Episodes

  • Was soll der Staat, was bleibt privat, Hannes Blatter?
    Mar 11 2026

    Fünf Jahre Breakdown – das heisst fünf Jahre Polit-, Wirtschafts- und Wissenschaftsprominenz am Podcastmikrofon. Zu Gast waren unter anderem Philomena Colatrella, Lukas Engelberger, Flavia Wasserfallen oder Katrin Crameri. Die Themen waren stets brisant und aktuell: Medikamentenmangel, der Umgang mit Long Covid oder die Umsetzung der Pflegeinitiative – um nur einige zu nennen.

    In der letzten Folge wechselt Hannes Blatter die Perspektive: vom Co-Host zum Gast. Denn mit der finalen Episode der zweiten Staffel endet auch sein Mandat als Geschäftsführer des Luzerner Forums.

    Fünf Jahre Breakdown – was bleibt? Mirjam und Hannes gehen auf Spurensuche nach Themen, die für die sozialen Sicherungssysteme auch in Zukunft zentral sein werden. Im Zentrum steht eine grundlegende Frage: Welche Aufgaben soll der Staat übernehmen, welche Verantwortung bleibt beim Einzelnen? Oder anders formuliert: Wie lassen sich Solidarität und Eigenverantwortung austarieren? Denn, so Hannes Blatter im Gespräch: «Die Kernfrage – wie viel Solidarität wir über unsere sozialen Sicherungssysteme leisten wollen – wird künftig noch dringlicher gestellt werden.»

    Welche Herausforderungen stehen den sozialen Sicherungssystemen bevor? Gibt es heimliche Stars im System? Wer gehört zum Fanclub der Ergänzungsleistungen? Wie beeinflussen gesellschaftliche Entwicklungen die sozialen Sicherungssysteme – und umgekehrt? Welche Rolle spielen Finanzierung und Föderalismus? Wie könnte die Situation in 15 Jahren aussehen?

    Klar ist: Die Systeme entwickeln sich nie im Gleichschritt mit der Gesellschaft. «Die sozialen Sicherungssysteme hinken gesellschaftlichen Entwicklungen immer hinterher», sagt Blatter. «Gut ist es, wenn sie nur einen Schritt hinterher sind – und nicht zwei.»

    Und schliesslich: Mit welchem Song verabschiedet sich Hannes Blatter aus diesem Podcast?

    Mirjam Breu im Gespräch mit Hannes Blatter, Geschäftsführer des Luzerner Forums von 2012 – 2026.

    Aufgezeichnet am 5. März 2026
    Veröffentlicht am 17. März 2026

    Kurzportrait Hannes Blatter

    Hannes Blatter ist selbständiger Politik- und Kommunikationsberater (www.schalltter.ch), Dozent HSLU – Wirtschaft, Verwaltungsrat Viva Luzern AG, Stiftungsrat PKG Pensionskasse und leitet die Projektkoordination für die Entwicklung der neuen Tarifstrukturorganisation EFAS Pflege im Auftrag der Tarifpartner. Er lebt mit seiner Familie in Sursee und spielt Bass bei Jolly & the Flytrap.



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    43 mins
  • IGEL – Integrierte Gesundheitsversorgung Luzern, Michaela Tschuor?
    Jan 26 2026

    In dieser Breakdown-Folge sprechen wir mit der Luzerner Gesundheits- und Sozialdirektorin Dr. iur Michaela Tschuor über IGEL, die Integrierte Gesundheitsversorgung Luzern. IGEL steht für ein Versorgungsmodell, bei dem Spitäler, Hausärztinnen, Pflege, Spitex, Psychiatrie und weitere Akteure im Gesundheitswesen ihre Organisation und Zusammenarbeit neu aufstellen. Ziel ist, Patientinnen und Patienten besser koordiniert, effizienter und durchgängiger zu betreuen.

    Michaela Tschuor findet dieses Projekt besonders wichtig, weil es den Menschen ins Zentrum stellt und nicht die einzelnen Institutionen. Sie sieht darin die Chance, Doppelspurigkeit zu vermeiden und die Qualität der Behandlung zu erhöhen. Gleichzeitig soll IGEL helfen, die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen langfristig zu bremsen. Es geht aber nicht nur um neue Strukturen oder die Digitalisierung, sondern vor allem um einen Kulturwandel in den Köpfen der Fachpersonen. Michaela Tschuor betont, dass Vertrauen, Zusammenarbeit und das Aufbrechen von Silos entscheidend sind, damit IGEL sein volles Potenzial entfalten kann.

    Hannes Blatter und Mirjam Breu im Gespräch mit Dr. iur Michaela Tschuor, Luzerner Gesundheits- und Sozialdirektorin.

    Aufgezeichnet am 17. Dezember 2025
    Veröffentlicht am 27. Januar 2026

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    32 mins
  • Schaffen wir die Digitalisierung im Gesundheitswesen, Katrin Crameri?
    Dec 18 2025

    Ja, wir sind top. Wenn es um die digitalen Systeme einzelner Akteurinnen und Akteure geht. Zum Beispiel um die Klinikinformationssysteme von ausgewählten Spitälern. Eher auf der Seite flop ist die Schweiz dann, wenn es um die Vernetzung dieser Systeme geht. Das hat viel mit unserem liberalen Gesundheitswesen, aber auch mit Kantönligeist und Föderalismus zu tun. Jeder kann, wie er will, gesteuert wird wenig.

    Das libarale und föderalistische System nicht aushebeln und trotzdem dafür sorgen, dass Daten zwischen den Systemen A und B oder auch C einfacher und gleichzeitig sicher fliessen können – dem widmet sich das nationale Projekt DigiSanté. Kopf dieses Projekts ist Katrin Crameri, die Co-Leiterin der Abteilung Digitale Transformation beim BAG.

    Sie ist zu Gast bei Breakdown und erklärt Hannes Blatter und Mirjam Breu dieses mehrere hundert Millionen Franken teure und auf zehn Jahre ausgelegte Projekt.

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    32 mins
  • Ist das Modell Suva fit für die Zukunft, Felix Weber?
    Nov 17 2025

    Skifahren, umfallen, Bein brechen. Oder: Säge bedienen, ausrutschen, Schnittwunde in der Hand. Klassische Unfälle, Fälle für die Unfallversicherung. Oft kommt hier die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva ins Spiel, Teilmonopolistin und grösste Versicherung auf diesem Gebiet.

    Rund die Hälfte aller Arbeitnehmenden ist bei der Suva obligatorisch gegen Unfall in Beruf und Freizeit versichert. Wie tickt und funktioniert der Schweizer Unfallversicherungsmarkt, und wie das Modell Suva? Und warum ist ein Unfall nicht immer das was er zu sein scheint, sondern manchmal eben auch eine Krankheit? Und warum kann das weitreichende Folgen haben für mich als Versicherte?

    Diese Fragen klären Hannes Blatter und Mirjam Breu in der aktuellen Folge von Breakdown mit Felix Weber, dem CEO der Suva. Von ihm wollen wir auch wissen, ob dieses Modell, das auch schon als «Schweiz im Kleinen» bezeichnet wurde, fit ist für die Zukunft.

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    31 mins
  • Bilaterale III – Sind unsere Sozialversicherungen zu attraktiv, Stephan Cueni?
    Oct 27 2025

    Die neuen EU-Verträge sorgen in der Schweiz für hitzige Diskussionen – auch beim Thema Zuwanderung. Politikerinnen und Politiker befürchten, dass unser Sozialsystem durch neue Regelungen stärker belastet werden könnte. Doch wie berechtigt sind diese Sorgen wirklich?

    In der aktuellen Episode sprechen Mirjam und Hannes mit Stephan Cueni, Vizedirektor des Bundesamts für Sozialversicherungen, der im BSV für internationale Angelegenheiten zuständig ist. Cueni erklärt, weshalb die Schweiz auch mit den neuen EU-Verträgen keine massive Zunahme an Sozialhilfefällen erwartet. Zudem zeigt er auf, welche Rolle Familiennachzug und Daueraufenthalt künftig spielen könnten. Wir sprechen über Zahlen, Risiken – und darüber, warum EU-Bürgerinnen und -Bürger bisher eher Nettozahlende in unsere Sozialversicherungen waren. Ist der oft zitierte «Sozialhilfetourismus» also bloss ein Mythos? Antworten gibt’s im Gespräch mit Stephan Cueni – ab dem 28. Oktober 2025 überall, wo es Podcasts gibt.

    Hannes Blatter und Mirjam Breu diskutieren, ordnen ein und klären Details mit Stephan Cueni, Botschafter und Vizedirektor BSV, zuständig für Internationale Angelegenheiten.

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    29 mins
  • Rentenbemessung bei der IV – Wie gerecht ist dieses System, Thomas Gächter?
    Aug 25 2025

    In dieser Folge von Breakdown geht es um die Rentenbemessung der IV und deren Fallstricke. Die zentrale Kritik richtet sich gegen die heutige Bemessung, die von einer Lohn-Tabelle ausgeht, die nicht angemessen ist und von einer Praxis, die von einem «ausgeglichenen» Arbeitsmarkt ausgeht und reale Gegebenheiten oft ignoriert. Für Betroffene kann das dazu führen, dass sie trotz attestierter Invalidität keine oder eine sehr tiefe Rente erhalten und keine Möglichkeit haben, das fehlende Einkommen zu erwirtschaften, weil es im realen Arbeitsmarkt keine Stellen für sie gibt.

    Dr. Prof. Thomas Gächter, Professor für Sozialversicherungsrecht und Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Uni Zürich, erläutert, wie LSE-/Referenzlohn-Tabellen funktionieren und wo sie scheitern. Zu hohe Referenz-Löhne und fehlende realistische Arbeitsmöglichkeiten führen zu Ungerechtigkeiten. Stossend ist, dass für Einkommen unter 100'000 Franken jährlich – das dürfte die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung sein – das Leistungsversprechen der IV kaum noch eingelöst wird. Das fehlende Einkommen aus Renten wird in der Regel über die sozialen Familiensysteme oder über die Sozialhilfe aufgefangen.

    Die Probleme sind sowohl den Fachpersonen als auch der Politik bekannt. Eine Reform der Bemessungsgrundlagen, damit das System fairer ausgestaltet werden kann, würde aber zu deutlich höheren Kosten in der Invalidenversicherung führen. Dies ist politisch kaum mehrheitsfähig. Aktuell werden politische Vorstösse im Parlament diskutiert, doch die Umsetzung bleibt schwierig. Der Druck dürfte zunehmen, da insbesondere psychische Erkrankungen weiterhin deutlich zunehmen.

    Hannes Blatter und Mirjam Breu diskutieren, ordnen ein und klären Details mit dem Experten Dr. Prof. Thomas Gächter.


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    31 mins
  • Gesundheitsversorgung der Zukunft – Was bringt Health 2040, Manuela Oetterli?
    Jun 16 2025

    Wie stellen wir eine gute medizinische Versorgung sicher, wenn Hausärzte fehlen, die Bevölkerung altert und Pflegepersonal knapp wird? Der Aktionsplan Health 2040 gibt Antworten. Statt zentraler Lösungen setzt das Modell auf lokal organisierte Versorgungsnetzwerke – zugeschnitten auf rund 10.000 Personen pro Quartier.

    Dabei wird Gesundheit nicht isoliert betrachtet, sondern im Zusammenspiel mit dem sozialen Umfeld gedacht. Koordinationszentren, neue Rollen im Gesundheitswesen und niedrigschwellige Angebote sollen insbesondere vulnerable Gruppen besser erreichen – etwa Menschen mit Sprachbarrieren oder Seniorinnen und Senioren.

    Public-Health-Expertin Manuela Oetterli erklärt im Podcast Breakdown, warum jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die Weichen zu stellen. Der Aktionsplan will nicht nur auf dem Papier überzeugen, sondern konkrete Lösungen für den Alltag liefern – menschennah, praxisnah, generationenübergreifend. Ein Modell mit Zukunft?

    Hannes Blatter und Mirjam Breu diskutieren, ordnen ein und klären Details mit der Expertin Manuela Oetterli.

    Aufgezeichnet am 05. Juni 2025
    Veröffentlicht am 17. Juni 2025

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    30 mins
  • Sind IV-Gutachten Glückssache, Karin Hansen und Andreas Dummermuth?
    May 5 2025

    Die Invalidenversicherung ist immer häufiger mit komplexen Fällen konfrontiert. Waren es früher beispielsweise Hüft – oder Knieleiden, die einfach zu diagnostizieren waren, gehen heute schon mehr als die Hälfte der Renten an Menschen mit psychischen Leiden. Zunehmend sind die zuständigen Stellen auch mit diffusen Krankheitsbildern wie zum Beispiel Long Covid konfrontiert.

    Medizinische Gutachten spielen bei Entscheidungen über einen Rentenanspruch oft das Zünglein an der Waage. Dabei gilt der Grundsatz: Je diffuser die Diagnose, desto aufwändiger und langwieriger wird das Gutachten und desto mehr Personen sind involviert. Karin Hansen, Geschäftsführerin der Pensionskasse Rheinmetall, und Andreas Dummermuth, Leiter der IV-Stelle Schwyz, geben im Gespräch mit Mirjam Breu spannende Einblicke. Andreas Dummermuth spricht offen über die Glücks- und Pechmomente im System und über Missstände. So kann es entscheidend sein, welche Gutachterfirma den Fall beurteilt. Je nachdem liegt die Chance auf eine Rente zwischen knapp 3 oder knapp 30 Prozent. Karin Hansen erläutert die Sichtweise der Pensionskassen und fordert bessere Begleitung der Betroffenen. Beide setzen auf Prävention – und blicken auch auf Zukunftstechnologien wie KI. Denn: Ein Gutachten kann über das Leben einer Person entscheiden.

    Hannes Blatter und Mirjam Breu diskutieren, ordnen ein und klären Details mit Karin Hansen und Andreas Dummermuth.

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    31 mins