DOC on AIR - Erste Hilfe im Alltag cover art

DOC on AIR - Erste Hilfe im Alltag

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By: Dr. Joachim Huber
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Summary
Der Podcast für den stressfreien Umgang mit medizinischen Notfällen und anderen Gesundheitsfragen im Alltag von Dr. Joachim Huber, (Internist, Kardiologe, Gerontologe, Notarzt). Seit Juni 2023 helfe ich bei allen kleineren und größeren medizinischen Fragen oder Zwischenfällen cool zu bleiben und fast jedes medizinische Problem zu lösen, mindestens aber zu erleichtern. Als langjährig tätiger und sehr erfahrener Notfallmediziner, kenne ich die grossen und kleine Sorgen unserer Patienten. Das Ziel ist es, meine Zuhörer von unnötigen Ängsten zu befreien. Bei medizinischen Zwischenfällen zeige ich dem Laien, wie man rasch und kompetent helfen kann. Keine Scheu die Rettungskette zu aktivieren aber auch dem Patienten uns seinen Angehörigen beizustehen. ---- Weitere Informationen auf doc-on-air.com Das Gesicht zur Stimme unter www.drjoachimhuber.at #notfallmedizin #ersthilfe #teambuilding #alleswirdgutDr. Joachim Huber Hygiene & Healthy Living Physical Illness & Disease
Episodes
  • #92 - Aspirin und Paracetamol
    Oct 31 2026
    Sowohl Aspirin (Wirkstoff: Acetylsalicylsäure) als auch Paracetamol gehören zu den weltweit am häufigsten eingesetzten, rezeptfreien Medikamenten gegen Schmerzen und Fieber. Obwohl sie oft für ähnliche Beschwerden genutzt werden, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer chemischen Wirkweise, ihren Anwendungsgebieten und ihren Risiken.

    Acetylsalicylsäure: schon in den frühen Hochkulturen wurde die Weidenrinde als Mittel gegen Fieber und Schmerzen eingesetzt. Auch Hippokrates und der römische Gelehrte Plinius der Ältere sahen die Weidenrinde als Arznei an. Durch Kochen von Weidenbaumrinden haben Germanen und Kelten Extrakte gewonnen und zu Heilzwecken verwendet. 1897 wurde erstmals von Felix Hoffmann und Arthur Eichengrün in den Farbenfabriken Bayer & Co. synthetisiert. Der Markenname Aspirin wurde 1899 geschützt, er leitet sich vom Echten Mädesüß ab, einem Salicylat haltigen Rosengewächs, das auch Spiere genannt wurde.

    Das Medikament ist ein schmerzlindernder, entzündungshemmender, in geringerem Ausmaß auch fiebersenkender Arzneistoff aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), der als Thrombozytenaggregationshemmer zudem die Verklumpung von Blutplättchen hemmt. Es wirkt peripher (im Gewebe) und zentral indem es die Enzyme Cyclooxygenase dauerhaft blockiert. Dadurch wird die Produktion von Prostaglandinen – Gewebshormonen, die Schmerz, Fieber und Entzündungen gestoppt. Hauptrisiko: Magen-Darm-Trakt (Magengeschwüre), Blutungen.

    Paracetamol wurde erstmals 1878 von Harmon Northrop Morse beschrieben, es ist das chemische Produkt der Reduktion von p-Nitrophenol mit Zink in Eisessig.

    Josef von Mering verwendete 1887 Paracetamol erstmals heilkundlich, es wirkt vor allem zentral im Gehirn und Rückenmark, es beeinflusst die Schmerzwahrnehmung und reguliert das Thermozentrum im Gehirn, wodurch Fieber sehr effektiv gesenkt wird. Da es im Gewebe kaum wirkt, hat es keine entzündungshemmenden Eigenschaften. 1948 wurde das Präparat bekannter, als es von Bernard B. Brodie und Julius Axelrod in New York ein zweites Mal als Metabolit von Phenacetin identifiziert wurde. Das Medikament gehört zur Wirkstoffklasse der nicht Opioiden Analgetika und wird zur Behandlung von Schmerzen und Fieber angewendet, es wirkt zentral im Gehirn und Rückenmark. Hauptrisiko: Gefahr von Leberversagen bei Überdosierung.


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    Bei Fragen oder Hinweisen zur aktuellen Folge schreibt mir gerne ein Email unter podcast@doc-on-air-com

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    18 mins
  • #91 - Zahnweh
    Oct 17 2026
    Zahnschmerzen und deren Behandlung begleiten die Menschheit seit Jahrtausenden. Die konservierende Behandlung von Zähnen wurde bei einem 14.000 Jahre alten männlichen Individuum aus einer Felshöhle in Norditalien festgestellt, auch für die Zeit um 7000 bis 5500 v. Chr. wurden in Pakistan Beweise für eine konservative Zahnbehandlung gefunden.Über Jahrtausende glaubten Kulturen in Europa, Asien und Ägypten an den „Zahnwurm“ als Verursacher von Karies und Schmerzen. Man versuchte den Schmerz durch Kräuterräucherungen, magische Rituale oder das Übertragen des Leidens auf Bäume zu vertreiben. Im Mittelalter: übernahmen oft Wander-Heiler, (Handwerker oder fahrende „Zahnbrecher“). Bis um das Jahr 1800 versuchten sich Bader und Barbiere – neben dem Haareschneiden und Schröpfen – in der hohen Kunst des Zähne Ausreißens. Ohne Narkose wurden Patienten mit Seilen fixiert, mit Schnaps betäubt und Zähne mit schnabelartigen Zangen (dem sogenannten „Pelikan“) herausgerissen. Extreme Entzündungen wurden mit glühenden Brenneisen behandelt. Im 19. Jahrhundert wurde die Legende des Zahnwurms widerlegt; man erkannte Bakterien und zuckerreiche Ernährung als Auslöser von Karies. 1775 synthetisierte der englische Theologe und Naturforscher Joseph Priestley das Lachgas (Distickstoffmonoxid, N₂O).1831 stellt der Chemiker Justus von Liebig, dessen Mineraldünger, Fleischextrakt und Backpulver ebenfalls gewaltige Erfolge sind, einen chlorierten Wasserstoff her, der als Chloroform bekannt wird. Erst die Entdeckung von Lachgas, Äther und Chloroform ermöglichte operative Behandlungen ohne Schmerzen. 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen die Röntgenstrahlen, wodurch man Zähne und Kiefer ganz gezielt untersuchen konnte. 1905 erfanden deutsche Chemiker das Lokalanästhetikum Novocain, damit haben die brachialen Methoden des Aberglaubens zu einer modernen, schmerzfreien Zahnbehandlung entwickelt.
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    19 mins
  • #90 - Gürtelrose
    Oct 3 2026
    Mit dem Herpesvirus, das häufig Fieberblasen und in weiterer Folge Feuchtblattern und Gürtelrose hervorrufen kann, sind weltweit etwa 4 Milliarden Menschen infiziert.

    Die Geschichte des Herpes reicht Millionen Jahre zurück, und Formen des Virus infizieren Arten von Fledermäusen bis hin zu Korallen.

    Das aufkommende Küssen in der Bronzezeit dürfte die weltweite Verbreitung des Herpes-Virus begünstigt haben. Zu diesem Schluss kommt ein Forscherteam unter der Leitung der University of Cambridge nach der Analyse von mehrere tausend Jahre alten DNA-Proben aus Zahnwurzeln. Der Virenstamm HSV-1 ist den Studienergebnissen zufolge vor etwa 5.000 Jahren entstanden.

    Herpes Zoster oder Gürtelrose ist also eine Virusinfektion die durch das Varizella - Zoster-Virus verursacht wird – dasselbe Virus, das auch Windpocken auslöst. Meist erkranken Menschen über 50 Jahre .Es verbleibt nach einer Erstinfektion, also einer Windpocken-Erkrankung, wie alle Herpes-Viren lebenslang, versteckt in den Nervenzellen des betroffenen Menschen.

    Wenn das Immunsystem im Laufe des Lebens schwächer wird, kann das Virus wieder aktiv werden. Besonders ältere und immungeschwächte Menschen sind gefährdet, das Robert Koch Institut schätzt, dass jedes Jahr 300.- bis 700.000 Menschen an Herpes Zoster erkranken. Die Zahl der krankenhauspflichtigen Herpes-Zoster-Patienten hat im Zeitraum von 2009 bis 2019 um 57 Prozent zugenommen.

    Diese schmerzhafte Infektionskrankheit der Haut und der Nerven, die sich durch einen streifenförmigen, meist halbseitigen Bläschenausschlag äußert, ist mehr als nur ein Hautausschlag.

    Sie kann Nerven, Augen, Gefäße und innere Organe, das führt zu einem schmerzhaften Hautausschlag mit Bläschen. Der Ausschlag ist meist oft am Rumpf, gürtelförmig – daher der Name Gürtelrose.

    Die beste Möglichkeit, sich vor Gürtelrose zu schützen, ist die Impfung. Der Impfstoff Shingrix® ist ein sogenannter Totimpfstoff, enthält also kein lebendes Virus.
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    14 mins
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