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  • Yes or No Games - Wenn Schnitt entscheidet
    Jan 12 2026

    Was passiert, wenn eine einfache Ja-oder-Nein-Frage auf 128 Menschen, 30 Mikrofone und eine virtuelle Welt trifft? Und wie erzählt man daraus eine spannungsgeladene Show, die gleichzeitig Quiz und Reality ist?

    In dieser Folge des "Credit to the Edit Podcast" geht es um genau diese Grenzfrage, erzählerisch wie montagetechnisch.

    Im Mittelpunkt steht die neue Original-Show "Yes or No Games" (zu sehen ab dem 16. Januar 2026 bei Prime Video): ein Format, das klassische Quizmechaniken mit Reality-Elementen und Virtual Production verbindet. Gemeinsam mit den Gästen wird diskutiert, wie Spannung entsteht, wenn hunderte Erzählfäden gleichzeitig entstehen, und wie der Schnitt aus riesengroßen Menge an Material klare Dramaturgie formt. Es geht um Materialaneignung dutzender Tonspuren, um die Frage, wann O-Töne die Spannung erhöhen oder verhindern, und um das ständige Austarieren von Live-Gefühl und erzählerischem Flow.

    Dabei wird schnell klar: Diese Show entsteht nicht erst im Schneideraum. Dramaturgische Entscheidungen werden bereits im Development getroffen: durch Musik, durch Set-Design, durch das immer wiederholte Durchgehen der Show in zahllosen Teammeetings, also eben durch die bewusste Reduktion von Möglichkeiten. Und der Schnitt wird dann zur archäologischen Arbeit: Dialoge freilegen, Figuren finden, Inseln bauen, ohne den Flow des Quiz zu brechen.

    Daher sprechen wir mit zwei zentralen Stimmen der Produktion: der Senior Producerin Anna Eva Heymer und dem Head-Cutter Daniel Quack die zusammen Einblicke geben, wie eng Redaktion, Regie, Producing und Montage bei diesem Format verzahnt waren. Und warum man manchmal erst im Schnitt versteht, was man eigentlich gedreht hat.

    Zu Gast

    Anna Eva Heymer ist Senior Producerin bei ITV Studios Germany und verantwortet diverse Show- und Reality-Formate für Streamingplatformen und (klassisches) TV. Mit einem starken Fokus auf Dramaturgie und Formatentwicklung begleitet sie Projekte von der ersten Idee bis in die Postproduktion. Zu den Formaten, an denen sie maßgeblich beteiligt war, zählen Licht aus (2024, Prime Video), Song Clash (2023, VOX), Dance Dance Dance (2016/2017, RTL) und Let's Love – Eine Hütte voller Liebe (2021, RTL Zwei).

    Daniel Quack arbeitet seit vielen Jahren als Filmeditor im Reality- und Showbereich. Seine besondere Expertise liegt in der Strukturierung extrem komplexer Produktionen. Zu den Formaten, die er geschnitten hat, zählen Licht aus (2024, Prime Video), Good Luck Guys (Staffel 1 & 2, 2023 / 2024, Joyn) und Let's Love - Eine Hütte voller Liebe (2021, RTL Zwei) sowie Der Promihof (2025, RTL/TV-Ausstrahlung).

    Reinhören! Warum?

    Weil diese Folge zeigt, wie moderne Unterhaltung erzählt wird, nämlich im Wechselspiel von Technik, Intuition und klaren Entscheidungen. Und weil sie eine seltene Innenansicht bietet, wie Schnitt bei großen, komplexen Showformaten wirklich entscheidend ist.

    Timeline-Shortcuts

    00:14 Anmoderation
    03:18 Was ist „Yes or No Games"? Quiz trifft Reality
    08:21 Development: Skripte schreiben für die Realität
    15:15 Die Tonspur-Archäologie: Wenn man hört, aber nicht sieht
    23:05 O-Töne vs. Live-Atmosphäre: Was den Fluss stört
    33:04 Der Cube: Schnitt und Virtual Production
    46:45 Der wichtigste Tipp: Sichten, sichten, sichten!
    52:03 Kategorien: Das Schnitt-Quiz
    64:18 Abmoderation

    Weiterführende Links

    Format
    • Yes or No Games – Offizielle Seite bei ITV Studios Germany
    Gäste & Team
    • Anna Eva Heymer – Senior Producerin, ITV Studios Germany
    • Daniel Quack – Head-Cutter „Yes or No Games"
    Artikel & Pressemeldung
    • Yes or No Games – Prime-Video-Pressemeldung: „Yes or No Games: Prime Videos erste Quizshow startet im Januar"

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    1 hr and 7 mins
  • Montage lehren - Wenn Schnitt Schule macht
    Dec 1 2025

    Kann man Montage unterrichten? Kann man Intuition und Kreativität in einem Seminarraum weitergeben? Oder ist der Schneideraum ein mystischer Ort, dessen Gesetze man nur durch jahrelanges, einsames Schneiden erlernt? Diese Fragen sind so alt wie die Filmschulen selbst. Doch wenn jemand vom Schauspiel vor die Kamera stolpert, um dann dahinter seine wahre Berufung zu finden, lohnt es sich, genau zuzuhören.

    Heute geht es im „Credit to the Edit Podcast" um genau diesen Spagat zwischen Theorie und Praxis. Wir sprechen darüber, wie man Studierenden die Angst vor dem leeren Timeline-Fenster nimmt und warum das Drehbuch manchmal nur eine höfliche Empfehlung ist.

    Zu Gast ist der Filmeditor Kaya Inan, der nicht nur preisgekrönte Filme montiert, sondern sein Wissen auch u.a. an der Filmakademie Baden-Württemberg weitergibt. Dabei geht es weniger um den erhobenen Zeigefinger, als vielmehr um das „Hosen runterlassen": Kaya berichtet entwaffnend ehrlich, warum er seinen Studierenden auch mal seine misslungenen Rohschnitt-Fassungen zeigt und weshalb ein „Safe Space" im Schneideraum wichtiger ist als jedes Tastaturkürzel.

    Kaya Inans Weg zur Montage war dabei alles andere als geradlinig. Ursprünglich wollte er Schauspieler werden und landete über ein Casting in einer Gratiszeitung sogar in einem Kinofilm. Doch am Set faszinierte ihn nicht das Rampenlicht, sondern das, was danach passierte. Der Besuch im Schneideraum wurde zur Initialzündung. Heute vermittelt er genau diese Faszination in Seminaren.

    Zu Gast

    Kaya Inan, 1983 im schweizerischen Muri als Sohn türkischer Gastarbeiter geboren, ist ein vielfach ausgezeichneter Filmeditor, der zwischen Schweiz und Deutschland arbeitet. Über ein Streetcasting landete er als Neunzehnjähriger zunächst als Schauspieler in der Schweizer Komödie „Achtung, fertig, Charlie!", entdeckte dort aber seine Leidenschaft für den Schnitt und studierte von 2006 bis 2011 Montage an der Filmakademie Baden-Württemberg, inklusive eines Auslandsjahres an der Ryerson University in Toronto. Heute montiert Kaya Spiel- und Dokumentarfilme wie „Above and Below", „Cahier Africain", „In den Gängen", „Wanda, mein Wunder", „Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes" oder die Serie „Hausen" und wurde u. a. zweimal mit dem Schweizer Filmpreis für die beste Montage sowie dem Bild-Kunst Schnitt Preis ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Schweizer, der Deutschen und der Europäischen Filmakademie und gibt seine Erfahrung als Lehrender an Filmhochschulen wie der Filmakademie Baden-Württemberg und der Zürcher Hochschule der Künste weiter, wo er mit Seminaren zu szenischer und musikalischer Montage die nächste Generation von Filmeditor:innen begleitet.

    Hört rein, wenn ihr wissen wollt, warum man Filme manchmal am besten lernt, wenn man sie komplett neu erfindet – und warum selbst erfahrene Editoren manchmal nicht weiterwissen (und das völlig okay ist).

    Timeline-Shortcuts

    00:00 Anmoderation
    03:20 Kann man Montage lehren?
    05:55 Vom Schauspieler zum Editor: Kayas Werdegang
    15:34 „Entschleunigung": Die Kunst des Sichtens
    18:40 Dozent oder Editor? Über Ehrlichkeit im Unterricht
    28:00 In die Figur hineinversetzen: Empathie als Schnittwerkzeug
    38:30 Musikalische Montage & „Above and Below"
    43:10 Seminar „Reinventing the Scene": Das Drehbuch als Option
    52:56 Kategorien feat. Liv, Jolle, Revan und Viola ❤️
    01:05:41 Abmoderation

    Weiterführende Links

    • Kaya Inan – Wikipedia
    • Filmakademie Baden-Württemberg
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    1 hr and 6 mins
  • Manhunt – Cut to the Chase
    Nov 1 2025
    Wer hat als Kind "Räuber und Gendarm" gespielt? Wahrscheinlich alle, aber nicht mit einem 96-stündigen Zeitlimit, quer durch riesige Großstädte, dokumentiert von einer Armada an Kameras. Und das alles mit dem Ziel, über 1000 Stunden Material für den Schnitt zu sammeln. In der neuesten Folge des Credit to the Edit Podcasts geht es tief hinein in die Welt des erfolgreichen YouTube-Formats "Manhunt". Und darum, wie aus einem logistischen und kreativen Albtraum eine fesselnde Action-Reality-Serie entsteht. Bei diesen Materialmengen muss ein fünfköpfiges Editor:innen-Team nicht nur die Handlung strukturieren, sondern auch ein striktes chronologisches Diktat einhalten. Die präzise Zeiteinhaltung ist entscheidend für die Glaubwürdigkeit des Formats, aber hilft gleichzeitig, der Materialflut Herr zu werden. Dabei muss das Team den typischen YouTube-Rhythmus beibehalten, Figuren aus den chaotischen Aufnahmen formen und dabei die Balance zwischen spannenden Verfolgungsjagden und emotionalen Momenten finden. Eine Karte dient dabei als eine Art Drehbuch-Ersatz, um in der Timeline die Begegnungspunkte von Jägern und Gejagten zu identifizieren. Über die Arbeit berichten Peter Rautek, Regisseur und Produzent von "Manhunt". Er entwickelte die ursprüngliche Idee. Unterstützt wird er von Karol Choma, der als technischer Experte und erfahrener Editor die Umsetzung übernahm und die erste Staffel im Alleingang schnitt. Julia Böhmn, die jüngste Verstärkung des Teams, bringt Erfahrung aus dem traditionellen Reality-TV ein und musste sich zunächst an den schnelleren, sprunghafteren Schnittstil anpassen. Julia Böhm Julia Böhm arbeitet als selbstständige Editorin in Wien. Nach Bachelor und Master in Digitalen Medientechnologien an der FH St. Pölten war sie zunächst in einer Fernsehproduktionsfirma tätig, 2018 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit, seit 2022 ausschließlich frei. Sie schneidet vor allem Langformate für das Fernsehen, darunter Dokumentationen und Reportagen; Manhunt ist ihr erstes Projekt im YouTube-Bereich. Peter Rautek Peter Rautek ist Regisseur, Autor und Produzent. Mit seinem Unternehmen RTX Film realisierte er zahlreiche Reportagen und Dokumentationen für Sender in Österreich, Deutschland und der Schweiz und arbeitet daneben an Kurz- und Spielfilmen. Als Mitentwickler und Spielleiter von Manhunt verantwortet er gemeinsam mit Karol Choma das Format und führt die Manhunt Media GmbH. Karol Choma Karol Choma ist Editor und Regisseur mit Medientechnik-Ausbildung und beruflichem Einstieg über den Tonbereich in die Postproduktion. Nach mehreren Jahren Festanstellung arbeitet er seit 2017 freiberuflich an Fernsehinhalten und Formatentwicklungen, häufig in Zusammenarbeit mit Peter Rautek. Er ist Mitentwickler von Manhunt und arbeitete an der ersten Staffel als Editor. Ob beim Weglassen bestimmter Storylines oder bei der konsequenten Anwendung des Mottos „Kill your darlings", die Gäste machen deutlich: Die gesamte Dramaturgie der Serie entsteht im Schneideraum. Wie das Team auf Community-Kritik reagierte und daraufhin die Regeln für die dritte Staffel anpasste, welche Shortcuts bei der Organisation des Materials helfen und warum eine Staffel nicht zu viele Folgen haben darf, all das wird in dieser Folge besprochen. Jetzt reinhören in den Credit to the Edit Podcast und einen Einblick bekommen in die aufwändige Montage eines der spannendsten Reality-Formate auf YouTube. Timeline-Shortcuts 00:06 - Anmoderation 03:12- Gesprächsstart / Was ist MANHUNT? 12:32 - Material & Rollen: Wie schneidet man 1000 Stunden? 20:50 - Chronologie, Minimap & Spannung im Schnitt 50:19 - Kategorien 66:01 - Abmoderation Links Manhunt – YouTube-KanalManhunt (Website)Manhunt S3: „0 | MANHUNT New York | Es beginnt"Manhunt S2: Folge 1 „Die Flucht in die Zonen"Manhunt S2: Folge 10 „In der Falle"The Race – offizieller KanalThe Race – Staffel 1 Playlist7 vs. Wild – YouTube7 vs. Wild – Wikipedia„Das Millionenspiel" – Wikipedia
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    1 hr and 8 mins
  • Amrum – Berührend montiert
    Oct 8 2025
    Willkommen zu einer neuen Episode des Credit to the Edit Podcasts! In dieser Sonderausgabe präsentieren wir erneut ein Crossover mit dem Podcast „Hinter der Kamera" und tauchen ein in die Welt des Filmschnitts, fokussiert auf den Film "Amrum" von Fatih Akinn ach einem Drehbuch von Hark Bohm, der am 9. Oktober in Deutschland in die Kinos kommt. Rainer Nigrelli und Timo Landsiedel begrüßen dazu Filmeditor Andrew Bird und parallel beleuchtet die Episode des Podcasts „Hinter der Kamera" die Bildgestaltung von "Amrum" mit dem DoP Karl Walter Lindenlaub. Es gibt Geschichten, die schneiden sich selbst, und solche, die man Schicht für Schicht freilegen muss. "Amrum" gehört zur zweiten Sorte. In der neuen Folge des Credit to the Edit Podcasts tauchen wir gemeinsam mit Editor Andrew Bird tief in den kreativen Prozess hinter diesem Film ein: ein Werk über eine deutsche Kindheit während des Zweiten Weltkriegs und die Suche nach Zugehörigkeit. Andrew, der seit fast dreißig Jahren mit Fatih Akin zusammenarbeitet, öffnet den Schneideraum und erzählt, wie sich aus einem 240-seitigen Drehbuch ein konzentrierter, emotional präziser Film entwickelte. Dabei wird deutlich: Schnitt ist hier kein nachträglicher Eingriff, sondern Teil des Erzählens selbst. Schon in der Drehbuchphase liest Andrew Fassungen, gibt Feedback, diskutiert Strukturen und hilft mit, das Tempo und die Perspektive des Films zu formen. „Manchmal entdeckt man erst im Schnitt, worum es wirklich geht", sagt Bird. Und spricht damit nicht nur über Amrum, sondern über die Essenz der Arbeit von Filmeditor:innen. Zwischen Lesungen im Büro, täglichen Telefonaten während des Drehs und Testscreenings entstand eine intime Zusammenarbeit, die weit über technische Montage hinausgeht. Andrew beschreibt, wie er und Akin in stiller Verständigung Entscheidungen treffen, Szenen kürzen, Strukturen verschieben. Und wie das Vertrauen aus jahrzehntelanger Arbeit ihnen erlaubt, filmisches Neuland zu betreten. Andrew Bird ist ein in London geborener Filmeditor, der überwiegend im deutschen bzw. europäischen Arthouse-Kino arbeitet. Er schnitt unter anderem Gegen die Wand, Auf der anderen Seite und Soul Kitchen und gewann 2008 den Deutschen Filmpreis („Lola") für Auf der anderen Seite. Zu seinen weiteren Arbeiten zählen Absolute Giganten, Gut gegen Nordwind, A Symphony of Noise sowie Mohammad Rasoulofs Oscar®-nominierter Film Die Saat des heiligen Feigenbaums (2024), der ihm erneut eine Lola-Nominierung einbrachte sowie eine Nominierung für den Besten Schnitt beim Montagefestival "Edimotion". Andrew lebt in Hamburg, Bird ist Mitglied der Deutschen und der Europäischen Filmakademie sowie der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. In dieser Folge geht es um Vertrauen, um das richtige Tempo und um die Kunst, einen Film durch Weglassen größer zu machen. Timeline-Shortcuts 00:06 Anmoderation 01:22 Gesprächsstart / Wie Andrew zum Projekt Amrum kam 06:51 Drehbuchprozess und frühe Zusammenarbeit 16:40 Die besondere Arbeitsbeziehung zu Fatih Akin 25:20 Erste Schnittfassungen und was gestrichen wurde 36:00 Kinderperformance schneiden & Herausforderungen im Detail 46:10 Testscreenings und die Rolle der Frauenfiguren 60:55 Kategorien 69:00 Abmoderation Weiterführender Link Podcast-Crossover mit Hinter der Kamera: Timo Landsiedel und Rainer Nigrelli im Gespräch mit DoP Karl Walter Lindenlaub Links Amrum – WikipediaAmrum – Festival de Cannes (Press Kit & Credits)Amrum – Beta Cinema (Produzentenseite) Amrum – Variety Review (Cannes-Premiere) Amrum – ScreenDaily Review Artikel über Dreharbeiten & ProjektankündigungAndrew Bird (Filmeditor) – WikipediaAndrew Bird – IMDbHead-On – WikipediaSoul Kitchen – Wikipedia
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    1 hr and 12 mins
  • Der Schuh und das Kanu des Manitu – Slapstick, Story, Schnitt!
    Aug 31 2025

    Wer über „Der Schuh des Manitu" spricht, sagt meist auch Michael „Bully" Herbig, Rick Kavanian und Christian Tramitz. Man denkt an über 11 Millionen Kinozuschauer, einen der größten deutschen Kinoerfolge. Aber kaum jemand nennt Alexander Dittner, den Editor, der „Schuh" geschnitten hat (und überhaupt alle Projekte von Bully begleitet). Diese Folge ändert das.

    Aus Anlass des Kinostarts der Fortsetzung „Das Kanu des Manitu" geht es im Credit to the Edit Podcast um Alexanders Arbeit am Klassiker, wie auch um das neue Kapitel. Vor allem um den schmalen Grat, Humor präzise zu schneiden und dennoch Raum für den Flow der Story zu lassen. Und darum, wie man eine erfolgreiche Marke für heutige Sehgewohnheiten aktualisiert, ohne die eigene filmische DNA zu verlieren.

    Alexander Dittner erzählt, wie aus einem episch gedachten Einstieg beim „Schuh" eine dynamische Flashback-Eröffnung wurde, warum Produzent Bernd Eichinger zusätzliche Action forderte, und wie man Continuity-Unmöglichkeiten mit Karten auf dem Tisch und handwerklicher Eleganz überlistet. Es geht um Mikro-Timing in Gags, Makro-Bögen in der Dramaturgie und die Frage, wann Slapstick trägt, und wann er ohne Emotion zur reinen Benny-Hill-Nummer verpufft.

    Zu Gast:

    Alexander Dittner, Jahrgang 1967, ist ein deutscher Filmeditor, der seit den späten 1990ern arbeitet und mit Michael „Bully" Herbig nahezu alle großen Kinoarbeiten realisierte. Von „Erkan & Stefan" über „Der Schuh des Manitu" bis „Ballon" und „Tausend Zeilen". Für „Elser – Er hätte die Welt verändert" war er für den Deutschen Filmpreis nominiert.

    Ein Plädoyer für den „Safe Space" im Schneideraum, in dem jede Idee erlaubt ist, solange sie dem Film dient. Und für alle, die wissen wollen, wie Nostalgie und Neuerfindung im Schnitt zusammenfinden: jetzt einfach Play drücken.

    Timeline-Shortcuts

    00:00 Anmoderation
    03:10 Gesprächsstart
    05:03 Vita
    12:16 Bullyparade: „Learning by doing"
    16:17 „Der Schuh des Manitu"
    19:34 Nachdrehs mit Bernd Eichinger: Lorenfahrt & Zug-Crash – Slapstick als Kino-Motor
    25:31 „Das Kanu des Manitu"
    43:13 Kategorien
    61:43 Safe Space Schneideraum
    66:15 Abmoderation

    Links

    • Das Kanu des Manitu – Offizielle Filmseite (Constantin Film)
    • Der Schuh des Manitu – Offizielle Filmseite (Constantin Film)
    • Alexander Dittner – Profil beim BFS
    • Michael „Bully" Herbig – Offizielle Website
    • Bullyparade – Hintergründe (Wikipedia, EN)
    • Ralf Wengenmayr – Offizielle Seite
    • „Mumien, Monstren, Mutationen" (NDR-Reihe) – Überblick
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    1 hr and 8 mins
  • Schnittgenres – Wild rumgefragt
    Aug 1 2025

    Wer sagt eigentlich, dass ein Podcast planbar sein muss?

    In dieser Folge von Credit to the Edit stürzen wir uns kopfüber in ein Experiment: Eine Liste voller Telefonnummern, ein Countdown pro Gespräch und der Versuch, die Montage durch die Stimmen von Filmeditor:innen aus allen Genres erlebbar zu machen. Von Dokumentarfilm bis Reality, von Spielfilm bis Trailer, von Werbung bis Animation… wir haben sie alle angerufen. Manche gingen sofort ran, andere erst nach dem dritten Versuch. Herausgekommen ist ein wilder Ritt durch die Welt der Montage, bei dem jede Stimme ein kleines Legoteil im großen Schnittmosaik ist.

    In den Gesprächen wird klar: Montage ist mehr als nur der technische Akt des Schneidens. Es ist Geschichtenerzählen, Verdichtung, Timing und oft auch ein Spiel mit Materialgrenzen oder deren völliger Auflösung. Ob es um die Essenz eines Dokumentarfilms geht, das Zusammensetzen einer Reality-Storyline aus Stunden von Rohmaterial, oder die Freiheit im Animationsschnitt: Alle bringen einen eigenen Blick auf diesen Beruf mit.

    Wer also schon immer mal hören wollte, wie es klingt, wenn die Montage selbst zur Dramaturgie eines Podcasts wird, dann diese Folge ist euer "Final Cut".

    Timeline-Shortcuts

    00:00 Anmoderation
    02:40 Erste Anrufversuche & Startschwierigkeiten
    05:07 Anikas Perspektive: Dokumentarfilm & die Montage
    08:43 Antons Sicht: Fiktion & die Begrenzung des Materials
    12:56 Ilkas Welt: Musikvideo & die Kürze
    17:50 Nicos Fokus: Dokumentation & das Thema Werbung
    21:38 Fabians Einblick: Werbung & der Reiz längerer Formate
    26:13 Andreas Erfahrung: Spielfilm & das Erzählen von Geschichten
    30:32 Genresprünge & der erste Anruf bei Hannes (Reality)
    36:27 Katjas Bereich: Fiktionale Serien & Figurenspiel
    40:47 Bernadettes Spezialität: Trailer & die Verdichtung
    45:35 Julians Blick: Daily Soap & schnelles Arbeiten
    50:02 Kevins Rolle: Schnitt-Assistenz & die Organisation
    54:49 Jeannines Sicht: Serien & die Vielfalt'
    59:04 Revans Expertise: Animation & das Erfinden von Material
    63:12 Abmoderation

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    1 hr and 11 mins
  • Falling into Place - Montierte Emotion
    Jul 1 2025
    Winter auf der schottischen Insel Skye. Die Blicke von Kira (Aylin Tezel) und Ian (Chris Fulton) treffen sich. Sie lächeln. Sie wissen nichts voneinander, nur dass sie beide auf der Flucht sind. Nicht unbedingt vor etwas Konkretem, sondern vor allem vor sich selbst. Diese flüchtige Begegnung auf Skye wird sie tief verbinden, bevor sie ebenso plötzlich wieder auseinandergerissen werden und, ohne es zu wissen, in London parallel zueinander weiterleben. Heute geht es bei "Credit to the Edit Podcast" um "Falling into Place", einen Liebesfilm, der die Regeln des Genres neu setzt. Das Langfilmdebüt von Aylin Tezel, die nicht nur Regie führte und das Drehbuch schrieb, sondern auch eine der beiden Hauptrollen spielt, besticht durch seine poetische Erzählweise und eine Montage, die nicht nur Szenen verbindet, sondern vor allem die inneren Welten der Protagonisten erfahrbar macht. Aylin Tezel Aylin Tezel ist einem breiten Publikum vor allem als Schauspielerin bekannt, unter anderem aus Produktionen wie "Am Himmel der Tag", "7500" oder "Unbroken". Mit "Falling into Place" gibt sie ihr Langfilm-Regiedebüt. Aylin wurde bereits vielfach ausgezeichnet und ist Mitglied der European Film Academy. Sie lebt in Berlin und pendelt häufig nach London. David J. Achilles David J. Achilles zählt zu den profiliertesten Editoren des Landes. Seit 2003 arbeitet er als freiberuflicher Filmeditor in Berlin, seine Montage wurde u. a. in Hof ausgezeichnet und mit Nominierungen für den Deutschen Filmpreis und bei Edimotion bedacht. Zu seinen Arbeiten zählen Kino- und Fernsehproduktionen wie „CLEO", „Am Himmel der Tag" (ja, genau, der Film mit Aylin Tezel) und „Falling into Place". 2014 erschien sein Buch „Die Kunst der Auslassung – Montage im szenischen Film". In dieser Folge wird klar: Filmschnitt ist mehr als das Aneinanderfügen von Szenen. Er ist emotionales Feintuning, rhythmische Komposition, ein Spiel mit Nähe und Distanz. "Falling into Place" ist der Beweis, dass Montage ein tragendes Erzählmittel sein kann, das sowohl Herz als auch Verstand berührt. Noch bis zum 12. Juli könnt ihr den Film in der arte-Mediathek sehen. (Und danach in diese Folge hören.) Timeline-Shortcuts 00:06 Anmoderation 01:33 Gesprächsstart – Wie die Idee zu Falling into Place entstand 16:00 Vom Skript zum Schnitt: Team­findung & First Assembly 30:00 Rhythmus & Musik: Poetische Montage und 18 Songs 63:00 Kategorien 72:50 Abmoderation Links Film Falling into Place – IMDbFalling into Place @ Arte Mediathek (bis 12.07.) Gäste & Buch Aylin Tezel – IMDbDavid J. Achilles – Crew UnitedDie Kunst der Auslassung (Buch) – Halem VerlagAylin Tezel: Was tut sich im deutschen Film?Lola-Nominierung David J. Achilles Referenzfilme Before Sunrise (1995) – WikipediaBlue Valentine (2010) – Artikel zur 16 mm-ÄsthetikThe Broken Circle Breakdown (2012) Musik Jon Hopkins – Offizielle WebsiteBen Lukas Boysen – Original ScoreCutting Crew – „(I Just) Died in Your Arms"
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    1 hr and 16 mins
  • Mainstream-Kinofilm – Popcorn-Schnitt
    Jun 1 2025
    Einblicke in das Editing großer deutscher Kinofilme mit Ana de Mier y Ortuño Das Lachen sitzt perfekt, die Spannung fesselt, die Emotionen treffen ins Herz. Großes Kino lebt von Timing und Gefühl. Doch wie entsteht dieser magische Fluss, der Zuschauer:innen begeistert? Gerade im deutschen Mainstream-Kino, das ein breites Publikum erreichen will, gibt es dafür eigene Regeln, Techniken und Herausforderungen. Der Schnitt spielt hier eine Schlüsselrolle: In der neuesten Folge von "Credit to the Edit Podcast" geht es tief hinein in die Werkstatt des populären deutschen Films. Was macht das Editing dieser oft auf kommerziellen Erfolg ausgerichteten Produktionen aus? Es ist ein Tanz mit Sehgewohnheiten, ein Spiel mit hohem Tempo und präzisem Rhythmus, besonders wenn es um das Timing von Pointen in Komödien geht. Dabei spielen nicht nur schnelle Schnitte, sondern auch der gezielte Einsatz von Musik und dynamische Montagesequenzen eine entscheidende Rolle. Doch Mainstream-Editing ist weit mehr als nur technisches Handwerk. Es erfordert ein feines Gespür für die Erwartungen des Publikums und oft auch die Fähigkeit, aus umfangreichem Drehmaterial die perfekte Performance herauszukitzeln. Eine besondere Herausforderung liegt dabei im Balanceakt zwischen den kreativen Visionen der Regie und den kommerziellen Interessen von Produktion und Verleih. Um diese Facetten zu beleuchten, ist diesmal eine Editorin zu Gast, die diesen Spagat nachweislich beherrscht und einige der erfolgreichsten deutschen Kinofilme der letzten Jahre entscheidend mitgeprägt hat: zu Gast Ana de Mier y Ortuño hat Filme wie "100 Dinge", "Sonnenplätze" und "Das schönste Mädchen der Welt" als Filmeditorin gestaltet. Für ihre Arbeit an "Das schönste Mädchen der Welt" wurde sie 2019 für den Deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Schnitt nominiert. Ihr Weg in den Schneideraum war unkonventionell: Nach einem Architekturstudium begann sie 2007 als Praktikantin bei Filmeditor Alexander Berner für "Der Baader Meinhof Komplex" und assistierte anschließend weiteren renommierten Editor:innen. Ihre Tätigkeit als DJane und ihre Liebe zur Musik prägen bis heute ihr Gespür für Timing und Atmosphäre im Film. Im Gespräch gibt Ana de Mier y Ortuño faszinierende Einblicke: Wie viel Diplomatie braucht es wirklich im Schneideraum großer Produktionen? Wie geht sie mit kreativen Blockaden um und welche Techniken helfen ihr dabei? Sie spricht offen über die Herausforderung, in eine Genre-Schublade gesteckt zu werden, obwohl ihr Herz auch für andere Filmformen schlägt, und verrät, warum manchmal der kuriose Rat "Schneid doch mal die Szene so schnell du kannst!" fällt. Unbedingt reinhören! Timeline-Shortcuts 00:06 Anmoderation 02:23 Gesprächsstart 03:19 Der Weg in den Schneideraum: Von Architektur zu Film 08:14 Was ist Mainstream-Schnitt? Tempo & Sehgewohnheiten 11:40 Handwerk: Coverage, Musik & Montage nutzen 18:42 Zwischen Kunst & Kommerz: Diplomatie im Schnitt 29:54 Die Mainstream-Schublade: Wunsch & Wirklichkeit 38:51 Vertrauen & Karrierewege: Der Wert der Assistenz 41:35 Kategorien 55:37 Abmoderation Weiterführende Links Filme von Ana de Mier y Ortuño 100 Dinge – Regie: Florian David FitzBenjamin Blümchen – Regie: Tim TrachteDas schönste Mädchen der Welt – Regie: Aron LehmannJagdsaison – Regie: Aron Lehmann Erwähnte Filmemacher:innen und deren Werke Florian David Fitz (Regisseur & Schauspieler)Hüseyin Tabak (Regisseur)Tim Trachte (Regisseur)Aron Lehmann (Regisseur)Uli Edel (Regisseur)Alexander Berner (Filmeditor) Filmempfehlungen The Favourite (2018) – Regie: Yorgos LanthimosGhostbusters (1984) – Regie: Ivan ReitmanWerke von Luis BuñuelWerke von Alfred HitchcockWerke von Federico Fellini
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    59 mins