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2 alte wei(s)se Männer

2 alte wei(s)se Männer

By: Kirchberg & Reinhard
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Sie nennen sich selbstironisch „2 alte weis(s)e Männer“, die noch etwas zu sagen haben: Dr. Thomas Kirchberg, bis zu seinem Ruhestand Vorstandsmitglied eines Industrieunternehmens, und Michael Reinhard, zuletzt 21 Jahre lang Chefredakteur der Main-Post in Würzburg. In ihrer aktuellen Mutmacher-Staffel geht es jeden Freitag um das, was in aufgewühlten Zeiten besonders kostbar ist: Orientierung, Zuversicht und Mut. Wo liegen Lösungen? Was macht Mut? Was gibt konkreten Anlass zur Zuversicht? Antworten darauf suchen die beiden alten wei(s)sen Männer bei Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen, die klug einordnen, Orientierung geben – und für die eine hoffnungsvolle Zukunft keine Utopie ist. Wir lehnen Häme und Verunglimpfung gegenüber Andersdenkenden ab und werben für Respekt, Toleranz und Offenheit.Thomas Kirchberg und Michael Reinhard Economics Social Sciences
Episodes
  • Sabine Pfeiffer: Kollege KI oder Jobkiller – wie bedroht unsere Arbeitsplätze sind
    Jun 18 2026

    Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt – aber sie tut es anders, als viele Schlagzeilen vermuten lassen. In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit Prof. Dr. Sabine Pfeiffer über KI zwischen Hype, Hoffnung und Jobangst – und darüber, warum die Zukunft der Arbeit nicht allein von Algorithmen entschieden wird.

    Sabine Pfeiffer ist Professorin für Soziologie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Technik, Arbeit, Digitalisierung und gesellschaftlichem Wandel. Ihr Blick auf KI ist wohltuend nüchtern: Weder Technikrausch noch Untergangsstimmung helfen weiter. Entscheidend ist, was KI in konkreten Arbeitsprozessen tatsächlich leisten kann – und was ihr im Moment nur zugeschrieben wird.

    Gleich zu Beginn widerspricht Pfeiffer einer verbreiteten Erzählung: Die optimistische und die dystopische Sicht auf KI hätten oft denselben Kern – beide gingen davon aus, KI sei allmächtig. Für Pfeiffer liegt genau darin die größte Fehleinschätzung: Wir überschätzen häufig, was KI kann, und unterschätzen gleichzeitig die Komplexität menschlicher Arbeit. Viele Tätigkeiten bestehen eben nicht nur aus klar abgrenzbaren Routinen, sondern aus Erfahrungswissen, Improvisation, Verantwortung, Kommunikation und situativem Können.

    Im Gespräch wird deutlich: Unternehmen gehen sehr unterschiedlich mit KI um. Manche warten ab, andere probieren fast alles aus, was der Markt anbietet. Besonders kritisch sieht Pfeiffer Projekte, die nicht mit der Frage beginnen: Welches Problem wollen wir eigentlich lösen? Stattdessen werde häufig ein Tool eingeführt und erst danach nach einem passenden Anwendungsfall gesucht. So entstünden viele teure Pilotprojekte, die über einen „Proof of Concept“ nicht hinauskommen.

    Ein zentraler Punkt der Folge: KI ersetzt selten ganze Berufe, sondern verändert Tätigkeiten. Das klingt nach Entwarnung, ist aber keine Verharmlosung. Denn Arbeit verändert sich ständig – durch Technik, Organisation, Märkte und neue Anforderungen. Entscheidend ist, ob Beschäftigte auf eine einzelne Tätigkeit reduziert sind oder ob ihr Beruf aus vielen Facetten besteht. Je breiter, erfahrungsreicher und vielfältiger Arbeit organisiert ist, desto weniger lässt sie sich einfach automatisieren.

    Der Mutmacher dieser Folge liegt in Pfeiffers Vertrauen in die Menschen. Deutschland habe mit seiner beruflichen Ausbildung eine enorme Stärke: Millionen Beschäftigte, die Praxis und Theorie verbinden, Fachwissen mit Erfahrung koppeln und Veränderungen im Alltag konkret bewältigen. Oft könnten Menschen mehr, als sie an ihrem Arbeitsplatz zeigen dürfen. Genau darin sieht Pfeiffer einen großen Grund zur Zuversicht.

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    Unser neues Buch ist erschienen:

    „2 alte wei(s)se Männer: Mutmacher für schwere Zeiten – was hoffen lässt“

    Jetzt im Buchhandel und auf allen gängigen Plattformen erhältlich.

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    57 mins
  • Sabine Kuhlmann: Welche Staatsreformen sind den Menschen zuzumuten?
    Jun 4 2026

    Was trauen Staat und Politik den Bürgerinnen und Bürgern eigentlich noch zu – und was trauen die Bürger dem Staat noch zu? In dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg mit Prof. Dr. Sabine Kuhlmann über Staatsmodernisierung, Verwaltungsreform, Bürokratie, Digitalisierung und die Frage, warum viele Menschen den Staat im Alltag nicht mehr als handlungsfähig erleben.

    Sabine Kuhlmann ist Verwaltungswissenschaftlerin an der Universität Potsdam und eine der profiliertesten Stimmen in Deutschland, wenn es um die Leistungsfähigkeit öffentlicher Institutionen, Föderalismus, Verwaltungsdigitalisierung und bessere Rechtsetzung geht. Ihr Befund zu Beginn: Es gibt viele gute Reformideen – aber die Umsetzung bleibt zu oft schleppend. Genau dadurch entsteht bei Bürgerinnen und Bürgern das Gefühl, dass vieles versprochen, aber zu wenig sichtbar eingelöst wird.

    Im Gespräch macht Kuhlmann deutlich: Die Unzufriedenheit mit dem Staat ist nicht nur ein Gefühl. Gerade dort, wo Verwaltung direkt mit Bürgerinnen und Bürgern in Kontakt kommt – auf kommunaler Ebene, in Bürgerämtern, bei Anträgen, Genehmigungen oder Sozialleistungen – zeigen sich reale Überlastung, Fachkräftemangel, zu viele neue Aufgaben und eine weiterhin zu langsame Digitalisierung. Der Frust entlädt sich oft an den Menschen in der Verwaltung, obwohl die Ursachen häufig in überkomplexen Strukturen, wachsender Regulierung und politisch gesetzten Aufgaben liegen.

    Ein zentrales Thema ist die Frage, ob Deutschland bei Regeln und Verfahren nicht zu oft versucht, jede Einzelfallgerechtigkeit bis ins Detail abzubilden – und dadurch am Ende neue Ungerechtigkeit erzeugt. Kuhlmann argumentiert: Wenn Ansprüche, Zuständigkeiten und Verfahren so kompliziert werden, dass selbst Berechtigte ihre Leistungen nicht mehr beantragen oder verstehen, entsteht ein echtes Gerechtigkeitsproblem. Mehr Pauschalierung, einfachere Regeln, digitale Verfahren und gebündelte Zuständigkeiten könnten deshalb nicht weniger, sondern mehr Gerechtigkeit schaffen.

    Auf die Frage, wo eine Bundesregierung konkret ansetzen sollte, nennt Kuhlmann drei große Hebel: erstens Strukturen vereinfachen und Aufgaben bündeln, zweitens die Verwaltungsdigitalisierung konsequent voranbringen und drittens Gesetze von Anfang an praxistauglicher machen.

    Der Mutmacher dieser Folge: Es gibt Ansatzpunkte zur Modernisierung. Es gibt gute Ideen, ein neues Bewusstsein für das Thema, ein eigenes Digital- und Staatsmodernisierungsministerium und viele junge Menschen, die sich für Politik, Verwaltung und Reformen interessieren. Kuhlmanns Zuversicht liegt genau darin: dass eine neue Generation mit frischem Blick, mehr digitaler Selbstverständlichkeit und vielleicht auch etwas mehr Radikalität Dinge voranbringen kann.

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    49 mins
  • Ronja von Wurmb-Seibel: Wie Verbundenheit Mut macht
    May 21 2026

    Kriege, Klimawandel, politische Erschütterungen, gesellschaftliche Gereiztheit – und dazu ein Nachrichtenstrom, der kaum noch Pausen kennt. Viele Menschen leben inzwischen mit einem Dauerkrisengefühl: nicht immer im Panikmodus, aber in ständiger Anspannung. Genau darüber sprechen Michael Reinhard und Thomas Kirchberg in dieser Folge von „2 alte wei(s)se Männer“ mit Ronja von Wurmb-Seibel.

    Sie ist Journalistin, Autorin und Filmemacherin. Wurmb-Seibel studierte Politikwissenschaften in München, arbeitete zunächst als Redakteurin im Politikressort der ZEIT und machte sich 2013 selbständig. Bekannt wurde sie unter anderem durch ihre Arbeit als Reporterin in Kabul. Ihre journalistische Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet. In ihrem Bestseller „Wie wir die Welt sehen“ beschäftigt sie sich damit, wie Nachrichten unser Denken prägen – und wie wir lernen können, die Welt wahrzunehmen, ohne an ihr zu verzweifeln. Außerdem hat sie mit „Zusammen“ ein Buch und einen Film vorgelegt, in denen es um die Kraft von Verbundenheit geht.

    Im Gespräch beschreibt Ronja von Wurmb-Seibel, was negative Nachrichten mit uns machen können: Ohnmacht verstärken, Rückzug fördern und das Gefühl erzeugen, die Welt werde immer schlechter – und wir könnten nichts daran ändern. Gleichzeitig macht sie deutlich: Es geht nicht darum, wegzuschauen oder sich von Krisen nicht mehr berühren zu lassen. Entscheidend sei vielmehr, neben dem Problem immer auch nach dem nächsten möglichen Schritt zu suchen. Ihre Formel dafür: „Scheiße plus X“ – also: Was ist der erste kleine Schritt in Richtung Lösung?

    Ein zentrales Thema der Folge ist Verbundenheit. Für Ronja von Wurmb-Seibel ist sie weit mehr als Trost. Verbundenheit ist ein konkreter Hebel gegen Ohnmacht – im Privaten wie im Politischen. Sie spricht von „Mini-Demokratien“: Familien, Freundeskreise, Nachbarschaften, Vereine, Teams. Je stabiler diese kleinen Räume des Miteinanders sind, desto stabiler kann auch die Demokratie als Ganzes werden.

    Außerdem geht es um Mut. Mut entsteht nicht nur durch große Gesten, sondern oft durch kleine Schritte: den Mund aufmachen, wenn Menschen abgewertet werden; ein Gespräch beginnen; sich engagieren; an Türen klingeln; zuhören, ohne den anderen sofort überzeugen zu wollen. Ronja von Wurmb-Seibel erzählt von ihrer eigenen politischen Kandidatur und davon, wie sehr direkte Gespräche mit Menschen ihr Bild von Gesellschaft verändert haben.

    Am Ende bleibt ein klarer Mutmacher-Gedanke: Wir sind nicht so ohnmächtig, wie es sich manchmal anfühlt. Es gibt immer einen nächsten Schritt. Und oft beginnt er dort, wo Menschen wieder miteinander ins Gespräch kommen.

    Und wenn Sie unsere Gespräche auch jenseits des Podcasts nachlesen möchten:

    Unser neues Buch ist erschienen:

    „2 alte wei(s)se Männer: Mutmacher für schwere Zeiten – was hoffen lässt“

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