• Drei Männer für eine Krone
    May 31 2026

    Dresden, 1715. Der Zwinger wächst aus dem Sandstein, und oben auf dem Wallpavillon thront er: Herkules, die Weltkugel auf den Schultern – das steinerne Ebenbild eines Königs, der sich selbst für einen Halbgott hielt.

    Aber wer trägt eigentlich den Herkules?

    Neben anderen strehen vor allem drei Männer hinter dem Glanz der augusteischen Ära. Jakob Heinrich von Flemming, Generalfeldmarschall und kältester Kopf am Dresdner Hof. Balthasar Permoser, Hofbildhauer und Schöpfer vieler Sandsteinfiguren im Zwinger. Und Berend Lehmann, der jüdische Hoffaktor aus Halberstadt, ohne dessen Millionen August der Starke nie König von Polen geworden wäre.

    In dieser Episode treffen sie aufeinander – in einem fiktiven Dialog, gespeist aus historischen Quellen. Es geht um Macht und Kredit, um Konfession als Werkzeug, um das Risiko derer, die im Schatten der Großen operieren.

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  • Der Goldene Reiter — Barock ohne Bremse
    May 10 2026

    Am 26. November 1736 wurde auf dem Dresdner Neustädter Markt ein Reiterstandbild aufgestellt — ohne Trompetenstoß, ohne Festrede, ohne den Herrscher, dem es gilt. August der Starke war da bereits tot. Was blieb, ist eines der eigenwilligsten Denkmäler des europäischen Barock: kein Bronzeguss, sondern getriebenes Kupferblech unter einer Vergoldung und ein präzise kalkuliertes Herrschaftsprogramm — mit dem Löwenfell des Herkules als Schlüssel. In dieser Episode gehen wir der Frage nach, was der Goldene Reiter wirklich zeigt: warum August sich für die Levade entschied, was Ludwig XIV. damit zu tun hat, wie ein Augsburger Handwerker das unlösbare technische Problem löste — und warum die DDR das Monument mit bemerkenswerter Sorgfalt pflegte.

    Die Voiceovers des Hauptteils dieser Episode wurden mit einem KI-Sprachmodell produziert, das auf der Stimme von Michael Brey basiert. Alle Inhalte, Recherchen und kuratorischen Urteile stammen selbstverständlich von uns. Live könnte Ihr uns erleben unter https://www.dresden-stadtfuehrer.de/

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  • August der Starke und die Ironie der Macht
    Apr 12 2026

    Er zerbrach Hufeisen mit bloßen Händen, kaufte sich eine Königskrone mit geliehenem Geld – und rollte dem russischen Zarenreich den roten Teppich nach Mitteleuropa aus.

    Friedrich August I. von Sachsen wollte ein Imperium schmieden, das den Habsburgern und Hohenzollern Paroli bieten konnte. Stattdessen schwächte er eines der reichsten und mächtigsten Territorien des Reiches, verlor Polen an schwedische Bajonette und wurde zum Juniorpartner des Zaren. Ein politisches Desaster auf ganzer Linie.

    Und trotzdem: Wer heute nach Dresden kommt, sieht den Zwinger, das Grüne Gewölbe, das Meißner Porzellan – und staunt.

    In dieser Episode erzählen wir, wie ein barocker Opportunist die Religion zur Ware degradierte, warum ein Trinkgelage in Rawa Ruska das Schicksal Osteuropas besiegelte – und was es bedeutet, ein politischer Verlierer zu sein, der dennoch unsterblich wird.

    Die Voiceovers des Hauptteils dieser Episode wurden mit einem KI-Sprachmodell produziert, das auf der Stimme von Michael Brey basiert. Alle Inhalte, Recherchen und kuratorischen Urteile stammen selbstverständlich von uns. Live könnte Ihr uns erleben unter dresden-stadtfuehrer.de

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    42 mins
  • Herkules – Held und Antiheld
    Apr 3 2026

    Eine Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden vom 22.11.2025—28.06.2026

    Kaum eine Figur der abendländischen Bildtradition ist so widersprüchlich besetzt wie Herkules: Tugendheld und Triebtäter, Erlöser und Zerstörer, göttlicher Auserwählter und tragisch Getriebener. Die SKD-Ausstellung „Herkules – Held und Antiheld" in der Gemäldegalerie Alte Meister versammelt Meisterwerke von der griechischen Antike bis zum Klassizismus. Wir diskutieren, was die Schau leistet, wo sie zögert – und warum gerade Dresden ein privilegierter Ort für diesen Mythos ist.

    Die Voiceovers des Hauptteils dieser Episode wurden mit einem KI-Sprachmodell produziert, das auf der Stimme von Michael Brey basiert. Alle Inhalte, Recherchen und kuratorischen Urteile stammen selbstverständlich von uns. Live könnte Ihr uns erleben unter dresden-stadtfuehrer.de

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    7 mins
  • MICHAEL. Ein Engel geht auf Reisen
    Mar 22 2026

    KUNSTINSTALLATION von REINHARD PONTIUS
    13. Februar – 19. April 2026

    Eine fast drei Meter hohe Holzfigur in der Unterkirche der Frauenkirche lässt einen nicht in Ruhe. Kein Schwert, keine Rüstung — nur ein Blick, dem man nicht entkommt, und eine Hand, die sich öffnet.

    In dieser Episode sprechen wir über Reinhard Pontius' Skulptur „Michael": über den ikonografischen Bruch mit einer jahrhundertealten Kriegertradition, über das Holz der Waldschlösschenbrücke, das aus Dresdner Protest und Verlust eine Figur der Versöhnung werden ließ — und über eine Reise durch Coventry, Vladslo und Auschwitz, die sich unsichtbar in das Werk eingeschrieben hat.

    Kunst, die keine Botschaft im Plakatstil liefert. Sondern Gegenwart erzeugt.

    Die Voiceovers des Hauptteils dieser Episode wurden mit einem KI-Sprachmodell produziert, das auf der Stimme von Michael Brey basiert. Alle Inhalte, Recherchen und kuratorischen Urteile stammen selbstverständlich von uns. Live könnte Ihr uns erleben unter dresden-stadtfuehrer.de

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    10 mins
  • Otto Dix und die Neue Sachlichkeit
    Feb 16 2026

    Eine Ausstellung der Kunstsammlungen Chemnitz im Museum Gunzenhauser vom 10.02.2026 bis 31.05.2026

    1933 verliert Otto Dix seine Professur an der Dresdner Kunstakademie und zieht sich an den Bodensee zurück. Was auf den ersten Blick wie ein Rückzug ins Idyll wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als eine der faszinierendsten Werkphasen der deutschen Malerei: menschenleere Landschaften in altmeisterlicher Lasurtechnik, religiöse Allegorien als codierter Kommentar zur Zeit, ein letztes Selbstbildnis kurz vor der Einberufung zum Volkssturm. Michael Brey besucht die Ausstellung Otto Dix und die Neue Sachlichkeit im Museum Gunzenhauser in Chemnitz und fragen, was diese Bilder wirklich zeigen – und was von der Neuen Sachlichkeit bleibt, wenn die Großstadt wegfällt.

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    8 mins
  • Christoph Wetzel, "Einer von uns", 1988 – Eine subtile Abrechnung
    Jan 19 2026

    In dieser Folge sprechen wir über Christoph Wetzels Bild „Einer von uns“, das sich im Stadtmuseum in Riesa befindet. Ein Porträt, das sich bei genauerem Hinsehen als stille Totenklage entpuppt. Über einen Mann, der keine Zukunft mehr verteidigt, sondern eine Gegenwart bewacht, die längst brüchig geworden ist. Über Kunst, die sich der Anpassung bedient, um Zweifel zu säen. Und über die Frage: Wer war hier wirklich „einer von uns“? Hör rein – es geht um die letzten Momente eines Systems, um versteckten Protest und ein Bild, das heute wie ein Abgesang wirkt.

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  • Gesichter der Arbeit
    Nov 26 2025

    Die Ausstellung „Gesichter der Arbeit" im Stadtmuseum Riesa (bis 29. März 2026) zeigt Kunst aus der DDR-Ära, die im Rahmen des Bitterfelder Weges entstand – jener Kulturdoktrin, die Künstler in die Produktion schickte und Arbeiter zu Schöpfern machen wollte. Im Mittelpunkt stehen Werke wie Paul Häuslers monumentales Triptychon von 1964, das den Alltag im VEB Stahl- und Walzwerk Riesa mit der Würde eines Altarbildes feiert, und Christoph Wetzels subversives Porträt von 1988, das den Arbeiterheroismus der DDR still demontiert. Die Ausstellung erzählt von einer Stadt, die einst 12.000 Menschen Arbeit und Identität gab – und nach der Wende ein Drittel ihrer Bevölkerung verlor. Über den historischen Rahmen hinaus stellt sie hochaktuelle Fragen: Was bedeutet Arbeit für das Selbstverständnis von Menschen und Gesellschaften – und was geschieht, wenn sie verschwindet?

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