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5 Minus

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By: Dr. Laura Dalhaus
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5 Minus - Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel. Das Gesundheitssystem kollabiert und das hat Konsequenzen. Darüber spreche ich mit Menschen, um Ideen und Lösungswege zu entwickeln. Denn Politik hat leider in den letzten 20 Jahren bewiesen, dass sie es aus unterschiedlichen Gründen nicht kann. Wir starten einen Versuch. https://linktr.ee/LauraDalhausCopyright 2026 Dr. Laura Dalhaus Hygiene & Healthy Living Physical Illness & Disease Social Sciences
Episodes
  • Rauchen: Individuelle Sucht, gesellschaftliches Problem | Dr. Hans-Jörg Baumann
    Feb 18 2026

    Wie bringt man Menschen dazu, wirklich mit dem Rauchen aufzuhören und wie schädlich sind E-Zigaretten wirklich?

    Darüber spricht Dr. Laura Dalhaus in dieser neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Dr. Hans-Jörg Baumann. Dieser ist Pneumologe, seit 5 Jahren niedergelassen, vorher tätig als Chefarzt.

    Auch er hält präventive Maßnahmen für wichtig, fragt sich allerdings, ob eine Tabaksteuer alleine hilft. Denn dadurch fühlen sich viele Menschen bestraft.

    Er hat richtig Spaß daran, mit Menschen über das Rauchen zu sprechen und bietet in seiner Praxis sogar Rauchentwöhnung an. Für ihn ist klar: Rauchen ist sehr individuell, genauso wie die Gründe, weiterzumachen oder aufzuhören. Es gibt kein Schema F.

    Dass Rauchen schädlich ist, wissen wir ja sowieso alle.

    Er geht gerne auf die Suche nach dem Ursprung und sucht nach einem Ersatz.

    Viele haben beim Rauch-Stopp Angst, Gewicht zuzulegen. Hans-Jörg kann Entwarnung geben: Hier handelt es sich im Schnitt um 2-4 Kilo, die nehmen wir im Durchschnitt auch an Weihnachten zu.

    Laura hat schon Erfahrung mit einem Patienten gemacht, der durch Nikotinkaugummis seinen Konsum stark verringern konnte. Hier ist zu differenzieren, ob es sich um eine starke oder weniger starke Nikotinabhängigkeit handelt.

    Akupunktur und Hypnose können unterstützen, allerdings fragt sich Hans-Jörg, ob diese Maßnahmen auch das Verhalten in typischen Rauch-Situationen verändert.

    Bei jungen Menschen rezeptiert Laura gerne DIGAs. Hans-Jörg fand die Preise der DIGAs damals sehr teuer, mittlerweile hat sich das angepasst und er findet das für digital affine Menschen sehr gut.

    Neu auf den Markt gekommen sind E-Zigaretten. Ein großes Problem ist dabei der Dual-Use, den 70-80% der Raucher praktizieren. Dadurch entstehen zwei Schädigungsmechanismen.

    Wir wissen nicht, ob E-Zigaretten weniger schädlich sind als klassische. Die Datenlage ist zu gering und es ist schwieriger zu tracken, wie viel konsumiert wird.

    Die Wiederholung des Reizes ist ein Problem.

    Von Fachgesellschaften wird nicht empfohlen, dies als Instrument gegen Nikotinabhängigkeit zu nutzen.

    E-Zigaretten sind allerdings auch ein Problem, weil die Produkte auf Kinder und Jugendliche abzielen durch die verschiedenen, süßen Geschmacksrichtungen. Zudem betteln Entsorgungsbetriebe darum, die Einweg-Geräte zu verbieten – diese entfachen immer wieder Feuer. Zudem landen umgerechnet etwa 80-90 Auto-Akkus wöchentlich auf dem Müll. Frankreich und Belgien führen mit einem Verbot voran.

    Krankheiten, die oft auf das Rauchen zurückzuführen sind, sind beispielsweise COPD, was als Volkskrankheit bezeichnet werden kann. Mittlerweile gibt es sehr teure Autoimmun-Therapien – aber nur, wenn man mit dem Rauchen aufhört.

    Hans-Jörg ist ein Fan vom Primärversorgungssystem. Mit einem Husten muss man erstmal nicht zum Pneumologen. Allerdings betrachtet er den Übergang vom aktuellen zu einem Primärarztsystem als kompliziert. Beide sind sich einig, dass die Preise der Leistungen angepasst werden müssten, um die Versorgung zu verbessern.

    Laura möchte sich damit beschäftigen, ein Verbot von Einmalzigaretten durch eine Petition anzustoßen.


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    1 hr and 21 mins
  • Mit einem Sparplan können wir die Versorgung nicht retten | Laura zum aktuellen Stand
    Feb 11 2026

    Deutschland hat kein besonders leistungsfähiges Gesundheitssystem im internationalen Vergleich. Durch Sparen werden die Ergebnisse nicht besser. Ein Kosten-Outcome-Problem. Doch was tragen die verschiedenen Akteure im Gesundheitssystem zur erfolgreichen Debatte bei?

    Dr. Laura Dalhaus zitiert aus einem Interview mit Professor Jürgen Windeler.

    Als Prävention werden Vorsorgeuntersuchungen und Checks verkauft, statt an Ernährung und Bildung zu arbeiten. Außerdem bekommen wir Medikamente viel zu früh ins System, in Deutschland brauchen wir nur 50 Tage dafür (in anderen Ländern mehr als 4mal so viel), trotzdem sind wir nicht gesünder.

    Windeler empfiehlt, dass die Überversorgung qualitätsgesichert zurückgefahren wird.

    Es wird darüber diskutiert, die Tabaksteuer zu erhöhen. Das ist eine Form der Prävention und würde auch Geld in die Kassen bringen. Allerdings will Gesundheitsministerin Warken auf Aufklärung und Freiwilligkeit setzen. Wir haben in der Vergangenheit aber schon gemerkt, dass Verhaltensprävention nicht funktioniert.

    Die Lösung am Reformhimmel? Es könnte die HZV sein (Hausarztzentrierte Versorgung). Dafür brauchen wir aber nicht nur Hausärzt:innen, sondern Teamarbeit in Form von nicht-ärztlichen Berufsgruppen wie Primary Care Managern und Physician Assistants.

    Wichtig ist dabei aber auch, Zeit für das Wesentliche zu schaffen. Da hilft vor allem Bürokratieabbau.

    Laura macht sich in dieser Folge vielleicht unbeliebt bei den fachärztlichen Kolleg:innen, doch sie erzählt von Bereichen, die unfassbar ausgenutzt werden. Manche Patient:innen beschweren sich darüber, dass sie ohne Hausarztvermittlungsfall keine Termine mehr bekommen.

    Der Bundesrechnugnshof hat festgestellt, dass die 2,9 Milliarden für Terminvermittlung nichts bringen. Die Wartezeiten sind sogar gestiegen.

    Und wenn man den Bundesrechnungshof angreift, befinden man sich auf dünnem Eis!

    Die Kliniken sind der größte Kostenfaktor im Gesundheitssystem. Warken’s Klinikpläne könnte die Kosten noch steigern, sie möchte nämlich die Kriterien von Lauterbach lockern.

    Wir müssen dann aber auch über ärztliche Weiterbildung reden.

    Politik hat nicht verstanden, dass ein fertiger Medizinstudent noch kein fertiger Arzt ist. Fachärzt:innen wachsen nicht auf Bäumen. Spezialfächer drohen, bei dieser Reform die Verlierer der Krankenhausreform zu werden.

    Wie soll medizinische Qualität aufrechterhalten werden, wenn bestimmte Leistungsgruppen komplett verschwinden?

    Die Umstellung auf Hybrid-DRGs ist dafür verantwortlich, dass einige Kliniken bereits in die Insolvenz gezwungen werden. Darunter leidet wieder die Weiterbildung – wie soll man lernen, wenn man nicht die Möglichkeit dazu hat?

    Ein weiterer Aufreger: Bei höherwertigen Eingriffen werden die Sachkosten nicht bewertet - die Platte muss der Chirurg also selbst bezahlen.

    Und dann kommt Friedrich Merz um die Ecke und erzählt was von Teilzeit-Lifestyle – ein Brandbeschleuniger für das ärztliche Personal und die Pflege im Krankenhaus!

    Zu dieser Debatte kommt dann noch das Thema Behandlungsfehler.


    Aus dem GKV-Spitzenverband kam dann auch noch eine hirnrisse Idee: Die psychotherapeutischen Honorare sollen um 10% abgesenkt werden.

    Das kann man nicht einfach machen. Bei der Psychotherapie geht es sofort um die gesamte Existenz! Zudem arbeiten diese Menschen wirklich sehr viel unter sowieso schon schlechten Bedingungen. Wie kann man diesen einfach 10% Vergütung streichen wollen?


    Der Wirtschaftsrat der CDU sagt außerdem, dass wir jetzt unsere zahnärztlichen Behandlungen bezahlen sollen. Sollen wir uns dahin bewegen, dass wir die soziale Klasse der Menschen an den Zähnen ablesen können?



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    58 mins
  • Die Debatte um den Rettungsdienst | Lucas Glaser
    Feb 4 2026

    Wie steht es um den Rettungsdienst im Gesundheitssystem? Und warum diskutieren gerade so viele darüber, dass Patient:innen den RTW selbst zahlen sollen?

    Darüber diskutiert Laura Dalhaus in der neuen Folge von „5 Minus – Das Gesundheitssystem verfehlt das Klassenziel“ mit Lucas Glaser, der nicht nur privat Medizin studiert, sondern auch schon lange im Rettungsdienst tätig ist.

    Er blickt sehr positiv darauf, wie sich die Qualität der Versorgung und der Ausbildung in der präklinischen Versorgung verbessert hat in den letzten Jahren.

    Auf der anderen Seite sieht er aber auch die Möglichkeit eines Bore-Outs. Das Personal ist hochkompetent und stark ausgebildet, aber ist oft mit Situationen konfrontiert, die nicht in das Anforderungsprofil passen. Es gibt viele Lapalien-Einsätze, bei denen man sich wie ein begleitetes Taxi fühlt.

    Als low-hanging-fruit sieht er, die Parallelstruktur zwischen Kassenärztlichem Notdienst und Leitstelle des Rettungsdienstes aufzulösen.

    Laura sieht als großes Problem, dass Rettungsdienst Ländersache ist. Dadurch gibt es teilweise in nebeneinanderliegenden Dörfern keine einheitlichen Strukturen. Niemand will seine Kompetenzen abgeben, was Reformen unmöglich macht.

    Beim Rettungsdienst gibt es zwei Konzepte:

    Scoop and Run, das heißt, die Patient:innen werden eingesammelt und zum Krankenhaus gebracht.

    Stay and Play, das bedeutet, dass Ärzt:innen direkt mit zum Notfall und Patienten kommen.

    Laura betont, dass wir die Notärzt:innen auch in Kliniken und Schockräumen brauchen und nicht unbedingt im Auto. Hier bewegen wir uns in Deutschland gerade dahin, dass Notfallmedizin ein eigenständiges Fach wird – das ist allerdings alles hochpolitisch.


    Lucas hat sich mit den Budgets beschäftigt: Als Rettungsdienst kann man kein Minus machen. Es gibt feste Summen, die der Rettungsdienst kostet (was u.a. daran liegt, dass der größte Kostentreiber die Fixkosten sind).

    Wieviel die einzelnen Krankenkassen zahlen müssen, ist abhängig von der Menge der Transportscheine. Er erklärt, dass die RTW-Einsätze nur etwa 1,5% der GKV-Ausgaben ausmachen und hier ein Rechenfehler vorliegt, wenn darüber gesprochen wird, dass Einsparungen am Rettungsdienst das Gesundheitssystem retten könnten: Das ist nicht so!


    Er erklärt, dass wir uns dafür entscheiden müssen, wie gut wir versorgen wollen.

    Denn RTWs sind oft unterwegs für Dinge, für die sie nicht gemacht sind.

    Viele Patient:innen rufen einen Rettungswagen, weil sie so hoffen, im Krankenhaus „schneller dran“ zu sein.

    Das Problem liegt in der Patientengruppe, die genau in der Mitte ist: Sie sind kein Notfall, den man direkt sieht und auch nicht gesund, sondern sie KÖNNTEN etwas haben, es ist aber nicht klar.

    Lucas fragt sich, ob vielleicht mehr Menschen dadurch sterben, weil wir überversorgen bzw. die Masse der Patient:innen zu viel ist.

    Laura erklärt, dass dies auch ihr Alltag ist. Hier ist es wichtig, ein Bauchgefühl zu entwickeln, dass etwas nicht stimmt. Je mehr SOPs es gibt und je weniger Platz es nach rechts und links gibt, desto weniger wird dieses Bauchgefühl ausgebildet.



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    1 hr and 13 mins
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