint.

    Das Erfolgsrezept: Erst handeln, dann (vielleicht) ignorieren

    Wenn man sich auf der Welt umsieht, scheint „Nicht-Nachdenken“ das neue Gold der Erfolgreichen zu sein. Man muss einfach nur handeln, völlig egal, wie absurd oder erratisch das Ganze wirkt. Wenn dabei Fehler passieren oder – ups – Menschen zu Schaden kommen, kann man es hinterher immer noch verneinen oder eine alternative Version der Wahrheit erfinden.

    Schauen wir uns das Paradebeispiel an: Donald Trump. Er hat das Prinzip perfektioniert. Er handelt einfach, er tut und tut, und plötzlich ist er der „beste Präsident aller Zeiten“, beendet 250.000 Kriege und bekommt den Friedenspreis der FIFA (der natürlich viel mehr wert ist als der von den Nobel-Leuten). Die Konsequenzen? Völlig egal. Und er ist nicht allein. Die Tech-Bros aus dem Silicon Valley machen es vor: Mark Zuckerberg klaut ein bisschen Code, Elon Musk vermarktet sich als der Macher des Universums – und am Ende zählt nur das Ergebnis, nicht der moralische Ballast im Vorfeld.

    Konsum ohne Reue: Von Kapernbeeren und Krediten

    Aber man muss gar nicht so hoch greifen. Das Prinzip lässt sich wunderbar auf unseren täglichen Einkauf übertragen. Den Konsum, der unser System am Laufen hält.

    Warum über Nachhaltigkeit oder Kinderarbeit recherchieren, wenn man auch einfach kaufen kann? Unser System liebt das Tun, vor allem das Einkaufen. Wenn du Lust auf eine Kapernbeere hast, dann steh auf und hol sie dir aus dem Kühlschrank. Wer nur auf dem Sofa sitzt und über Kapern nachdenkt, wird niemals satt.

    Das gilt für alles: Geh ins Geschäft, kauf alles, was du siehst, und wenn das Geld nicht reicht, nimm einen Kredit auf. Die Schulden können ja deine Kinder bezahlen – oder du gehst zur Not ins Gefängnis. Aber hey, zumindest hast du was getan! Nachdenken verursacht am Ende eh nur eines: Angst. Und Angst hindert dich daran, dein Leben zu leben.

    Kreativität aus dem Chaos

    Natürlich gibt es Ausnahmen. Ich würde jetzt nicht unbedingt empfehlen, ohne Ausbildung am offenen Herzen zu operieren oder Hochspannungsleitungen zu reparieren, nur weil man gerade „im Flow“ ist. Aber im kreativen Bereich ist das Handeln ohne Plan oft die einzige Rettung. Diese Podcast-Folge ist der lebende Beweis. Keine Wiederholungen, kein Abschweifen zu einem anderen Thema, wie gleiches Recht für alle, über das ich ewig lang reden könnte, aber nicht tue, keine Wiederholungen, aber ich bin im Tun.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass das, was man ohne Plan tut, erst einmal „Scheiße“ ist, liegt bei etwa 99 %. Aber das ist egal. Es geht nicht ums Ergebnis, sondern um den Prozess. Je öfter man es macht, desto besser wird es – theoretisch zumindest. Also: Hör auf zu grübeln, fang an zu handeln. Und fang am besten damit an, diesen Podcast zu abonnieren. Ganz ohne nachzudenken.

    Links & Hinweise

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    20 mins
  • Kunst, Kitsch und Kraftfelder: Kann eine Kunstfigur authentisch sein?
    Jan 22 2026

    In der letzten Folge ging es um das Plantschbecken der Authentizität. Heute springen wir eine Ebene tiefer: Wie passt das eigentlich zusammen, wenn man – so wie ich – eine Kunstfigur erschaffen hat? Kann Ian DeBay überhaupt echt sein, oder ist das alles nur ein künstliches Konstrukt in einem dunklen Kämmerchen?

    Die Angst vor dem „K-Wort“

    Eines vorweg: Ich bezeichne das, was ich hier mache, nicht als Kunst. Ein ehemaliger Kollege sagte mal: „Kunst ist, was Scheiße ist.“ Aber selbst das trifft es nicht ganz. Das Wort „Kunst“ ist mir zu groß, zu überwältigend. Es macht mir Angst.

    Während andere sich mutig Künstler nennen, habe ich es nur zum Content Creator geschafft (und das nicht mal bei Humboldt). Um mich zu schützen, habe ich Ian DeBay erschaffen. Ein Alias, ein Schutzschild, eine Maske.

    Warum Ian DeBay existiert

    Warum ein Pseudonym? Ganz einfach:

    • Schutz: Das Internet ist kein Streichelzoo. Ein Alias fängt den Hass ab, bevor er mein echtes Ich erreicht.
    • Freiheit: Als Ian DeBay kann ich Dinge sagen, die ich mich im „echten“ Leben vielleicht nicht trauen würde (obwohl ich dort noch viel schlimmere Dinge tue).

    Aber die Frage bleibt: Wenn Ian DeBay eine Erfindung ist, ist er dann unauthentisch?

    Das künstliche Gespräch in der dunklen Kammer

    Hier sitzen wir nun. Ich in meiner dunklen Kammer, allein mit dem Mikrofon, und stelle mir dich vor. (Du siehst übrigens verdammt gut aus heute!)

    Eigentlich ist diese Situation hier – so künstlich sie auch sein mag – viel authentischer als ein Treffen im echten Leben. Warum? Weil ich im realen Leben viel zu schüchtern wäre. Ich würde unpassend lachen, Plattitüden von mir geben und beschämt auf den Boden schauen.

    In diesem künstlichen Raum hier habe ich mir einen Kokon gebaut. Mikrofon, Schnittprogramm, Firewall. Alles schützt mich vor dir. Und genau dieser Schutz erlaubt es mir, mein wahres Ich zu zeigen – inklusive der dunklen Facetten und der Tatsache, dass ich eigentlich ein „kleiner perverser Sack“ bin, der versucht, sein Inneres zu verstecken.

    Ritterrüstung vs. Enterprise-Schutzschild

    Authentisch zu sein bedeutet, sein Schutzschild herunterzufahren. Aber es gibt verschiedene Arten von Schilden:

    1. Die Ritterrüstung: Schweres Eisen, man sieht kaum noch, wer darin steckt. Das ist die klassische Verstellung.
    2. Das Enterprise-Kraftfeld: Das ist die Kunstfigur. Man sieht alles, man erkennt den Captain, aber die Laserstrahlen der Bösen prallen einfach ab.

    Die Kunstfigur Ian DeBay ist mein unsichtbares Kraftfeld. Sie hilft mir, echt zu sein, ohne dabei völlig schutzlos zu verbrennen.

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    15 mins
  • Auf der Suche nach Authentizität
    Jan 15 2026

    Authentizität. Ein Wort, so abgenutzt wie die Absätze meiner Lieblingsschuhe. Jeder ist es, jeder will es, und am Ende fühlt es sich oft nur noch nach einer weiteren Marketing-Floskel an. In dieser Episode gehe ich der Frage nach, warum „authentisch wirken“ der größte Fehler meiner bisherigen Content-Reise war – und warum ich eigentlich gar nicht Ian DeBay heiße.

    Das Problem mit dem A-Wort

    Wenn man die KI fragt, klingt alles ganz wunderbar: „Authentizität bedeutet Echtheit, Glaubwürdigkeit und Unverfälschtheit.“ Griechisch: authentikós. Super.

    Aber seien wir ehrlich: In der Welt von Influencern und Marken hat das Wort einen schalen Beigeschmack bekommen. Es wird inflationär gebraucht, bis es seine Bedeutung verliert. Für mich fühlt sich das Wort „Authentizität“ im Marketing-Kontext oft so an, als würde ich mich in einem Plantschbecken voller Kotze baden wollen. Keine schöne Vorstellung, oder?

    Trotzdem kam ich am 7. Jänner – dem Tag, an dem für Eltern das Jahr mit dem Schulstart der Kinder erst richtig beginnt – nicht drum herum.

    Vom Größenwahn zur Panik

    Nachdem die Ruhe eingekehrt war, saß ich an meiner Jahresplanung. Visionen, Ziele, das ganze Programm. Keine Sorge, das hier wird kein Optimierungspodcast für Lifestyle-Coaches. Aber ohne konkrete Ziele mäandere ich durch den Tag, bis das Mäandern zum Stillstand wird.

    Dabei passierte Folgendes:

    • Schritt 1: Ich setzte mir gigantische, größenwahnsinnige Ziele.
    • Schritt 2: Ich bekam Panik vor der eigenen Courage.
    • Schritt 3: Ich ruderte zurück zu „realistischen“ Zielen.
    • Schritt 4: Ich plante Content für YouTube und diesen Podcast.

    Und genau da setzten die Zweifel ein. Ist das gut? Interessiert das jemanden? Oder wird das der nächste Flop in meiner noch jungen Selbstständigkeit?

    Der Klick-Moment im Bett

    Ich habe im letzten Jahr viel probiert: Blogs, Newsletter, verschiedene Kanäle. Nichts hat wirklich gezündet. Warum? Weil ich zu viel wollte und nicht klar war, wofür ich eigentlich stehe.

    Mitten in der Nacht zum 8. Jänner machte es Klick: Es fehlte die Authentizität.

    Zuerst ekelte mich der Gedanke an (siehe Plantschbecken), aber dann verstand ich meinen Denkfehler. Ich hatte versucht, Authentizität als Strategie zu nutzen. Ich wollte authentisch wirken, damit du mich magst, damit die Klicks kommen, damit der Erfolg einkehrt.

    Authentisch „wirken“ ist eine Lüge

    Wenn ich Authentizität nur spiele, bin ich wieder in einer Rolle. Egal, ob ich den „alten weißen Mann“ gebe, den Witze-Erzähler oder den Typen, der auf Englisch moderiert – wenn es nur ein Werkzeug zum Erfolg ist, ist es nicht echt.

    Ich habe mich gefragt: Wer bin ich eigentlich?

    Die Antwort ist schmerzhaft: Ich weiß es oft selbst nicht genau. Ich bin Vater und Ehemann, ja. Ich bin Content Creator und Comedian. Aber Ian DeBay? Das ist ein Name, den ich mir gegeben habe. Ein Schutzschild. Mein echter Name ist ein anderer.

    Erfolg neu definieren

    Ich habe erkannt, dass ich Erfolg für mich neu definieren muss. Erfolg ist nicht (nur) die Zahl der Hörer oder das Geld auf dem Konto – auch wenn das nötig ist, um nicht auf der Straße zu landen.

    Wahrer Erfolg bedeutet für mich ab jetzt:

    1. Herauszufinden, wer ich wirklich bin.
    2. Ehrlich authentisch zu sein, statt es nur zu spielen.
    3. Mein Schutzschild zu senken, auch wenn es riskant ist.

    Es ist eine Reise, und diese...

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    16 mins
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