• Gesundheitsversorgung in der Krise. Mit Lukas Maher
    May 29 2026

    Seit 2020 klärt Psychotherapeut Lukas Maher mit seinem Account Systemische Gesundheit auf Instagram Menschen über ADHS oder Autismus auf und wirkt der Tendenz entgegen, beim Thema psychische Gesundheit allzu oft die politische und ökonomische Dimension auszuklammern. Denn diese prägt die Art und Weise, wie neurodivergente Menschen und jene mit psychischen Erkrankungen mit ihren Herausforderungen und Schwierigkeiten umgehen (können).

    Gerade in Zeiten von radikalen Kürzungen und Einschnitten im Gesundheitsbereich ist auch dort ein Klassenbewusstsein wichtig. Maher spricht also in dieser Folge mit Olivier David darüber, was psychische Gesundheit mit der Gesellschaft zu tun hat, in der wir leben, darüber, wie Politik oder Vorurteile auf uns einwirken und weshalb ADHS früher als »Asi-Diagnose« galt.

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    55 mins
  • Menschenrechtsunternehmer und Champagner-Journalisten. Mit Jonathan aka Jon Peaceman
    Apr 28 2026

    Jonathan legt sich in seinem »investigativen Aktivismus« mit den großen Namen der deutschen Öffentlichkeit an, die er regelmäßig faktencheckt und kritisiert - darunter Journalist*innen, NGOs und Menschen, die überall als Menschenrechtsaktivist*innen vorgestellt und herumgereicht werden. Er habe damit angefangen, weil es ja sonst niemand macht, beziehungsweise: viel zu wenige.

    Wir sprechen in diesem Podcast also darüber, was die Abwesenheit von Machtkritik im deutschen Journalismus mit Klasse zu tun hat, wie die bürgerliche Medienbranche funktioniert und wie die Kriege und der Genozid in Nahost all das hierzulande sichtbar machen.

    Anmerkungen und Ergänzungen:

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    1 hr
  • Polizeigewalt als Mittel gesellschaftlicher Disziplinierung. Mit Gonca Sağlam von KOP
    Mar 16 2026

    Racial Profiling, unbegründete Passkontrollen, diskriminierende Beschimpfungen und körperliche Aggressionen, bis hin zur Tötung – rassistische Realität, von der viele Menschen in Deutschland betroffen sind. Sprache oder Hautfarbe, aber auch bestimmte Verhaltensweisen, zugeschriebene politische Einstellungen und Klasse setzen fest, wie die Polizei mit Menschen umgeht. Das »Love-Triangle« zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht verhindert dann allzu oft, dass Betroffene rassistischer Polizeigewalt zumindest im Nachgang Recht erfahren.

    Im Gespräch erklärt Gonca Sağlam von der Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt (KOP), dass die Polizei vor allem ein Instrument ist, um Menschen in ihre sozialen Rollen hineinzudisziplinieren. Vermeintlich abweichendes Verhalten wird zum Sicherheitsrisiko erklärt, das bekämpft und eingedämmt werden muss. Dafür werden polizeiliche Befugnisse immer mehr ausgeweitet. Die Behörde greift immer mehr in pädagogische und psychiatrische Bereiche ein, was »Gift für eine Gesellschaft« sei, so Sağlam. Fragen der gesellschaftlichen Konfliktregelung würden komplett an die dafür überhaupt nicht ausgebildete Polizei abgegeben. Eine gefährliche Entwicklung für jede freie Gesellschaft.

    Dies ist die Premierenfolge unseres neuen Klassentreffen-Hosts Julian Daum. Olivier und Julian werden von nun an im Wechsel Gäst*innen zum Gespräch begrüßen.

    Anmerkungen und Ergänzungen:

    Zum Begriff der Kriminalisierung, über den Gonca Sağlam und Julian im Podcast mehrfach im erweiterten Sinn sprechen: Demnach bedeutet Kriminalisierung nicht unbedingt, dass etwas tatsächlich verboten und strafbar sein muss. Der Begriff beschreibt eher, wie Staat und Gesellschaft mit einem Verhalten umgehen. So sind bestimmte Protestformen vielleicht nicht grundsätzlich verboten, werden aber durch Polizeipraxis oder öffentliche Debatten faktisch kriminalisiert. Auch Menschen ohne Aufenthaltsstatus werden oft kriminalisiert, obwohl ihr bloßer Aufenthalt nicht immer eine klassische »Straftat« im moralischen Sinn ist, sondern eine verwaltungsrechtliche Frage.

    23:48 und 25:34: Bei dem angesprochenen Artikel handelt es sich um einen Instagram-Beitrag für @punktnews, eine neue, von Julian mitgegründete, unabhängige Medienplatform.

    38:35: Als »koloniales Projekt« im engeren Sinne lässt sich die Polizei vor allem in den USA beschreiben, wo diese teilweise direkt aus den früheren Sklavenpatrouillen hervorgegangen ist. In Deutschland hat die Polizei eine etwas andere Geschichte, wurde aber teilweise stark von kolonialen Praktiken und Denkweisen geprägt, was Gonca Sağlam korrekt, etwa mit dem Beispiel der Kessel-Methode beschreibt.

    39:20: Die »Letzte« Generation ist in Deutschland nicht verboten. Es laufen jedoch aktuell mehrere Verfahren gegen die Bewegung wegen des Verdachts der Gründung einer kriminellen Organisation. Zum Begriff der Kriminalisierung siehe oben.
    39:40: Auch »BDS« ist in Deutschland nicht direkt verboten, dieser Punkt gilt nur für Israel. Die Boykott-Bewegung ist in Deutschland aber politischer Repression ausgesetzt. Zum Begriff der Kriminalisierung siehe auch hier oben.

    Weiterlesen:

    Zu ASOG: Berliner Asog-Reform: »Go« für den übergriffigen Staat und Asog-Reform: Gegen den »autoritären Überwachungsstaat«

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    55 mins
  • Wer spricht eigentlich wie über Klasse und warum? Mit Julian Daum
    Jan 18 2026

    Diese Folge ist etwas anderes als die anderen. Denn mit Julian Daum hat Olivier David diesmal einen Gast eingeladen, der von nun an auch als zweiter Host mit Menschen aus Aktivismus, Kultur und der Arbeitsrealität in Deutschland über »Klasse, Krise und Kultur« sprechen wird. Die Folge ist also so etwas wie eine längere Vorstellungsrunde.

    Aber keine Sorge, es geht im Gespräch durchaus ums Eingemachte: Julian berichtet anhand des eigenen Lebenslaufs über die journalistische Arbeit zum Thema Rechtsextremismus, die eigene Klassenunsicherheit und karriereverändernde, postkoloniale Arbeitsbedingungen.

    Außerdem gibt es einen kleinen Vorgeschmack auf kommende Themen. Stichwörter: Klassenverhältnisse als Unterdrückungsinstrument im Westjordanland oder Polizeigewalt aus Klassenperspektive.

    Und keine Angst: Olivier bleibt Klassentreffen natürlich erhalten. Stattdessen werden sich die beiden von nun an abwechseln.

    Zum Weiterlesen

    • Die Autor*innenseite von Julian Daum beim »nd« mit den veröffentlichten Texten
    • Als @julian.reports arbeitet Daum auch neben dem »nd« zu den Themen Faschisierung und rechte Politik in Deutschland, Europa und Westasien

    Minute 06:13: Die Bezeichnung Westasien ist geografisch neutraler und bietet eine Alternative zur kolonial-eurozentrischen Bezeichnung Nahost.

    Minute 12:26: Bei dem archäologischen Ausgrabungsprojekt in Tadschikistan handelt es sich um das Projekt »Torbulok - ein Heiligtum im hellenistischen Fernen Osten«. Julian spricht von einem Tempel. Im Forschungskontext korrekter ist die Bezeichnung Heiligtum.

    Minute 37:34: Die sogenannte »Hilltop Youth« ist Teil der Besatzungsstrategie Israels im Westjordanland. Zu Annexionsbestrebungen vor dem Hintergrund der »Großisrael«-Ideologie hat Julian Daum im »nd« berichtet.

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    41 mins
  • Arbeiterklasse zwischen Spaltung und Solidarität. Mit Nicole Mayer-Ahuja
    Dec 16 2025

    Immer wieder wird über gesellschaftliche Spaltung gesprochen, der entscheidende Faktor Arbeit dabei aber ausgeblendet. In dieser Folge ist Nicole Mayer-Ahuja zu Gast. Die Professorin für die Soziologie von Arbeit, Unternehmen und Wirtschaft an der Universität Göttingen forscht zu prekärer Beschäftigung und Veränderungen der Arbeitswelt. Sie beleuchtet, wie unsere Gesellschaft tiefgreifend durch das Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital geprägt ist: Individueller Aufstieg durch Leistung ist eine Erzählung, die selten aufgeht. Mit Olivier spricht sie über Alternativen und darüber, wie eine Umverteilung von gesellschaftlicher Zeit und Reichtum möglich wird.

    Zum Weiterlesen:

    • »Klassengesellschaft akut. Warum Lohnarbeit spaltet - und wie es anders gehen kann.« von Nicole Mayer-Ahuja, erschienen bei C.H. Beck.
    • »Konfliktfeld Arbeit«: die monatliche Kolumne von Nicole Mayer-Ahuja im »nd«

    Der Podcast Klassentreffen läuft in Zusammenarbeit mit der linken Tageszeitung »nd«. Diese steht zum Jahresende vor einer Finanzlücke von 150.000 Euro. Doch das »nd« bleibt bei der Überzeugung: kein Ausschluss durch Paywalls, sondern freien Zugang zu linken Journalismus für alle – so wie diesem Podcast hier. Jede Spende hilft, dieses Angebot auch morgen noch herauszugeben: dasnd.de/bleibt

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    1 hr and 3 mins
  • Engagierte Kunst unter prekären Bedingungen. Live mit Miedya Mahmod
    Nov 12 2025

    In dieser ersten Live-Folge spricht Olivier David mit Miedya Mahmod über Kunst und künstlerische Praxis unter prekären Bedingungen. Mahmod ist Autor*in und Teil des Künstler*innen-Kollektivs »Parallelgesellschaft«. 2024 las Mahmod auf Einladung der damaligen Jurorin Mithu Sanyal beim renomierten Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt. Im Rahmen des 0 +1 Festivals in Dortmund sprechen beide über bürgerliche Kulturräume und das Verhältnis von engagierter Kunst zu den Kulturräumen des Bürgertums.

    Der Podcast Klassentreffen läuft in Zusammenarbeit mit der linken Tageszeitung »nd«. Diese steht zum Jahresende vor einer Finanzlücke von 150.000 Euro. Doch das »nd« bleibt bei der Überzeugung: kein Ausschluss durch Paywalls, sondern freien Zugang zu linken Journalismus für alle – so wie diesem Podcast hier. Jede Spende hilft, dieses Angebot auch morgen noch herauszugeben: dasnd.de/bleibt

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    1 hr and 2 mins
  • Militarisierung stoppen: Strategien linker Bewegungen – mit »Rheinmetall entwaffnen«
    Oct 18 2025

    In dieser Folge ist Luca von der antimilitaristischen Kampagne »Rheinmetall entwaffnen« zu Gast. Die Kampagne organisiert seit einigen Jahren Camps und Bildungarbeit gegen Krieg, Aufrüstung und Wehrpflicht. Olivier David spricht mit ihm über Polzeigewalt und Strategien der Antikriegsbewegung und die Frage, was eine linke Bewegung der Aufrüstung überhaupt entgegesetzen kann.

    Zum Nach- und Weiterlesen

    Minute 2:38: Das diesjährige Protestcamp von Rheinmetall Entwaffnen in Köln ist deutlich größer als das bisher größte in Kiel im vergangenen Jahr – und auch die Blockaden sind erfolgreicher

    Minute 7:20: Generalstreik legt Italien lahm. Anfang Oktober blockierten Hafenarbeiter die Beladung und Entladung aller Schiffe. Das ist der bisherige Höhepunkt einer Aktion der Hafenarbeiter, die schon vor Monaten begann und in Italien »Tradition« hat

    Minute 11:50: 500 Soldaten der Bundeswehr führten in Hamburg die Übung »Red Storm Bravo« durch. Das Wochenende stand im Zeichen der Kriegsvorbereitung – und des Protests von links

    Minute 13:36: Rheinmetall ist bisher ein Heereslieferant. Nun steigt der Düsseldorfer Konzern in die Marinerüstung ein. Die IG Metall ist mit Blick auf die Beschäftigten skeptisch

    Minute 16:45: Bei der Debatte um die Wehrpflicht entscheidet die Bundesregierung über die Köpfe der Jüngeren hinweg. Für die gealterte Friedensbewegung könnte das die Chance sein, sich endlich zu erneuern, meint Anton Benz

    Minute 18:45: Unfriedliche Kriegsgegner? Polizei verbietet Friedenscamp in Köln der Initiative »Rheinmetall Entwaffnen«

    Minute 22:15: Durch Berufsverbote und Union Busting erleben Aktivist*innen zunehmend Repressionen. Einer von ihnen ist Benjamin Ruß, der dieses Vorgehen als Teil einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung sieht, wie er im Podcast »Klassentreffen« erklärt (auf Spotify hören)

    Minute 29:30: »Diese Gewalt ging bis 5 Uhr morgens«. Täter und Opfer äußern sich zu Kölner Polizeikessel und -gewalt – und kommen zu gegenteiligen Schlüssen

    Sowie: »Zeitenwende und schlichte Rache«. Neue Details zum Kessel gegen Anti-Kriegs-Demo in Köln

    Minute 47:10: Antimilitaristische Camps haben bereits Tradition, nun ziehen sie aber neue Zielgruppen an

    Minute 50:15: Proteste gegen Manöver in Hamburg: Die Nato-Übung »Red Storm Bravo« war ein Test für die Mobilmachung der Zivilgesellschaft

    Der Podcast Klassentreffen läuft in Zusammenarbeit mit der linken Tageszeitung »nd«. Diese steht zum Jahresende vor einer Finanzlücke von 150.000 Euro. Doch das »nd« bleibt bei der Überzeugung: kein Ausschluss durch Paywalls, sondern freien Zugang zu linken Journalismus für alle – so wie diesem Podcast hier. Jede Spende hilft, dieses Angebot auch morgen noch herauszugeben: dasnd.de/bleibt

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    1 hr
  • Kampf um linke Räume – für alle. Mit »Flora für alle«
    Sep 8 2025

    Der Podcast Klassentreffen ist aus der Sommerpause zurück und widmet sich der Frage, wie zugänglich linke Räume sind und wo Handlungsbedarf besteht. Dafür spricht Olivier mit Lea von »Flora für alle«. Die Gruppe kritisiert die Türpolitik der Roten Flora im Hamburger Schanzenviertel und wirft ihr vor, migrantische und Palästina-solidarische Menschen und Gruppen auszuschließen. Sie betont die Bedeutung von Veranstaltungsmöglichkeiten bei der politischen Arbeit und möchte dafür sorgen, dass vorhandene linke Räume keine exklusiven Szene-Klüngel sind.

    Hinweise zur Folge:

    Aus Gründen der Anonymisierung wurde Leas Stimme in diesem Gespräch im Nachhinein leicht entfremdet. Sie heißt zudem eigentlich anders.

    Wir haben der Roten Flora die im Podcast genannte Kritik vorab geschickt und die Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben. Bis zur kommunizierten Frist unserer Podcast-Produktion haben wir darauf jedoch keine Rückmeldung erhalten.

    Ab Minute 16:25 bezieht sich Lea auf das Essay »Wer waren die Antideutschen?« von Leandros Fischer.

    Minute 17:20 bezieht sich auf Gerhard Hanloser, der unter anderem »›Sie warn die Antideutschesten der deutschen Linken‹. Zu Geschichte, Kritik und Zukunft antideutscher Politik« geschrieben hat, erschienen 2022 im Unrast-Verlag.

    Das in Minute 20:32 genannte Interview mit der Antilopen Gang erschien 2014 im »nd«.

    22:35: Die Dokumentation »Zeit der Verleumder« ist frei verfügbar auf Youtube.

    Das um Minute 29:47 genannte Internationale Zentrum (IZ) in Frankfurt wurde Anfang September von der Polizei geräumt.

    In Minute 39 geht es um einen Vortrag der Autorin und Veronika Kracher, den sie im Juli 2025 beim Antifa Tresen in der Roten Flora zu »Antisemitismus und Gewalt in linken Bewegungen« gehalten hat. Zur Transparenz: Veronika Kracher schreibt für »nd« die Kolumne »Jenseits des Patriarchats«, in der sie monatlich über Themen wie Antifeminismus, Rechtsextremismus und Online-Radikalisierung schreibt.

    Der Podcast Klassentreffen läuft in Zusammenarbeit mit der linken Tageszeitung »nd«. Wenn ihr Olivier David darüber hinaus unterstützen möchtet, freut er sich über eine Spende via Paypal: https://tr.ee/8teMo2RQYK

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    57 mins