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Sämtliche Essays, Band 3

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Sämtliche Essays, Band 3

Yazan: George Orwell
Seslendiren: Friedrich Frieden
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Dieses Hörbuch enthält folgende Essays: Das Innere des Wals B, Das Innere des Wals C, Die Kunst von Donald McGill, Der Löwe und das Einhorn A, Der Löwe und das Einhorn B.

Geboren in der ehemaligen britischen Kolonie Indien verlief das Leben von George Orwell alles andere als geradlinig. Er besuchte Schulen in Indien und England, beherrschte mindestens zwei gebräuchliche Sprachen Indiens, arbeitete in diversen Gelegenheitsjobs, trieb sich als Landstreicher in England herum, studierte unter Aldous Huxley, verdiente sich als Polizist in Indien, nahm am spanischen Bürgerkrieg als Freiwilliger auf Seite der Republikaner teil und arbeitete Seite an Seite mit Ernest Hemingway als Kriegsberichterstatter. Als junger Mann stand er zwar kommunistischen Ideen offen gegenüber und in seinen frühen Texten finden sich auch antisemitische Vorurteile, doch mit der Zeit und in reiferen Jahren distanzierte sich Orwell öffentlich und in seinen schriftstellerischen Werken ohne Wenn und Aber von seinen jugendlichen Dummheiten. Womöglich durch die brutale Fremdherrschaft des Empires über Indien und durch Stalins organisierten Staatsterror und Massenmord angewidert entwickelte er sich zu einem überzeugten sozialistischen Demokraten, der alle Machtorgane von möglichst vielen Menschen organisiert und Machtumsetzung immer auf möglichst vielen Schultern verteilt sehen wollte. Einen großen Teil seiner prosaischen Werke bilden seine Essays ab – auf vorliegendem Hörbuch mit folgendem Inhalt:

Orwell geht auf die erfolgreichsten Schriftsteller seiner Zeit ein und unternimmt den Versuch zu analysieren, warum die Belletristik einen literarischen Tiefpunkt erreicht hat. Die wenigen Ausnahmen wie Arthur Miller und James Joyce werden als Kontrastpunkte dazu gesellt und der Frage nachgegangen, inwieweit die politischen Grabenkämpfe zwischen Rechts und Links Einfluss auf die schriftstellerische Gilde ausüben. Zwischen öffentlicher Meinungsmache und tatsächlichem Befinden der Gesellschaft wird die These der Existenzmöglichkeit eines unpolitischen Schriftstellers, sowohl bezogen auf dessen Werk wie Persönlichkeit aufgeworfen. Das Bröckeln demokratischer Strukturen und Aufkommen totalitärer Regierungsformen ist ein weiteres Thema von Orwell während dieses historischen Knackpunkts und die Aktualität zur gegenwärtigen Zeit unverkennbar und erschreckend. Des Weiteren stellt Orwell fest, dass die zeitgenössische Literatur bis auf einzelne Lichtblicke wie Henry Miller faktisch ohne Bedeutung ist. In einer aufgeheizten gesellschaftlichen Atmosphäre, innerhalb derer national orientierte Politiker „ihren" jeweiligen Völkern eine jeweils großartige Zukunft versprechen und die autoritären Strukturen immer mehr Anhänger begeistern, sind die Voraussetzungen für das mögliche Ende der westlichen zivilisierten Welt natürlich optimal. Dann stehen Comics und deren Humor im Vordergrund, wobei ein großer Bogen vom Postkartenwitz, gekennzeichnet durch Brüller und Kalauer, welche die Monotonie der staatlich geförderten Lebensart in Form einer anscheinend anständigen Fassade durch den Kakao ziehen, zum etwas tiefsinnigeren Humor von Literaturklassikern geschlagen. Gewissermaßen vom Witz des Pöbels zu dem des Bildungsbürgertums, aber nun ja, über Humor lässt sich bekanntlich nicht streiten oder doch? Danach stellt Orwell fest, dass es im Grunde gar keine Nationen bzw. Völker mehr gibt, sondern eben Millionen von Individuen, die innerhalb eines bestimmten Rechtsraumes zusammenleben. Am Beispiel Englands wird der Kontrast zwischen Privat- und Staatsperson beleuchtet und die Widersprüchlichkeiten erläutert, mit denen die unterschiedlichen Menschen eines Nationalstaatenkonstruktes in Beziehung zu diesem stehen, gerade in Bezug auf massendynamische Reaktionen.

©gemeinfrei (P)2027 LILYLA Hörbuch-Editionen
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