Zukunft Denken – Podcast cover art

Zukunft Denken – Podcast

Zukunft Denken – Podcast

By: Alexander Schatten
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Summary
Woher kommen wir, wo stehen wir und wie finden wir unsere Zukunft wieder?Copyright 2020 All rights reserved. Science Social Sciences
Episodes
  • 162 — Wer erzählt die Zukunft? Ein Gespräch mit Karl Olsberg
    Oct 28 2026
    Es freut mich besonders, in dieser Episode den Science-Fiction- und Thrillerautor Karl Olsberg zu Gast zu haben. Ich spreche mit ihm gemeinsam mit Markus Klemen, dem Geschäftsführer von SBA Research. Karl Olsberg war als Keynote-Speaker zum 20. Jubiläum des Forschungszentrums für Information Security eingeladen. Karl Olsberg ist Schriftsteller und KI-Experte. Er promoviert 1988 über künstliche Intelligenz, gründet dann mehrere Start-ups und entwickelt 1998 den ersten kommerziellen deutschen Chatbot. Heute verbindet er seine Erfahrung als Autor von Science-Fiction- und Technik-Thrillern mit einem kritischen Blick auf die Chancen und Risiken von KI. Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise Das Buch zum Podcast! Wir beginnen das Gespräch mit dem Begriff der Narrative — welche Rolle spielen sie in der Art und Weise, wie wir die Welt sehen und welche Entscheidungen wir treffen? »We see the world through a story.«, Jordan Peterson »Those who tell the stories run the world.«, George Monbiot Welche Vor- und Nachteile von Narrativen können wir erkennen? Verlieren wir uns in der Komplexität oder in einer Geschichte? Sind Sachbuch und Roman zwei Blickwinkel auf dasselbe Thema? Könnte die Geschichte, etwa Science Fiction, gar den Effekt haben, Leser einzulullen und eben nicht zum Denken über mögliche Probleme anzuregen? Wie sollen wir als Gesellschaft neue Technologien, Themen der Zeit diskutieren und reflektieren? »Als Schriftsteller ist meine Aufgabe zu unterhalten […] und gleichzeitig dieses Szenario dafür zu benutzen, um ein reales Problem vor diesem fiktiven Hintergrund deutlich herauszuarbeiten.« Wie realistisch sollte man als Autor bleiben, und was bedeutet Realismus in der Kunst eigentlich genau? »Mein Job als Science-Fiction-Autor ist es nicht, die Zukunft zu prognostizieren.« Inwieweit beeinflussen Romane und andere kulturelle Artefakte wie Filme unsere Welt und die Zukunft? Ich nenne ein Beispiel: James Doohan, der Montgomery »Scotty« Scott in der Originalserie spielt, erhält von der Milwaukee School of Engineering 1993 einen Ehrendoktortitel in Ingenieurwesen. Anlass war eine Umfrage unter den Studenten der Universität. Ist Science Fiction als Genre in der Krise? Was sagt das über unsere Welt? Was macht einen Roman glaubwürdig? Wie viel verändert sich allerdings wirklich über die Zeit? Besonders über die vergangenen Jahrzehnte? Wird Fortschritt nicht teilweise überschätzt? Hat möglicherweise künstliche Intelligenz hier einen Umbruch gebracht? Beschleunigt sich aktuell die Entwicklung? Begehen wir einen Rückschaufehler, wenn wir heute in die Vergangenheit blicken? Spielt sich oftmals mehr hinter als vor den Kulissen ab? Erkennen wir so im Augenblick eigentlich die Technologie, die die Welt verändern wird? Gibt es einen kategorialen Unterschied zwischen künstlicher Intelligenz und früheren Technologien? Geht es dann in der Kultur darum, den Denkraum größer zu machen? Sollen Visionen gestaltet werden? »Die guten und die schlechten Seiten sind immer beide da, aber die Fiktion neigt dazu, sich auf die guten Seiten zu fokussieren.« Die positive Vision der Gebrüder Wright ist eingetreten, aber nur, weil es uns gelungen ist, die negativen Aspekte weitgehend unter Kontrolle zu halten. Ist die Welt komplexer oder weniger komplex geworden? Was ist der Unterschied zwischen Unsicherheit und Komplexität? Verlieren wir uns in den Möglichkeiten der Welt und der Technik? Verlieren wir den Fokus unseres Lebens? Wie gut altert Science Fiction? Ist nicht bemerkenswert viel eingetreten? Warum funktioniert der Begriff »Science Fiction« heute dennoch nicht mehr? »Wenn Sie auf ein Buch schreiben Science Fiction, dann können Sie sicher sein, dass es sich nicht verkauft.« Faktisch ist aber sehr vieles heute Science Fiction (nach alter Definition), aber man nennt es nicht so. Warum? Verändert manchmal die Prognose das Eintreffen des prognostizierten Effektes? Korrektur: Im Podcast wird der Film »Day After Tomorrow« genannt, gemeint war aber On the Beach. Siehe Referenzen unten. Kann man die Geschichte, das Narrativ, auch wie ein Szenario in der Unternehmensberatung oder der Strategieentwicklung im Unternehmen betrachten? Um damit konsequent verschiedenste Szenarien der Zukunft abzubilden? Kann Science Fiction zukunftsblind machen? Oder im Gegenteil: Kann es zu einer Überschätzung führen? Kann man am Beispiel des Hugging-Face-Vorfalls deutlich machen, welche Rolle Geschichte und Realität spielen? Erleben wir Inszenierung, Hype und Marketing oder tatsächliche Bedrohung? Was sagt dies über die Realität aus? Was können wir aus dem »Jahr-2000-Problem« (Y2K) über dieses Dilemma lernen? »Das Hauptproblem des Jahr-2000-Problems war, dass wir nicht wussten, ob wir eines haben würden.« Kontrolle als Illusion? Was können wir aus der Vergangenheit lernen? Waren die Menschen immer zu blauäugig gegenüber Technik, oder übermäßig ...
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    1 hr and 30 mins
  • 161 — Energiegipfel und Bildungstal, ein Gespräch mit Prof. André Thess
    Oct 15 2026
    Der Titel der heutigen Episode spiegelt einerseits die Themen des Gesprächs wider, greift aber auch den Titel des Buches meines Gastes Prof. André Thess auf: »Der Energiegipfel: Ausweg aus dem Klimakampf«. Ich habe mich auf dieses Gespräch sehr gefreut, denn Prof. Thess ist Professor für Energiespeicherung an der Universität Stuttgart und zudem Experte für Thermodynamik. Er ist aber nicht nur in seiner wissenschaftlichen Arbeit exzellent, sondern trägt auch durch journalistische Artikel und mediale Präsenz zum rationalen und sachlichen Diskurs über komplexe Fragen von großer gesellschaftlicher Tragweite bei. Hexenmeister oder Zauberlehrling? Die Wissensgesellschaft in der Krise Das Buch zum Podcast! Wir beginnen das Gespräch mit der Frage: Was ist die Bedeutung der Energieversorgung in einer modernen Gesellschaft und wo steht die deutsche Energiewende? Wir sind in Europa und besonders in Deutschland seit mittlerweile Jahrzehnten falsch abgebogen. Wie ist das passiert und warum gibt es immer noch kein Gegensteuern? Es wohnen zwei Seelen in der Brust von André Thess: Energieforscher und Ökonom: »Wir sind an der Stelle falsch abgebogen, wo wir die Prinzipien der Marktwirtschaft verlassen haben. […] In dem Maße, wie sich der Staat durch Subventionen und Regularien betätigt hat, hat leider die Qualität der Versorgung abgenommen. Die Preise haben zugenommen, und — was ich persönlich am schlimmsten finde — die Polarisierung der Gesellschaft hat begonnen und die Gesellschaft driftet immer weiter auseinander.« Es gab großen technischen Fortschritt, auch im Bereich der Speicher, sowohl Strom wie auch Wärme und Wasserstoff. Wir erleben also gleichzeitig große Fortschritte und einen dramatischen Niedergang, denn eine Revolution kann man nicht dekretieren. Fluktuierende Energieerzeugung plus Speicher sind auch heute noch in den meisten Fällen deutlich teurer als Alternativen. Warum ist das so? Wie verhält es sich mit den zeitlichen Dimensionen der Energiespeicherung? Von Sekunden über eine Nacht bis zu Wochen oder Monaten? Was würde eine Dekarbonisierung, den aktuellen Ideen folgend, kosten? Wie sieht es mit dem Ressourcen-Bedarf dieser vermeintlich »erneuerbaren« Anlagen aus? »Subventionen verschleiern tatsächliche Kosten.« Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten J. D. Vance spricht mit Mike Rowe über die Energieversorgung der USA vs. China — warum ist das für Europa von großer Bedeutung? »›Man, the thing that you guys have got to do is build the power.‹ The problem is not the data centers. The problem is that the United States is not building electricity generation for a 21st century economy. If you look, there's this chart I'm obsessed with where it looks at the amount of electricity generated by China versus the United States. Okay? In the late 90s, the two lines crossed, meaning the Chinese started making as much power as the United States of America. Since that time, it is flatlined in the US. So, as crazy as this might sound, in 2026, we produce about the same amount of power as we did in 1996 in the United States of America. China has 3xed. So, this is actually not a data center problem. It's a utility and power generation problem.«, J. D. Vance Industriebetriebe machen eine Wanderbewegung weg von Deutschland und hin zu China und den USA. Ist dieser Prozess noch umkehrbar? Haben wir in Europa noch eine Chance? »Die energieintensive Industrie ist die Basis, das Rückgrat jeder entwickelten Industriegesellschaft. […] Energie ist nicht alles, aber ohne Energie ist die Volkswirtschaft nicht in der Lage, wettbewerbsfähig zu arbeiten.« Haben wir einen paradigmatischen Unterschied zwischen der Welt und der EU, besonders Deutschland? Der ganzen Welt scheint klar zu sein, dass Wohlstand von Energie abhängt und die nächsten Jahrzehnte wesentlich mehr Energie benötigen werden, nur die deutsche Elite spricht ständig von weniger Energieverbrauch für Deutschland. Ist das plausibel? Was hat dies mit Bitcoin, künstlicher Intelligenz, Quantencomputern usw. zu tun? »Ich warne vor der Naivität, zu glauben, man könne auf der Basis des heutigen Wissens und der heutigen Welt, allein durch Effizienzbetrachtungen prognostizieren, wie die Energie von morgen aussieht. […] Sie können aus dem Rückspiegel nicht extrapolieren, was vor Ihnen liegt. […] Ich glaube an vieles, aber nicht an das zurückgehende Energiebedürfnis.« Worin ist die Idee der Reduktion des Energiebedarfs ideologisch begründet? Wie gelingt es manchen, offensichtlichen Rückschritt als Fortschritt zu verkaufen? »The world in which we find ourselves at the start of the new millennium is littered with the debris of utopian projects.«, John Gray In einer liberalen und freien Gesellschaft steht es jedem frei, so zu leben, wie er möchte, auch ohne oder mit sehr wenig Energie. Vorsicht scheint immer angebracht, wenn Einzelne ihre ideologischen Konzepte allen anderen zwangsweise überstülpen ...
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    1 hr and 9 mins
  • 160 — Inseln der Ordnung im Meer des Chaos
    Sep 21 2026
    Ich beschäftige mich gerade intensiver mit einer Frage, die im Kern unserer Gesellschaft liegt: was sind Prinzipien des Engineerings von komplexen Systemen, also, was sind elementare und wiederkehrende Aspekte, Prozesse, Verhaltensweisen, denen man begegnet, wenn man versucht komplexe technische Systeme zu bauen, zu warten oder abzulösen und durch neue zu ersetzen. Die Frage nach dem Begriff der Ordnung ist darin eine fundamentale, wenn man komplexe Systeme in einem bestimmten definierten — also ordentlichen — Zustand halten möchte — etwa durch Wartungsmaßnahmen — oder verändern möchte, das heißt von einem Zustand der Ordnung in einen anderen Zustand der Ordnung bringen. Zu verstehen, was Ordnung ist, ist eine Grundlage jedes Engineering und jedes Managementprozesses. Auch jede politische Transformation ist davon abhängig diese Prinzipien im Blick zu haben. Und daher besprechen wir heute sozusagen die Grundlagen dieser Prozesse, die darauf aufbauen. Die Auseinandersetzung mit der Frage, was Ordnung ist, hat aber auch zwei weitere Aspekte Es handelt sich um einen der Begriffe, den wir sofort für offensichtlich halten — you know it, when you see it, aber sobald man beginnt zu versuchen, Ordnung zu definieren, merkt man, wie schwierig das ist. Experiment: drücken Sie den Pause-Knopf und überlegen Sie für sich selbst, wie Sie Ordnung definieren würden. Damit wird diese Auseinandersetzung mit der »Ordnung« einerseits ein Thema, das in sich selbst hochinteressant ist, weil wir ihm ständig ausgesetzt sind aber andererseits auch eine Fallstudie, wenn Sie so wollen, für ein größeres Thema, das ich in einer späteren Episode noch aufgreifen werde. Ich beginne mit der Frage nach den Regimen oder Arten der Ordnung. Dabei ist für unseren Zweck natürlich die selbsterhaltende, dynamische Ordnung komplexer Systeme am interessantesten: »Einfache Ordnung lässt sich definieren, komplexe Ordnung muss erzählt werden.« Aber auch ein vermeintlich banales Beispiel, nämlich, wie die Zahl Pi zu verorten ist, stellt sich als deutlich interessanter und herausfordernder dar, als man erwarten könnte. Auch sehe ich zahlreiche Parallelen zwischen biologischer, also evolutionär getriebener Ordnung und dem Engineering in modernen Techno-sozialen Systemen. »Evolution kann somit als Prozess gesehen werden, durch den ein äußeres Kriterium zu innerer Form wird.« Dann gehe ich kurz auf die Idee der Redundanz als Definition von Ordnung ein, wie von Rupert Riedl vorgeschlagen, sowie auf vergleichbare Ideen der algorithmischen Informationstheorie. Ordnung = Regel × Anwendung Was sind Vorteile und Grenzen dieser Art der Definition? Dann weise ich darauf hin, dass Information und Ordnung keinesfalls miteinander verwechselt werden dürfen, dass es aber wesentliche Abhängigkeiten voneinander gibt und zitiere dazu Michael Polanyi. »DNA configuration, [it] can function as a code only if its order is not due to the forces of potential energy. It must be as physically indeterminate as the sequence of words is on a printed page.«, Michael Polanyi (1968) Dann betrachte ich den Begriff der Ordnung aus einem anderen Blickwinkel und frage, welche Schichten der Ordnung man identifizieren kann und wie das mit dem bisher gesagten in Einklang zu bringen ist: Redundanz — Regel mal Anwendung Constraint — eliminierte Freiheitsgrade Interdependenz — nichts lässt sich verschieben, ohne dass das Ganze verliert. Passung — Passung ist der Anteil der Einschränkungen eines Systems, zu denen sich eine Unterscheidung in seiner Umwelt benennen lässt. Passung ist dabei ein ganz wesentliches Prinzip, wenn es um das Verständnis komplexer Systeme geht. Dann versuche ich die Folgen dieser Prinzipien am Beispiel komplexer technischer Systeme, wie Software, darzulegen. Welche wesentlichen Einschränkungen gibt es bei solchen Systemen: Problemgetragene Einschränkungen Geschichtsgetragene Einschränkungen Was bedeutet dies konkret und wie ist dies in der Praxis zu bewerten und damit umzugehen? Wenn es Ordnung gibt, dann muss es auch Unordnung, beziehungsweise Kräfte und Pfade der Unordnung geben. Welche sind die? »Conservatism starts from a sentiment that all mature people can readily share: the sentiment that good things are easily destroyed, but not easily created.«, Roger Scruton Dann »zeichne« ich ein Bild der Inseln der Ordnung im Meer des Chaos um greifbarer zu machen, was es bedeutet, wenn man Systeme nicht mehr evolutionär weiterentwickeln kann, sondern von eine komplexen und dynamisch stabilisierten Zustand der Ordnung in einen anderen wechseln möchte. Zuletzt mache ich noch auf ein Konzept von Stuart Kauffman aufmerksam: Die »Grenze des Chaos« (edge of chaos) beschreibt einen kritischen Bereich zwischen starrer Ordnung und völligem Chaos. Seine These lautet nicht, dass dynamisch stabilisierte Ordnung, wie Leben, im Chaos gedeiht, sondern dass anpassungsfähige und evolvierende Systeme nahe...
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    45 mins
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