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Café Exil

Café Exil

By: Stiftung Exilmuseum & Herbert und Elsbeth Weichmann-Stiftung
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Im neuen Interview-Podcast Café Exil begrüßt Moderatorin Shelly Kupferberg prominente Personen aus Film, Literatur, Kunst und Kultur und spricht mit ihnen über Fragen des Exils in Geschichte und Gegenwart: über das schwierige Verhältnis zur Heimat, über Identität, Demokratie und Menschenrechte. Social Sciences World
Episodes
  • Christian Petzold
    Jul 28 2026
    Pizza, eiskalter Rosé und ein Roman, der zum Ausgangspunkt für ein ganzes filmisches Denken wurde: Christian Petzold erzählt, wie Anna Seghers’ Exilroman „Transit“ durch seinen Freund und langjährigen Wegbegleiter Harun Farocki zu einer wichtigen Referenz seiner Arbeit wurde. In seinem gleichnamigen Film verlegt Petzold die Geschichte aus dem Marseille der 1940er-Jahre in die Gegenwart und lässt historische Verfolgung und heutige Fluchterfahrungen ineinandergreifen. Mit Shelly Kupferberg spricht der Regisseur über Wartesäle, Durchgangsorte und Figuren, die aus ihren bisherigen Lebenszusammenhängen gefallen sind. Er erklärt, weshalb Menschen im Exil für ihn zentrale Figuren des Kinos sind und warum Gesellschaften den Blick der Außenstehenden benötigen. Zugleich erinnert er an die Flucht seiner eigenen Eltern aus der DDR und an ihr Gefühl, im Westen nie vollständig angekommen zu sein. Eine Folge über die Gegenwärtigkeit der Geschichte, über Heimatbilder und darüber, wie das Kino Erfahrungen des Wartens, der Unsicherheit und des Unbehaustseins sichtbar machen kann.
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    38 mins
  • Herta Müller
    Jul 28 2026
    „Auf ein Formular passt kein Leben“: Herta Müller beschreibt, was geschieht, wenn eine Biografie durch Diktatur, Überwachung und erzwungene Ausreise aus ihren Zusammenhängen gerissen wird. Aufgewachsen in der deutschsprachigen Minderheit im rumänischen Banat, erlebte sie die Verfolgung durch die Securitate und kam 1987 in die Bundesrepublik – wo ihr zunächst erneut mit Misstrauen begegnet wurde. Im Gespräch mit Shelly Kupferberg reflektiert die Literaturnobelpreisträgerin über ein „weggetragenes Leben“, über Heimat als notwendige und zugleich politisch missbrauchte Vorstellung und über die Erfahrung, eine Sprache zu verstehen, ohne alle gesellschaftlichen Situationen lesen zu können. Sie erzählt von Akten, Verleumdungen und der tiefen Verletzung, die das Gehenmüssen hinterlässt. Dabei richtet sich ihr Blick immer wieder auf die Gegenwart: Was bedeutet es, Demokratie tatsächlich zu leben? Und wie lassen sich Erfahrungen von Exil vermitteln, ohne sie auf abstrakte Begriffe zu reduzieren? Ein eindringliches Gespräch über Sprache, Freiheit und die Notwendigkeit, einzelne Lebensgeschichten vor dem Verschwinden zu bewahren.
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    40 mins
  • Parastou Forouhar
    Jul 28 2026
    Verbotene Gespräche im Wohnzimmer, Besuche im Gefängnis und politische Schriften, die nach dem Lesen verbrannt wurden: Parastou Forouhar wuchs in Teheran in einer Familie auf, in der Widerstand, Menschenrechte und gesellschaftliche Verantwortung zum Alltag gehörten. 1991 kam die bildende Künstlerin nach Deutschland – auf der Suche nach Freiheit, zeitgenössischer Kunst und einem Leben außerhalb von Zensur und Überwachung. Im Café Exil spricht sie mit Shelly Kupferberg über die Ambivalenz des Exils zwischen Befreiung, Fremdheit und dem Verlust vertrauter Zusammenhänge. Sie erzählt von der Ermordung ihrer Eltern Parvaneh und Dariush Forouhar durch den iranischen Geheimdienst im Jahr 1998 und von ihrem jahrzehntelangen Einsatz für die Aufklärung des Verbrechens. Auch ihre künstlerische Arbeit ist eng mit Fragen von Erinnerung, Gewalt und Widerstand verbunden: Schönheit und Ornament treffen darin auf Verletzlichkeit und politische Unterdrückung. Ein Gespräch darüber, wie Kunst gegen das Vergessen wirken kann und warum die eigene Exilerfahrung den Blick auf gegenwärtige Fluchtbewegungen und die europäischen Grenzen verändert.
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    36 mins
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