Die gesellschaftliche Debatte über die Zusammensetzung der deutschen Nationalmannschaft ist vor dem Start der WM in Amerika erneut aufgepoppt. Inwieweit soll die DFB-Elf auch ein Spiegelbild der nationalen Identität sein? Während Trainer und Spieler die Frage bereits als diskriminierend kritisieren, und das Team als Repräsentanten einer modernen Einwanderungsgesellschaft verteidigen, fordern Teile der Bevölkerung sowie rechte Politiker eine ethnische Homogenität. Der Sportsoziologe Gunter Gebauer ordnet diesen Konflikt wissenschaftlich ein und verdeutlicht, dass die DFB-Elf als Projektionsfläche für gegensätzliche Vorstellungen von Zugehörigkeit dient. Historische Vergleiche zeigen dabei auf, dass die Spannung zwischen internationalem Sportgeist und völkischem Denken kein neues Phänomen ist. Letztlich geht es in der Diskussion weniger um Fußball als um die grundlegende Frage, wie sich Deutschland als Nation im Wandel selbst definiert.
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