Der liebe lange Tag cover art

Der liebe lange Tag

Der liebe lange Tag

By: Michael Schellberg
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Der liebe lange Tag, der Podcast mit tollen Menschen, die spannende Dinge tun.

Michael Schellberg spricht mit Menschen darüber, was sie eigentlich so den ganzen lieben langen Tag tun. Was sie begeistert, entgeistert, antreibt und bewegt. Wie sie zu denen wurden, die sie sind und was nicht ist, aber noch werden kann.


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Episodes
  • Gemeinsam mit und voneinander lernen Eine Bildungsreise mit Christine Bleks
    Jun 25 2026

    In der heutigen Folge „Gemeinsam mit und voneinander lernen“ spreche ich mit Christine Bleks darüber, wie aus der Idee Gutes zu tun mittlerweile 12 Jahre wirksame Bildungsarbeit geworden sind. Für diejenigen, die an erster Stelle stehen sollten, aber am härtesten unter struktureller Benachteiligung in unseren Land leiden: Die Kinder. Begonnen hat alles in Duisburg Marxloh. Wo Christine zusammen mit ihrem damaligen Lebens- und Gründungspartner eine Agentur eröffnete – mitten in der Realität, dort wo die leben, denen keiner was zutraut, außer dem Versagen.

    Kinder von der ersten bis zur siebten oder achten Klasse bekommen Lernförderung, Hausaufgabenbetreuung und vor allem eine gute Beziehung – mit jungen Erwachsenen, die im Bundesfreiwilligendienst oder Studium als Bildungspat:innen tätig werden und dafür mietfrei in WGs im Quartier leben. Zwei vulnerable Gruppen, beide noch auf der Suche, begegnen einander. Und genau dort entsteht der Boden, auf dem Lernen überhaupt erst möglich wird.

    Mit Tausche Bildung für Wohnen hat Christine die Relevanz der Beziehung für die Bildung jedes einzelnen Menschen in den Vordergrund gestellt: Beim Erlernen von Lesen, Schreiben und Rechnen, beim Teilen von Wissen und Kompetenzen, im Erleben von Begegnung,. Kein Gegeneinander, kein Gruppenzwang. Gemeinsam auf Augenhöhe, auch wenn Christine das nicht mehr hören mag, weil es so abgedroschen klingt, und sich doch so gut anfühlt, wenn es gelingt. Mittlerweile ist Tausche Bildung für Wohnen an sechs Standorten präsent, ein siebter wird gerade aufgebaut – über einen Social-Franchise-Ansatz, mit dem Christine nun auch junge Gründer:innen ausbildet.

    Die Zahlen, die hinter dieser Arbeit stehen, sind beeindruckend; 4.500 Kinder - 239 Bildungspat:innen - 61.000 Bildungsstunden. Der Bedarf ist es auch: Deutschland liegt laut UNICEF-Report sowohl bei den schulischen Kompetenzen als auch beim, Kindeswohl auf einem Abstiegsplatz. Auch Christine spricht Deutschland längst ab ein Bildungsland zu sein, doch der Optimismus kommt ihr nicht abhanden. Keine depressive Stimmung, weil die eigene Arbeit so gut tut wie wirksam ist und die gemeinsame Entwicklung mit anderen Menschen die beste Haltung ist, die einem widerfahren kann.

    Ein Gespräch über die Liebe zur Gestaltung, die Kraft, die entsteht, wenn einen etwas Wunderbares findet, nach dem man nicht gesucht hat, über falsche Bilder im Kopf und richtig tolle Menschen, und darüber, warum das Unentschiedene als Grundlage für Inspiration und Innovation so wertvoll ist.

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    1 hr and 12 mins
  • Über die Freude an Gestalt und Gestaltung – Ein Gespräch (nicht nur) mit Dr. Manfred Grasshoff
    May 28 2026

    Es sind Formen und Gestalten, die Manfred und Monika Grasshoff begeistern. An der Schönheit der Natur kommen und wollen sie nicht vorbei. Soviel Romantik darf sein. Als einer der führenden Vertreter der Frankfurter Evolutionstheorie hat Dr. Manfred Grasshoff sich intensiv mit der Evolution beschäftigt und fragt sich bis heute, warum die Erkenntnisse über Konstruktion und Funktion von Organismen und ihrer Rolle in der Evolution so wenig Beachtung in der eigenen Disziplin gefunden haben.

    Mit Kritik an der eigenen kritischen Evolutionstheorie muss jeder redlich wissenschaftlich Forschende leben, mit Ignoranz gegenüber berechtigten Fragen wie den Folgenden nicht: Wie funktionieren Organismen eigentlich? Wie sind sie konstruiert und könnte es sein, dass sich gerade anhand ihrer Konstruktion die Evolution des Lebens rekonstruieren lässt?

    Nicht um Widerlegung Darwins ging es der Forschergruppe um Manfred Grasshoff und Wolfgang Gutmann am Senckenberg Institut in Frankfurt, aber sehr wohl um die Frage, ob die Epigonen Darwins sich allzu schnell mit Anpassung und Selektion als alleinige Erklärungsmuster für die Evolution begnügten nachdem klar wurde, dass die Erde wohl doch ein paar Jährchen älter sein dürfte als 6000.

    Verwunderlich auch, weil das 19. Jahrhundert der Beginn des technischen Zeitalters war und Maschinen ihren Siegeszug antraten. Mechanik wohin man schaute, nur die Lebewesen, die sollten ihre Sonderstellung behaupten. Naturgesetze schön und gut, aber Tier und Krone der Schöpfung – der Mensch – dürfen ruhig ihren eigenen Gesetze folgen, sollen mehr sein als energiewandelnde hydraulische Konstruktionen. Bemerkenswert auch, weil der moderne Mensch sich lieber als aktiv gestaltendes Subjekt und weniger als zufälliges passiv angepasstes Objekt versteht.

    Ein Gespräch über die erste heftige Erschütterung bereits mit drei Jahren, das Glück aufs Gymnasium gehen zu dürfen, die Schönheit von Spinnen samt Heureka-Erlebnis: Wenn die Zeit bei der hochkomplexen Kopulation dieser faszinierenden Tieren plötzlich still und eine existenzielle Frage im Raum steht: Wie kann denn sowas möglich sein?

    Ein Rückblick auf einmal Senckenberg, immer Senckenberg, über die Liebe zum Zeichnen, die Liebe des Lebens und ein Poster als die Essenz des Lebenswerkes, namens Lappe: mit Adam und Eva samt Apfel, die staunend auf die Evolution schauen. Als natürlicher Bestandteil, nackt und ungekrönt. Eine Liebeserklärung an die Vielfalt des Leben in all seinen Facetten, an die Möglichkeiten der Gestaltung der eigenen Persönlichkeit und die Freude an der interdisziplinären Betrachtung. Verbunden mit der Einsicht, dass auch die ach so objektive Wissenschaft von Zeit, Kontext, Macht und Ignoranz nicht unberührt bleibt.

    Ein ganz und gar wunderbares Gespräch über das Wunder Leben mit dem wohl schönsten Schlusssatz, den es geben kann.

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    2 hrs and 42 mins
  • Vereinsamtes und verlorenes Ich – Ein Gespräch mit Dr. Timm Strotmann-Tack
    Nov 20 2025

    In der heutigen Folge „Vereinsamtes und verlorenes Ich“ spreche ich mit Dr. Timm Strotmann-Tack darüber, wie wir Demenz und Einsamkeit im Alter vorbeugen können, was der Verlust des eigenen Ichs und von Gemeinschaft miteinander zu tun haben und welche Hilfe es für Betroffene und Mitbetroffene gibt.

    Ein Gespräch darüber, warum wir nicht wissen, wie schlimm es sich für Menschen wirklich anfühlt, wenn sie ihren Geist verloren haben, aber sehr gut wissen, dass Emotionen und Gefühle die Vernunft überdauern, dass Berührung, Musik und Singen gut tut. Als Chefarzt der Gerontopsychiatrie und -psychotherapie der LVR-Klinik Viersen weiß Dr. Timm Strotmann-Tack, wie wichtig es ist sich Hilfe zu holen, mit anderen Betroffenen in Kontakt zu kommen und dass der Umgang mit psychischen Erkrankungen heute in der Gesellschaft ein anderer ist als in Zeiten von Irrenanstalt und Gummizelle.

    Timm und ich sprechen darüber, warum ihn der Umgang mit älteren Menschen schon früh am Herzen lag, welche vielfältigen Möglichkeiten der Prophylaxe es gegen Demenz und Einsamkeit gibt und warum wir als Menschen einander brauchen, um gesund zu bleiben und mit Krankheit besser umzugehen. Timm gibt vielfältige Einblicke in den Zusammenhang von Körper und Geist, von körperlicher Bewegung und geistiger Aktivität und über die Notwendigkeit von Orten der Hilfe und Begegnung: in der Gedächtnisambulanz, im Demenzcafé, im Silbernetz, bei willst-Du-mit-mir-gehen, in Ehrenamt, Seniorenassistenz, Selbsthilfegruppe oder Nachbarschaft.

    Wir sind nicht allein, solange wir dem Ich ein Du zur Seite stellen. In Viersen und überall, wo Menschen den Mut haben einander zu begegnen.

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    1 hr and 34 mins
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