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Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten

Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten

By: SKM Freiburg
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"Mitbestraft - Im Gespräch mit Angehörigen von Inhaftierten" ist ein Podcast, der darauf abzielt, das Bewusstsein für die Herausforderungen und die emotionale Belastung der Familien inhaftierter Personen zu schärfen. Jede Folge bietet einen tiefen Einblick in die individuellen Geschichten und Erfahrungen, um ein Tabuthema in die Gesellschaft zu tragen und Unterstützung zu bieten. Wir begrüßen Gäste, die offen über ihre Erlebnisse sprechen. Freuen Sie sich mit uns auf spannende und aufschlussreiche Themen rund um die Situation von Angehörigen Inhaftierter.SKM Freiburg Social Sciences
Episodes
  • Folge 11: Verurteilt ohne Knast - Auf Bewährung
    May 5 2026

    Bewährung statt Knast: Wie Bewährungshilfe undTäter-Opfer-Ausgleich wirklich wirken

    Bewährung ist mehr als ein juristischer Begriff, sie entscheidet oft darüber, ob ein Leben stabil bleibt oder endgültig aus der Spur gerät. In dieser Folge von Mitbestraft spricht Monika Fröwis mit einem Experten der Bewährungs- und Gerichtshilfe Freiburg über die Bewährungsstrafe, den Alltag der Bewährungshilfe und die Frage, was passiert, wenn Auflagen nicht eingehalten werden. Es geht um Kriminalprognose und Sozialprognose, um Rückfallrisiken, Widerruf und darum, warum Täterarbeit immer auch Opferschutz bedeutet. Dazu gibt es Einblicke in das Entlassmanagement nach der Haft und warum Resozialisierung häufig schon vor der Entlassung beginnt.

    Zu Gast: Herr Topolic von der Bewährungs- und Gerichtshilfe Freiburg
    Herr Topolic arbeitet seit 2009 in der Bewährungshilfe und ist damit seit vielen Jahren nah dran an den Bruchstellen und Chancen im Leben Verurteilter. Er ist nicht nur in der Bewährungshilfe tätig, sondern auch in der Gerichtshilfe, im Täter-Opfer-Ausgleich und war zeitweise in einem Projekt zur Vermeidung von Ersatzfreiheitsstrafen eingebunden. Als Multiplikator verantwortet er zudem das Thema Schuldenregulierung, ein Bereich, der in vielen Bewährungsverläufen eine zentrale Rolle spielt. Sein Arbeitsalltag: viele Gespräche, ein klarer Rahmen und der ständige Balanceakt zwischen Hilfe und Kontrolle.

    Was Bewährung leistet und wo es kritisch wird

    Klar wird: Eine Freiheitsstrafe kann nur dann zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn sie nicht über zwei Jahre liegt, alles darüber muss in der Regel vollstreckt werden. Entscheidend ist die Prognose des Gerichts, also ob jemand sich künftig straffrei führen wird. Herr Topolic beschreibt die Bewährungshilfe als Spagat zwischen Unterstützung und Berichtspflicht an das Gericht, setzt aber auf Transparenz, damit Verantwortung beim Klienten bleibt. Besonders eindrücklich ist seine Einordnung: "Wenn wir Täterarbeitbetreiben, betreiben wir gleichzeitig damit auch immer automatisch einen gewissen Teil an Opferschutz." Auch Zahlen werden genannt: In Baden-Württemberg lag die Widerrufsquote 2024 bei 17,1 Prozent, also schaffen es über 80 von 100 Bewährungsprobanden, die Bewährungszeit ohneWiderruf zu bestehen. Gleichzeitig wird deutlich, wie riskant mehrere parallele Bewährungen sein können, weil bei Widerruf schnell ein Dominoeffekt entsteht und aus wenigen Monaten Haft mehrere Jahre werden.

    Weiterdenken: Täter-Opfer-Ausgleich, Entlassmanagement und Ehrenamt

    Die Folge gibt außerdem einen praxisnahen Einblick in den Täter-Opfer-Ausgleich als freiwilliges Verfahren, meist beauftragt durch die Staatsanwaltschaft. Ziel ist eine außergerichtliche Einigung, Verantwortungsübernahme und Wiedergutmachung, im besten Fall kann das Verfahren eingestellt oder strafmildernd berücksichtigt werden. Thema ist auch das Entlassmanagement mit der JVA Freiburg, um Übergänge aus der Haft in Wohnen, Beratung und Alltag besser zu organisieren. Zum Schluss weist Herr Topolic auf die ehrenamtliche Bewährungshilfe hin: In Baden-Württemberg gibt es fast so viele Ehrenamtliche wie Hauptamtliche, sie übernehmen echte Fallverantwortung und werden dafür sorgfältig ausgewählt und begleitet.

    Erwähnte Kontakte und Verweise aus der Folge

    - Podcast-E-Mail für Rückmeldungen: Podcast@skm-freiburg.de

    - Bewährungs- und Gerichtshilfe Freiburg (Anlaufstelle und Infos, unter anderemzu Außenstellen und Aufgabenbereichen): Homepage der Bewährungs- und Gerichtshilfe Freiburg

    - Hinweis aus dem Gespräch: Kontakt zur ehrenamtlichen Bewährungshilfe kann über die Einrichtung hergestellt werden: freiburg@bgbw.bwl.de Einrichtungsleiter Herr Markus Lausch

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    53 mins
  • Folge 10: In Beziehung trotz Knast – Eine (Ex-) Partnerin erzählt
    Apr 1 2026

    Wenn der Partner in Haft ist: Zwischen Hoffnung, Alltag und Neuanfang

    Plötzlich steht die Polizei vor der Tür, und von einem Moment auf den anderen ist alles anders: In dieser Folge von Mitbestraft, dem Podcast der Straffälligenhilfe des SKM Freiburg, erzählt Frau L. offen, was es heißt, wenn der Partner in Haft ist und man als Angehörige scheinbar gleich mit verurteilt wird. Es geht um Schock und Organisation im Ausnahmezustand, um Kontakt zur JVA unter Corona-Bedingungen, um finanzielle Unsicherheit, Patchwork-Alltag mit kleinen Kindern und die große Frage: Wie lange trägt eine Beziehung trotz Inhaftierung und was braucht es, damit Kinder in dieser Zeit gut begleitet werden?

    Frau L.: Patchwork-Mama zwischen Baustelle, Baby und Behörden

    Frau L. lernt ihren damaligen Partner über eine Baustelle kennen, ein Jahr später folgt die Inhaftierung, für sie völlig unerwartet, hochschwanger und mit zwei Kindern aus erster Ehe. Während ihr Partner direkt in Strafhaft kommt, organisiert sie Unterlagen, Anwalt, klärt parallel Alltag und Betreuung. Später kommen zwei gemeinsame Kinder dazu, dazu das Leben als große Patchworkfamilie mit insgesamt fünf Kindern. Frau L. schildert, wie sie versucht, Stabilität zu halten, Verantwortung zu tragen und zugleich nicht sich selbst zu verlieren.

    Was bleibt, wenn Hoffnung an Grenzen stößt

    Im Gespräch wird deutlich, wie schwer Vertrauen wiegt, wenn Straftaten, Schulden und frühere Bewährung erst nach und nach sichtbar werden. Frau L. beschreibt ihre Hoffnung, dass Haft ein Wendepunkt sein könnte: „Meine Hoffnung war mit der Inhaftierung, dass er es vielleicht merkt, dass es so nicht weitergeht." Gleichzeitig erlebt sie, wie sich Gespräche und Einsichten im Vollzug später nicht im Alltag fortsetzen. Besuche sind wegen Corona kaum möglich, stattdessen gibt es Skype-Termine und viele Briefe, die teils verschwinden oder verzögert werden. Beeindruckend ist ihr Durchhaltevermögen: Sie schreibt wiederholt ans Justizministerium, weil sie Verlegung und Umgang als willkürlich empfindet. Am Ende steht die Erkenntnis, dass Unterstützung auch Klarheit schaffen kann, inklusive Trennung, und dass Ruhe für die Kinder manchmal der größte Gewinn ist.

    Erwähnte Anlaufstellen und Hinweise aus der Folge

    - SKM Freiburg Straffälligenhilfe, Podcast „Mitbestraft" (Kontakt): podcast@skm-freiburg.de

    - JVA Freiburg und Offener Vollzug Emmendingen (Themen: Freigang, Verlegung, Telefonie, Skype-Regelungen)

    - Rechtsanwalt für Strafrecht als frühe Unterstützung bei Haftantritt und Verfahren

    - Justizministerium: schriftliche Beschwerde kann Wirkung zeigen, wenn Angehörige Unstimmigkeiten vermuten

    - Paarberatung und systemische Familienhilfe als Unterstützung in der Patchwork- und Krisensituation

    - Schule, Lehrer, Betreuung: informiertes Umfeld entlastet Kinder und schafft Sicherheit

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    45 mins
  • Folge 9: Therapie hinter Gittern - Der Maßregelvollzug
    Mar 6 2026

    In dieser Folge von „Mitbestraft“ geht es um ein Thema, das viele Angehörige erstmal sprachlos macht: Maßregelvollzug.
    Sozialarbeiter und systemischer Therapeut Danny Ochs aus der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie in Emmendingen erklärt, worum es dabei wirklich geht und warum Maßregelvollzug etwas anderes ist als Gefängnis.

    Eine schwere Straftat und plötzlich taucht ein Begriff auf, der viele erst einmal ratlos macht: Maßregelvollzug. In dieser Folge von Mitbestraft erklärt Danny Ochs aus der Klinik für Forensische Psychiatrie und Psychotherapie Emmendingen, was hinter dem Maßregelvollzug steckt, wie sich dieser von der Inhaftierung in der JVA unterscheidet und warum es dabei nicht um Strafe, sondern um Besserung und Sicherung geht. Es geht um Schuldunfähigkeit, um den Weg vom Ermittlungsverfahren über die Unterbringung nach StPO bis zur Entlassung, und um die Frage, was Angehörige wissen sollten, um besser einordnen zu können, wie Krankheit, Tat und Rückfallrisiko zusammenhängen.

    Gast: Danny Ochs, Sozialarbeiter und systemischer Therapeut in der Forensik

    Danny Ochs arbeitet seit zehn Jahren in der Forensik, zunächst im forensischen Sozialdienst, seit fünf Jahren in therapeutischer Funktion. Er beschreibt, wie ihn das Feld gepackt hat: die Kombination aus Psychiatrie, juristischen Rahmenbedingungen und der zentralen Frage, wie sich Lebensgeschichten so zuspitzen können, dass es zu schweren Straftaten kommt. Seine Perspektive ist geprägt von beidem: therapeutischer Straftatbearbeitung und sozialarbeiterischer Praxis, die beim Übergang in ein stabiles Leben nach der Unterbringung oft entscheidend wird.

    Was im Maßregelvollzug zählt und warum das Ende nicht im Kalender steht

    Ein Kernsatz der Folge: Im Maßregelvollzug geht es nicht um Bestrafung. Stattdessen greift der Staat ein, wenn jemand wegen einer psychischen Erkrankung zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war, aber weiterhin eine Gefährlichkeit bestehen kann. Danny Ochs macht deutlich, wie stark gerade Psychosen die Wahrnehmung verändern können, bis hin zu scheinbar logischen Reaktionen auf eine krankhaft erlebte Realität. Wichtige Aussagen aus dem Gespräch: „Das sind keine Monster, das sind Menschen mit Lebensgeschichten." Und über den therapeutischen Auftrag: „Das Ziel meiner Arbeit ist, dass der Mensch versteht, wie kam es zu dieser Straftat und was hat es mit der Erkrankung zu tun." Daraus entsteht Rückfallprävention ganz praktisch, etwa durch passende Lebensgestaltung, Medikamenten-Compliance oder das Vermeiden destabiliserender Faktoren wie Nachtarbeit. Auch die Unterschiede der Paragrafen werden greifbar: §63 StGB (psychiatrische Erkrankung, Dauer nach oben offen, jährliche Prüfung) und §64 StGB (Sucht, auf zwei Jahre begrenzt, Erfolgsaussicht erforderlich).

    Hilfreiche Verweise und Anlaufstellen aus der Folge

    • Podcast-Kontakt: podcast@skm-freiburg.de
    • Begriffe zum Nachlesen: Maßregeln der Besserung und Sicherung, §63 StGB, §64 StGB, Unterbringung nach Strafprozessordnung (U-Haft-ähnlich)• Genannter Fall zur Einordnung von Verhältnismäßigkeit und externen Gutachten: Fall Mollath (zur eigenen Recherche)

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    51 mins
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