• Igor Sekreta: Wie kann der Ukrainekrieg enden? Belarus über Frieden und eine neue Sicherheitsordnung
    Nov 5 2026

    Warum scheiterten die Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine im Frühjahr 2022? Und welche Voraussetzungen braucht es, um den Krieg zu beenden?

    Im Gespräch mit Patrik Baab spricht Igor Sekreta, stellvertretender Außenminister von Belarus, über die Perspektive seines Landes auf den Ukrainekrieg, die gescheiterten Friedensgespräche und eine neue Sicherheitsordnung in Eurasien.

    Sekreta lehnt die Einteilung in Gewinner und Verlierer ab. Seine Position: Alle Länder der Region hätten durch diesen Krieg verloren. Statt die militärische Konfrontation fortzusetzen, brauche es Verhandlungen, Sicherheitsgarantien und eine langfristige Friedensordnung.

    Ein Schwerpunkt ist der Verhandlungsprozess im Frühjahr 2022. Sekreta schildert, welche Rolle Belarus als Verhandlungsort spielte, warum seiner Ansicht nach keine Einigung zustande kam und welche politischen Entscheidungen den Friedensprozess scheitern ließen.

    Darüber hinaus stellt er eine neue Sicherheitsarchitektur für Eurasien vor. Dabei sollen auch Russland, China und weitere Staaten einbezogen werden. Eine entsprechende Sicherheitscharta soll einen Rahmen für gemeinsame Interessen und langfristige Stabilität schaffen.

    Auch die deutsch-belarussischen Beziehungen kommen zur Sprache. Sekreta kritisiert die Verschlechterung der diplomatischen Kontakte und plädiert für eine Wiederaufnahme des Dialogs.

    Zum Schluss geht es um die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und die Gefahr einer nuklearen Eskalation. Sekreta warnt vor den Risiken der gegenwärtigen Konfrontation und fordert, gemeinsame Interessen stärker in den Mittelpunkt der Diplomatie zu stellen.

    Themen dieser Folge:

    – Kann der Ukrainekrieg durch Verhandlungen beendet werden?
    – Warum Sekreta Gewinner und Verlierer ablehnt
    – Belarus und die Friedensverhandlungen 2022
    – Warum der damalige Friedensprozess scheiterte
    – Russlands Sicherheitsinteressen und Sicherheitsgarantien
    – Eine neue Sicherheitsordnung für Eurasien
    – Die geplante eurasische Sicherheitscharta
    – Deutschland und Belarus
    – Geschichtsrevisionismus und der Zweite Weltkrieg
    – Die Gefahr einer nuklearen Eskalation
    – Die Rolle der Diplomatie

    Igor Sekreta:

    „Jedes Land in der Region hat durch diesen Konflikt verloren.“

    (Übersetzung aus dem Englischen)

    Kapitel:

    00:00 – Intro
    01:31 – Aussichten auf ein Kriegsende & die Rolle von Belarus
    03:36 – Wer verliert in diesem Konflikt?
    06:35 – Die Friedensverhandlungen im Frühjahr 2022
    08:40 – Neue Sicherheitsordnung im eurasischen Raum (Charta-Prozess)
    11:06 – Deutsch-belarussische Beziehungen
    13:27 – Geschichtsrevisionismus & Lehren aus der Geschichte
    15:06 – Nukleare Eskalationsrisiken & Diplomatie

    Hinweis: Igor Sekreta vertritt als stellvertretender Außenminister die Perspektive der belarussischen Regierung. Seine Einschätzungen zu den Kriegsursachen und Friedensverhandlungen sind politische Positionen des Gesprächspartners. Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG.

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  • Sabine Schiffer: Wie Medien zur Kriegspartei werden – Propaganda, Macht und Manipulation
    Nov 1 2026

    Sind Medien noch unabhängige Beobachter – oder werden sie selbst zur Kriegspartei?

    Die Medienwissenschaftlerin Prof. Sabine Schiffer kritisiert, dass Journalisten in Kriegs- und Krisenzeiten häufig die Sprache und Perspektiven von Regierungen, Thinktanks und Lobbygruppen übernehmen. Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt sie, warum sie die Medien eher als „Getriebene“ sieht, die zugleich „kräftig mittreiben“.

    Wie entstehen Feindbilder? Warum werden Kriege unterschiedlich beschrieben? Und was passiert, wenn Journalisten ihre Rolle als kritische „vierte Gewalt“ aufgeben?

    Schiffer untersucht die Mechanismen hinter der Berichterstattung: strategische Kommunikation, Geheimdienstquellen, gezielt platzierte Informationen und PR-Apparate mit erheblichen finanziellen Ressourcen.

    Dabei geht es nicht nur um bewusste Einflussnahme. Auch ökonomischer Druck, Karriereanreize und die Angst, mit unbequemen Fragen anzuecken, können dazu führen, dass Redaktionen immer ähnlicher berichten.

    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Macht der Medienbesitzer und die Krise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Schiffer kritisiert dessen gegenwärtige Strukturen, hält aber an der Idee eines unabhängig finanzierten Journalismus fest.

    Auch transatlantische Netzwerke und europäische Regeln gegen Desinformation diskutiert sie kritisch – insbesondere dort, wo sie Gefahren für Meinungsfreiheit und journalistische Eigenständigkeit sieht.

    Das Gespräch endet nicht bei der Medienkritik: Schiffer zeigt, wie sich Nachrichten anhand von Wortwahl, Bildauswahl, Quellen und Auslassungen genauer prüfen lassen. Sie fordert systematische Medienbildung an Schulen und eine Demokratisierung der Medien.

    Buch:
    Sabine Schiffer – „Medienanalyse. Ein kritisches Lehrbuch“

    Kapitel:

    00:00 - Intro
    01:22 - Medien auf dem Weg in den Krieg?
    03:25 - Treiber oder Getriebene?
    06:53 - Feindbilder & Grundgesetz
    13:33 - Journalismus als Kriegspartei
    16:27 - Strategische Kommunikation & Geheimdienste
    22:42 - Kriegsberichterstattung & Aktualisierung
    27:11 - Ökonomischer Druck & Konformismus
    33:40 - Symptomberichte & Tabuthemen
    39:10 - Think Tanks & Medienpräsenz
    44:10 - PR-Apparate vs. freier Journalismus
    52:13 - Besitzverhältnisse & Rundfunkkrise
    55:15 - Versagen des öffentlich-rechtlichen Systems
    01:00:13 - Soziale Selektion im Journalismus
    01:07:54 - Transatlantische Netzwerke & Politiknähe
    01:12:30 - Zensur & Desinformationsdebatte
    01:16:17 - Manipulation & kritisches Lesen
    01:21:00 - Medienkompetenz an Schulen
    01:26:30 - Fazit: Demokratisierung der Medien

    Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Die politischen Einschätzungen und Vorwürfe geben die Perspektiven der Gesprächspartner wieder.

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  • (DEUTSCH) Joe Lauria: Wer regiert Amerika wirklich? Trump, Lobbyismus und die Krise der Demokratie
    Oct 31 2026

    Wer regiert die USA wirklich? Donald Trump, die gewählten Volksvertreter – oder die mächtigen Interessen hinter ihnen?

    Amerika steht vor den Midterm-Wahlen. Doch für den US-Journalisten Joe Lauria reicht der Blick auf Republikaner und Demokraten nicht aus, um die politische Krise seines Landes zu verstehen.

    Im Gespräch mit Patrik Baab zeichnet der Chefredakteur von „Consortium News“ das Bild einer Gesellschaft, in der wirtschaftliche Interessen, Lobbygruppen und die Rüstungsindustrie großen Einfluss auf politische Entscheidungen ausüben.

    Lauria kritisiert Trumps Außenpolitik, insbesondere den Krieg gegen Iran und die amerikanische Unterstützung Israels. Er erklärt, warum er bei den Zwischenwahlen mit erheblichen Verlusten für die Republikaner rechnet und welche Folgen das für Trump haben könnte.

    Doch die Krise reicht seiner Ansicht nach tiefer.

    Millionen amerikanische Arbeiter fühlen sich von beiden großen Parteien im Stich gelassen. Trump versprach, Industriearbeitsplätze zurückzubringen. Lauria bezweifelt, dass seine Zollpolitik dieses Versprechen erfüllen kann. Gleichzeitig bedroht künstliche Intelligenz zahlreiche Arbeitsplätze, während Gewerkschaften an Einfluss verloren haben.

    Wer vertritt diese Menschen noch?

    Auch die Medien stehen in der Kritik. Lauria beschreibt eine Öffentlichkeit, die zunehmend in zwei politische Lager zerfällt. Statt die Mächtigen zu kontrollieren, würden große Medienhäuser seiner Ansicht nach häufig die Interessen ihrer jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Verbündeten vertreten.

    Das Gespräch führt weiter zu Big Tech, KI in der Rüstungsindustrie, amerikanischen Stellvertreterkriegen und Trumps Personenkult. Lauria spricht über mögliche autoritäre Entwicklungen, die Grenzen der US-Verfassung und die Frage, ob J. D. Vance oder Marco Rubio Trumps politisches Erbe antreten könnten.

    Am Ende geht es um eine grundsätzliche Frage: Was passiert, wenn die Amerikaner das Vertrauen in ihre Demokratie verlieren?

    Lauria spricht von der „edlen Lüge“ – einem nationalen Selbstbild, das die Bevölkerung seiner Auffassung nach daran hindert, die tatsächlichen Machtverhältnisse zu erkennen.

    Ein Gespräch über Trump, die Midterms, politische Macht, soziale Spaltung und die Zukunft der amerikanischen Demokratie.

    Kapitel:

    00:00 - Intro
    02:13 - US-Midterm-Wahlen: Ausblick & Machtverhältnisse
    03:07 - US-Außenpolitik, Iran & die Rolle Israels
    06:15 - Wer regiert die USA wirklich? Parteien & Lobbymacht
    09:22 - Die Rolle von Big Tech und KI in der Rüstung
    10:48 - US-Wirtschaft: Arbeitsplätze, Zölle & die Arbeiterklasse
    14:58 - Vertrauensverlust & politische Repräsentation der Arbeiter
    17:35 - Mainstream-Medien, Polarisierung & Meinungsmache
    22:02 - Geopolitische Strategie: Stellvertreterkriege & Bündnispartner
    24:38 - Personenkult, Machtsymbole & die Verfassung
    29:36 - Mögliche Nachfolge im Weißen Haus: Vance oder Rubio?
    34:30 - US-Sicherheitsstrategie & Netzwerke in Europa
    36:01 - Soziale Spaltung & der Mythos der „Edlen Lüge“

    Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Politische Bewertungen, Vorwürfe und Prognosen des Gastes geben dessen Sichtweise wieder.

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  • Joe Lauria: Wer regiert Amerika wirklich? Trump, Lobbyismus und die Krise der Demokratie
    Oct 29 2026

    Wer regiert die USA wirklich? Donald Trump, die gewählten Volksvertreter – oder die mächtigen Interessen hinter ihnen?

    Amerika steht vor den Midterm-Wahlen. Doch für den US-Journalisten Joe Lauria reicht der Blick auf Republikaner und Demokraten nicht aus, um die politische Krise seines Landes zu verstehen.

    Im Gespräch mit Patrik Baab zeichnet der Chefredakteur von „Consortium News“ das Bild einer Gesellschaft, in der wirtschaftliche Interessen, Lobbygruppen und die Rüstungsindustrie großen Einfluss auf politische Entscheidungen ausüben.

    Lauria kritisiert Trumps Außenpolitik, insbesondere den Krieg gegen Iran und die amerikanische Unterstützung Israels. Er erklärt, warum er bei den Zwischenwahlen mit erheblichen Verlusten für die Republikaner rechnet und welche Folgen das für Trump haben könnte.

    Doch die Krise reicht seiner Ansicht nach tiefer.

    Millionen amerikanische Arbeiter fühlen sich von beiden großen Parteien im Stich gelassen. Trump versprach, Industriearbeitsplätze zurückzubringen. Lauria bezweifelt, dass seine Zollpolitik dieses Versprechen erfüllen kann. Gleichzeitig bedroht künstliche Intelligenz zahlreiche Arbeitsplätze, während Gewerkschaften an Einfluss verloren haben.

    Wer vertritt diese Menschen noch?

    Auch die Medien stehen in der Kritik. Lauria beschreibt eine Öffentlichkeit, die zunehmend in zwei politische Lager zerfällt. Statt die Mächtigen zu kontrollieren, würden große Medienhäuser seiner Ansicht nach häufig die Interessen ihrer jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Verbündeten vertreten.

    Das Gespräch führt weiter zu Big Tech, KI in der Rüstungsindustrie, amerikanischen Stellvertreterkriegen und Trumps Personenkult. Lauria spricht über mögliche autoritäre Entwicklungen, die Grenzen der US-Verfassung und die Frage, ob J. D. Vance oder Marco Rubio Trumps politisches Erbe antreten könnten.

    Am Ende geht es um eine grundsätzliche Frage: Was passiert, wenn die Amerikaner das Vertrauen in ihre Demokratie verlieren?

    Lauria spricht von der „edlen Lüge“ – einem nationalen Selbstbild, das die Bevölkerung seiner Auffassung nach daran hindert, die tatsächlichen Machtverhältnisse zu erkennen.

    Ein Gespräch über Trump, die Midterms, politische Macht, soziale Spaltung und die Zukunft der amerikanischen Demokratie.

    Kapitel:

    00:00 - Intro
    02:13 - US-Midterm-Wahlen: Ausblick & Machtverhältnisse
    03:07 - US-Außenpolitik, Iran & die Rolle Israels
    06:15 - Wer regiert die USA wirklich? Parteien & Lobbymacht
    09:22 - Die Rolle von Big Tech und KI in der Rüstung
    10:48 - US-Wirtschaft: Arbeitsplätze, Zölle & die Arbeiterklasse
    14:58 - Vertrauensverlust & politische Repräsentation der Arbeiter
    17:35 - Mainstream-Medien, Polarisierung & Meinungsmache
    22:02 - Geopolitische Strategie: Stellvertreterkriege & Bündnispartner
    24:38 - Personenkult, Machtsymbole & die Verfassung
    29:36 - Mögliche Nachfolge im Weißen Haus: Vance oder Rubio?
    34:30 - US-Sicherheitsstrategie & Netzwerke in Europa
    36:01 - Soziale Spaltung & der Mythos der „Edlen Lüge“

    Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG. Politische Bewertungen, Vorwürfe und Prognosen des Gastes geben dessen Sichtweise wieder.

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    42 mins
  • Andrej Fursow: Das Ende des Kapitalismus – Was kommt danach?
    Oct 25 2026

    Was kommt nach dem Kapitalismus? Und könnte die neue Weltordnung noch unfreier werden als die alte?

    Der russische Historiker Andrej Fursow ist überzeugt: Wir erleben nicht einfach eine weitere Wirtschaftskrise, sondern das Ende einer historischen Epoche. Die bisherige Weltordnung zerfällt. An ihre Stelle könnte ein System treten, in dem nicht mehr die Kontrolle über Kapital und Produktion entscheidend ist, sondern die Macht über Informationen, Bildung und menschliches Verhalten.

    Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt Fursow, warum er den Kapitalismus für erschöpft hält und weshalb er erwartet, dass der Übergang in eine neue Ordnung von Kriegen begleitet wird.

    Seine Prognosen sind düster: Die westliche Mittelschicht könnte weitgehend verschwinden, demokratische Institutionen an Bedeutung verlieren und digitale Plattformen zunehmend bestimmen, was Menschen denken, kaufen und benötigen.

    Für diese mögliche Entwicklung verwendet Fursow den Begriff „Bio-Öko-Digitalfaschismus“. Damit beschreibt er metaphorisch eine Gesellschaft umfassender Kontrolle und extremer sozialer Ungleichheit. Zugleich betont er, dass es keine einheitliche Weltregierung gebe, sondern konkurrierende Machtgruppen mit unterschiedlichen Interessen.

    Welche Rolle spielen dabei Finanzkapital, Geheimdienste und internationale Konzerne? Warum betrachtet Fursow die Bildungskrise als eine der größten Gefahren unserer Zeit? Und was geschieht mit einer Gesellschaft, in der Menschen zwar Antworten abrufen, aber immer seltener selbstständig Fragen stellen?

    Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf die geopolitische Zukunft. Fursow warnt vor einer neuen Ära langwieriger Kriege, analysiert das Machtverhältnis zwischen den USA, Russland und China und kritisiert die politische Führung Westeuropas.

    Zum Schluss geht es um Deutschland: Wie souverän ist die Bundesrepublik? Können sich die deutsch-russischen Beziehungen noch erholen?

    Ein kontroverses Gespräch über den Zerfall alter Machtstrukturen, die Zukunft der Demokratie und die Frage, ob die Menschheit den kommenden Systemwechsel selbst mitgestalten kann.

    Kapitel:

    00:00 – Intro
    01:00 – Andrej Fursow über das Ende des Kapitalismus
    02:00 – Der Zerfall der Nachkriegsordnung
    04:30 – Russland, China und die neue Ordnung
    05:40 – Warum Weltordnungen durch Kriege entstehen
    08:45 – Finanzkapitalismus und Krieg
    11:10 – Ist die Demokratie in Gefahr?
    14:10 – Digitale Kontrolle über den Menschen
    16:40 – Gibt es eine geheime Weltregierung?
    17:20 – Vier Zukunftsszenarien
    22:20 – Was ist Bio-Öko-Digitalfaschismus?
    24:05 – Das Ende der Mittelschicht?
    27:55 – Warum Imperien zerfallen
    29:30 – Deep State und Geheimdienste
    33:00 – Ist Demokratie ein Auslaufmodell?
    34:30 – Angst als Herrschaftsinstrument
    37:15 – Konkurrierende Machtgruppen
    40:15 – Entindustrialisierung und gesellschaftlicher Umbau
    41:30 – Bildungskrise, KI und selbstständiges Denken
    45:50 – Machtverlust der Nationalstaaten
    49:55 – Digitale Plattformen und Verhaltenssteuerung
    53:00 – Eine Zukunft schlimmer als Orwells „1984“?
    56:05 – Widerstand und Kriegsgefahr
    01:03:10 – Hitler, Canaris und historische Fehleinschätzungen
    01:05:40 – Ein neues Jahrhundert der Kriege?
    01:08:45 – Kritik an den europäischen Eliten
    01:11:35 – Russland, China und der geopolitische Machtkampf
    01:16:30 – Deutschlands Souveränität und deutsch-russische Beziehungen

    Hinweis: Die im Interview vertretenen historischen Deutungen, politischen Bewertungen und Zukunftsszenarien sind Positionen des Gesprächspartners. Insbesondere Aussagen über geheime Machtstrukturen und politische Absichten sind nicht als gesicherte Tatsachen zu verstehen.

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    1 hr and 21 mins
  • Justus Frantz: „Wir müssen widersprechen!“ – Über Merz, Russland und die Macht der Musik
    Oct 22 2026

    „Wir wollen ja widersprechen und wir müssen widersprechen, denn sonst würde ja die Politik vollkommen verrückt werden.“

    Justus Frantz nimmt kein Blatt vor den Mund. Auf seiner Finca auf Gran Canaria spricht der weltbekannte Dirigent und Pianist mit Patrik Baab über die politische Entwicklung Deutschlands, den Verlust kultureller Werte und die wachsende Konfrontation mit Russland.

    Seine Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, Verteidigungsminister Boris Pistorius und Außenminister Johann Wadephul fällt scharf aus. Frantz wirft der politischen Führung vor, den Frieden aus den Augen verloren zu haben. Er fordert mehr demokratische Toleranz, Respekt vor dem Wählerwillen und eine Politik, die sich wieder am Wohl der Bevölkerung orientiert.

    Doch dieses Gespräch ist weit mehr als eine politische Abrechnung.

    Frantz erzählt von seiner Freundschaft mit Helmut Schmidt, der auf seiner Finca Bücher schrieb, Schach spielte und am Klavier Trost in der Musik Johann Sebastian Bachs fand. Er erinnert sich an Leonard Bernstein und die Gründung des Schleswig-Holstein Musik Festivals, das für ihn von Anfang an ein Friedensprojekt war.

    Mitten im Kalten Krieg gelang es Frantz, Künstler aus der DDR und der Sowjetunion nach Deutschland zu holen. Musik sollte Menschen verbinden, die politisch voneinander getrennt waren.

    Besonders persönlich wird das Gespräch, als Frantz von seiner Freundschaft mit dem russischen Dirigenten Valery Gergiev erzählt. Warum hielt er zu ihm, als andere auf Distanz gingen? Welche Folgen hatte diese Loyalität für ihn selbst? Und was sagt dieser Konflikt über den heutigen Umgang mit russischer Kultur aus?

    Frantz erinnert sich auch an ein außergewöhnliches Geschenk zu seinem 80. Geburtstag: Gergievs Aufführung von Beethovens „Missa solemnis“.

    Am Ende richtet sich der Blick auf die Zukunft. Frantz beklagt den Verlust von Bildung, kulturellem Bewusstsein und geistigen Idealen. Zugleich erklärt er, warum Musik für ihn bis heute Trost spendet – und weshalb selbst in schweren Zeiten Hoffnung bleibt.

    Ein Gespräch über Politik und Krieg, Freundschaft und Loyalität, große Musiker und die Frage, was von Europas kulturellen Werten geblieben ist.

    Kapitel:

    00:00 – Intro
    01:48 – Zu Gast bei Justus Frantz auf Gran Canaria
    02:48 – Kritik an Friedrich Merz und der deutschen Politik
    05:39 – Demokratie, Toleranz und Grundgesetz
    08:36 – Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt
    12:18 – Die heutige CDU-Führung
    18:09 – Johann Wadephul und der Kulturverlust
    20:20 – Politiker und der Wille des Volkes
    22:22 – Persönliche Erinnerungen an Helmut Schmidt
    25:10 – Sicherheitspolitik
    27:00 – Brandmauer und Musikfestival als Friedensprojekt
    31:52 – Junge Talente und Valery Gergiev
    37:54 – Gergievs Ausladung: Freundschaft und Loyalität
    42:07 – Beethovens „Missa solemnis“
    44:11 – Der Blick auf Russland heute
    50:37 – Meinungsfreiheit, Zensur und Kritik
    53:37 – „Extremismus der Mitte“ und Alternativen
    55:40 – Kulturverfall, Bildung und Hedonismus
    57:38 – Musik als Trost und Hoffnung
    01:01:54 – Musikalischer Ausklang

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    1 hr and 22 mins
  • Michael von der Schulenburg: „Die EU wird in dieser Form nicht überleben“
    Oct 18 2026

    „Die Europäische Union wird in der heutigen Form nicht überleben.“ Mit dieser Prognose warnt der ehemalige UN-Diplomat und heutige Europaabgeordnete Michael von der Schulenburg vor den Folgen der europäischen Ukrainepolitik.

    Im Gespräch mit Patrik Baab erklärt er, warum er bei Europas politischer Führung einen gefährlichen Realitätsverlust beobachtet. Während sich die globalen Machtverhältnisse zugunsten Chinas und der BRICS-Staaten verschieben, halte die EU an überholten Vorstellungen ihrer eigenen Stärke fest. Statt diplomatische Lösungen zu entwickeln, setze sie auf Sanktionen, militärische Unterstützung und moralische Verurteilungen.

    Besonders scharf kritisiert von der Schulenburg den Umgang des Europäischen Parlaments mit dem Ukrainekrieg. Aus eigener Erfahrung schildert er, wie über weitere Waffenlieferungen und militärische Eskalation abgestimmt wird, während diplomatische Initiativen seiner Ansicht nach kaum eine Rolle spielen.

    Der frühere UN-Diplomat hält den Krieg für die Ukraine militärisch verloren und warnt vor einer weiteren Zerstörung des Landes. Seine Befürchtung: Ohne Verhandlungen könnte die Ukraine langfristig zu einem nicht mehr funktionsfähigen Staat werden.

    Doch warum wird nicht verhandelt?

    Von der Schulenburg sieht ein zentrales Hindernis darin, dass europäische Politiker die russischen Sicherheitsinteressen nicht ausreichend berücksichtigen. Er fordert direkte Gespräche mit Moskau und schlägt eine neutrale Ukraine außerhalb von NATO und EU vor. Zugleich erläutert er anhand seiner Erfahrungen als internationaler Vermittler, wie Friedensverhandlungen überhaupt wieder in Gang kommen könnten.

    Auch Deutschlands Rolle steht zur Debatte: Sollte Berlin eine militärische Führungsrolle in Europa anstreben – oder stattdessen zum wichtigsten Vermittler für einen europäischen Frieden werden?

    Am Ende steht eine grundsätzliche Frage: Kann Europa seinen politischen Kurs noch rechtzeitig ändern, bevor der Ukrainekrieg die Zukunft der Europäischen Union dauerhaft verändert?

    Themen dieser Folge:

    – Krise des traditionellen Parteiensystems
    – Europas politischer Realitätsverlust
    – BRICS und die neue globale Machtverteilung
    – Ukrainekrieg und militärische Eskalation
    – Fehlende Diplomatie im EU-Parlament
    – Warum Friedensverhandlungen scheitern
    – Russlands Sicherheitsinteressen und die NATO
    – Eine neutrale Ukraine als Friedensmodell?
    – Wirtschaftlicher Niedergang und Europas Isolation
    – Deutschlands Verhältnis zu Russland und den USA
    – Die Rolle Ursula von der Leyens
    – Das Risiko eines ukrainischen Staatszerfalls
    – Deutschlands mögliche Rolle als Friedensvermittler

    Michael von der Schulenburg:
    „Der Weg ist einfach, dass wir mit Russland reden müssen. Wir müssen uns hinsetzen.“

    Kapitel:

    00:00 – Intro
    01:33 – Vorstellung: Michael von der Schulenburg
    02:07 – Krise des Parteiensystems
    05:37 – Europas politischer Realitätsverlust
    09:24 – Globale Machtverschiebung & BRICS
    12:00 – Ukrainekrieg & Eskalationsrisiken
    16:13 – Fehlende Diplomatie im EU-Parlament
    18:27 – Warum Verhandlungen blockiert sind
    20:54 – Sicherheitsinteressen & Kriegsursachen
    24:05 – Russische Positionen & gescheiterte Strategien
    27:00 – Wirtschaftliche Folgen & Isolation Europas
    31:32 – Europäische Eliten & die USA
    35:56 – Deutschlands Interessen & Militärstrategie
    39:19 – Europas gescheiterte Großmacht-Vision?
    43:29 – Drohender Kollaps der Ukraine
    45:18 – Gibt es einen Weg zum Frieden?

    Die Aussagen und Prognosen des Gesprächspartners geben dessen persönliche politische Einschätzungen wieder. Das Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG.

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    49 mins
  • (DEUTSCH) Jeffrey Sachs: 180 Jahre Konfrontation mit Russland – Europas verpasste Friedenschancen
    Oct 17 2026

    Hat Europa über Jahrzehnte die Chance auf Frieden mit Russland verspielt? Der amerikanische Ökonom und Columbia-Professor Jeffrey Sachs ist überzeugt, dass Europas heutige Russlandpolitik Teil eines historischen Fehlers ist, dessen Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.

    Im Gespräch mit Patrik Baab erläutert Sachs die zentralen Thesen seines neuen Buches „Europas strategischer Fehler“. Er zeichnet eine Linie von der britischen Russlandpolitik der 1840er-Jahre über den Krimkrieg, Bismarcks Bündnispolitik und die beiden Weltkriege bis zur NATO-Osterweiterung und zum heutigen Ukrainekrieg.

    Dabei stellt Sachs eine weitreichende Frage: Hätte die europäische Geschichte anders verlaufen können?

    Besonders ausführlich beschäftigt er sich mit Deutschland. Nach seiner Interpretation hätte die Stalin-Note von 1952 eine frühere Wiedervereinigung ermöglichen können. Österreichs Neutralität von 1955 betrachtet er als Beispiel für eine alternative Sicherheitsordnung. Beide historischen Deutungen sind Gegenstand wissenschaftlicher Kontroversen.

    Auch die Zeit nach 1989 spielt eine entscheidende Rolle. Sachs war damals selbst als Wirtschaftsberater in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion tätig. Er berichtet von seinen Begegnungen mit Michail Gorbatschow, Boris Jelzin, Helmut Kohl und Hans-Dietrich Genscher – und erklärt, warum er die damaligen Hoffnungen auf eine gemeinsame europäische Friedensordnung für gescheitert hält.

    Im Zentrum steht seine Kritik an der NATO-Osterweiterung. Sachs interpretiert den Ukrainekrieg als vermeidbare Eskalation einer westlichen Machtpolitik, die russische Sicherheitsinteressen nicht ausreichend berücksichtigt habe. Die Verantwortung für Russlands großangelegte Invasion 2022 und die Frage nach der souveränen Entscheidung der Ukraine bleiben dabei wesentliche Streitpunkte.

    Doch Sachs bleibt nicht bei der historischen Analyse stehen. Er fordert direkte Gespräche zwischen Deutschland und Russland, eine Rückkehr zur Diplomatie und eine europäische Sicherheitsordnung, die nicht ausschließlich auf militärischen Bündnissen beruht.

    Welche Rolle könnte die OSZE dabei spielen? Was müsste Bundeskanzler Friedrich Merz ändern? Und wie kann Europa seine Beziehungen zu Russland, China und den USA neu gestalten?

    Themen dieser Folge:

    – Europas Russlandpolitik und ihre historischen Wurzeln– Das britische Empire, das Great Game und der Krimkrieg– Bismarcks Bündnispolitik und der Erste Weltkrieg– Kalter Krieg und deutsche Neutralität– Die Stalin-Note von 1952 und Adenauers Entscheidung– Österreich 1955 als alternatives Sicherheitsmodell– Sachs’ persönliche Erfahrungen während der Wendezeit– Gorbatschow, Kohl, Genscher und die NATO-Osterweiterung– Der Ukrainekrieg und Sachs’ Neutralitätsvorschlag– Die geopolitische Rolle der USA, Chinas und Russlands– Friedrich Merz und die deutsche Außenpolitik– Direkte Diplomatie statt weiterer Eskalation– Die OSZE und eine neue europäische Sicherheitsordnung

    Jeffrey Sachs:„Europa spricht derzeit nur die Sprache der Eskalation.“(Übersetzung aus dem Englischen)

    Buch:Jeffrey Sachs – „Europas strategischer Fehler“

    Kapitel:[Finale Kapitel werden ergänzt]

    Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG.

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